Am Feld

Am Feld EinsiedelAm Feld hieß auch schon:
Von ? bis 1996 Am Feldrain

 

 

 

 

Mit der Eingemeindung nach Chemnitz (1. Januar 1997) wurde die kleine Straße in “Am Feld” umbenannt, da eine Straße “Am Feldrain” in Chemnitz bereits existierte und keine Straßen mit identischer Bezeichnung in einer Kommune bestehen dürfen.

Bereits 1934 liefen erste Planungen, das Gebiet der heutigen Waldsiedlung zu bebauen. Es ist zu vermuten, dass es der Kriegsausbruch war, der eine Realisierung des Projektes zunichte machte.
1985 hatte dann das ehemalige Projektierungsbüro für Wohnungsbau in Karl-Marx-Stadt mit der Planung von drei Wohnblöcken mit insgesamt 90 Wohneinheiten an dieser Stelle begonnen, jedoch kam es auch diesmal nicht zu einem Baubeginn.
Im November 1995 weist der Einsiedler Gemeinderat das Gebiet erneut als Baugebiet aus.
Es war am 9. Oktober 1996, als die Baufirma Günter Hüttner & Co. GmbH und das Planungsbüro Chemnitzer Ingenieurbau Consult GmbH (CIC), beide aus Chemnitz, dem Gemeinderat einen Entwurf für ein neu zu errichtendes Wohngebiet mit Namen “Waldsiedlung” vorlegten. Dieses Gebiet, bestehend aus drei Flurstücken, war im Besitz des Einsiedler Brauhauses und ging durch Verkauf an die Baufirma Hüttner über.
In dem nunmehrigen Entwurf von Hüttner und CIC sollen auf einer Fläche von ca. 4 ha 60 Wohnhäuser verschiedener Größe entstehen. Die bestehende kleine Straße “Am Feldrain” (…eine Sackgasse) sollte ausgebaut werden und in einer U-Form durch die neue Siedlung führen und in Höhe des Wohnhauses Eibenberger Straße 5 wieder auf die Eibenberger Straße treffen. An gleicher Stelle läuft zu diesem Zeitpunkt ein Feldweg hinter jenem Gebäude entlang.
In seiner Sitzung am 3. Dezember 1997 befürwortet der in Folge Eingemeindung nun Ortschaftsrat genannte vormalige Gemeinderat einstimmig den Beschlussvorschlag an den Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Chemnitz, das Bauvorhaben “Waldsiedlung” zu billigen.
Am 20. Mai 1998 befürwortet der Ortschaftsrat auch wieder einstimmig den Beschlussvorschlag zur Satzung des Bebauungsgebietes “Waldsiedlung” an den Stadtrat zu Chemnitz. Dieser wiederum beschäftigte sich abschließend am 24. Juni 1998 mit dem Bebauungsplan.
Im vierten Quartal 1998 begann schließlich die Erschließung des neuen Wohngebietes, ab 1999 wurden hier die ersten Häuser errichtet.

Am Feldrain Einsiedel 1975

Auf dem Foto das noch fast unbebaute Gebiet hinter dem Mehrfamilienhaus Eibenberger Straße 5 (links) im Jahre 1975. Wir erkennen auch das einzeln stehende Zweifamilienhaus in der Bildmitte. Die kleine Straße davor ist “Am Feldrain”. (Foto: Peter Hollstein, vom Brauereiturm aus)

Am Feld Einsiedel 2008

Der gleiche Blickwinkel am 15. Juni 2008. Das Gebäude Eibenberger Straße 5 wurde zur besseren Orientierung mit dem roten Pfeil kenntlich gemacht. Da zum Aufnahmezeitpunkt im Brauereiturm Falken nisteten, wurde das Foto vom Dach aus gemacht, der Standpunkt ist also etwas tiefer.

15. Juni 2008:
Die Grundstücks- und Baukapazitäten in der “Waldsiedlung” sind auch zehn Jahre nach Erschließung noch nicht voll ausgeschöpft. Nur die Richtung Wald geplanten Einfamilienhäuser sind errichtet, die ursprünglich einmal geplanten dreigeschossigen Häuser entlang der Eibenberger Straße wurden nicht realisiert.

Blick zur Eibenberger Straße in Einsiedel 1932

Zeitsprung zurück: oben ein Anblick aus dem Jahre 1932, dargestellt auf einer Fotopostkarte. Wir schauen diesmal aber von der anderen Seite aus, also vom Wald in Richtung Einsiedler Brauhaus. Zu besseren Orientierung ist das Gebäude Eibenberger Straße 5 wieder mit einem Pfeil gekennzeichnet.
Auf der nachmaligen Straße “Am Feld” sehen wir…Feld. Noch ist dieser Abschnitt nur mit einer (Feld)Scheune bebaut…

Waldsiedlung Einsiedel 12. Juli 2013

(Foto: Ekkehard Mühlmann)

Im Laufe der Jahre (seit 1999) wurde die Waldsiedlung dann sukzessive bebaut, Anfang 2014 sind bis auf zwei alle Grundstücke dort veräußert.
Oben eine Luftbildaufnahme vom 12. Juli 2013. Die Siedlung Am Feld sehen wir in der rechten Bildhälfte, die Häuser in der linken Bildhälfte gehören zur Hauptstraße und Brauereistraße.

Ab 2014 kam dann seitens des Bauträgers eine Erweiterung des Gebietes ins Gespräch. Von Einstimmigkeit zu diesem Projekt im Ortschaftsrat wie seinerzeit 1998 konnte keine Rede mehr sein, ich verweise hier auf die Niederschrift der Ortschaftsratssitzung vom 7. Mai 2014 (Punkt 4).
Wie schon beim Baugebiet Am Naturbad, so war es dann auch hier: Ober sticht Unter – der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Chemnitz stimmte den Vorhaben gegen den Willen des Ortschaftsrates zu. Wie stets wurden dann “Beruhigungspillen” verteilt (“Wenn die Anbindung nicht funktioniert, wird es dort kein Bauen geben”; Müller, SPD) und auch alles schön artig von der “Freien Presse” abgedruckt.

Also harren wir der Dinge, die da kommen…

 


 

 

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