Bundestagswahl 2017 in Einsiedel

Bundestagswahl 2017 in Einsiedel

Eine kurze Nachlese

Nico Köhler AfD Chemnitz

Nico Köhler am 20. September 2017 in Einsiedel

Für mindestens 756 Wähler aus Einsiedel war wohl das Ergebnis für unseren Stadtteil mehr als befriedigend. Genauso viele Stimmen erhielt der Direktkandidat der AfD, Nico Köhler, hier in den drei Einsiedler Wahlbezirken zusammen. Auf dessen Homepage lesen wir, dass er insgesamt 21 der 39 Chemnitzer Stadtteile gewonnen hat.
Er setzte sich in Einsiedel mit klarem Vorsprung an die Spitze vor dem CDU-Kandidaten Frank Heinrich (553) und weit vor Michael Leutert (LINKE, 211) und Detlef Müller (SPD, 209). Mit 122 Stimmen war letztendlich noch Frank Müller-Rosentritt von der FDP dreistellig, alle anderen blieben weit darunter und damit in Einsiedel bedeutungslos.

Anders, wenn auch ähnlich, war das Ergebnis in Einsiedel bei den Zweitstimmen.

Sowohl Köhler als Direktkandidat mit 38,75 % als auch die AfD als Partei (Zweitstimme) mit 37,74 % holten in Einsiedel ihre besten Ergebnisse von allen Chemnitzer Stadtteilen.

 

 

 

 

Aber: Den Wahlkreis Chemnitz/162 hat dann letztendlich recht knapp (ca. 3.700 Stimmen) und recht ernüchtert Frank Heinrich gewonnen. In der „Freien Presse“ vom 25. September lesen wir, dass erst im Laufe des Wahlabends das Verhältnis von Köhler in Richtung Heinrich gekippt sei. Mithin ist festzustellen, dass nicht die meisten, wohl aber die bevölkerungsreichsten Stadtteile für den Christdemokraten stimmten.

Wenn wir in unser Archiv blicken und die ausgehangenen Wahlplakate von 2009 und aus diesem Jahr vergleichen, lässt uns der Gedanke nicht los, dass der Wahlsieg von Heinrich wohl weniger seinem Programm geschuldet ist war, sondern unter Umständen in der Barmherzigkeit des Chemnitzer Wahlvolkes seine Ursache haben könnte.

Vielleicht war es auch Mitleid. Mitleid mit einem Bundestagsabgeordneten, der von seinem schmalen Salär keine neuen Wahlplakate drucken kann, sondern die alten Banner wieder hervorkramt, die ihn vor acht Jahren wesentlich jünger gezeigt haben. Der abgebildete Bengel ist ja mittlerweile auch im wahlfähigen Alter – wieder eine Stimme mehr.

Überhaupt Wahlplakate in Einsiedel. Von den sechs Parteien, denen vorab realistische Chancen für einen Einzug in den Bundestag eingeräumt worden und die es letztendlich auch schafften, sah man nur die Aufrufe von vieren.

An der Einsiedler Hauptstraße hingen im Wahlkampf keine Offerten von FDP und der LINKEN. Man musste schon bis Erfenschlag fahren, um das erste schwarz-weiß-rote Wahlplakat der Linksaußentruppe zu erspähen, für die Freidemokraten mussten die Füße noch weiter tragen. Inwieweit solche Banner überhaupt zur Meinungsbildung -vor allem in Einsiedel- betragen, bleibt fraglich. Fakt ist aber auch, dass die AfD-Plakate hier in der Mehrzahl waren. Und es waren auch die einzigen, die zerstört wurden. Das geschah am 20. September und nicht etwa nachts, sondern am Nachmittag. Allerdings konnte der Täter, der mit Setztreppe seelenruhig von Mast zu Mast ging, fotografiert werden und wurde polizeilich angezeigt. Sein Tun hatte auch nur kurzen Bestand, am Folgetag waren die Plakate wieder angebracht.

bundestagswahl 2017 in einsiedelWahllokale 4601 und 4602 im Einsiedler RathausDie Auszählung ab 18 Uhr in den Wahllokalen 4601 und 4602 im Einsiedler Rathaus verlief korrekt, auch aus dem 3. Einsiedler Wahllokal in Berbisdorf (4603) wurden keine Diskrepanzen gemeldet.
Wenn es mit Beginn der Auszählung in 4601 anfangs noch einige Irritationen gab, so konnte der Sachverhalt schließlich geklärt werden, verzögert aber den Ablauf. Längst standen die Zahlen in 4602 fest, als im Nachbarraum noch gezählt wurde.

Persönliche Gespräche mit so vielen Personen am Montag nach der Wahl spiegeln das Einsiedler Ergebnis recht realistisch wider.
Aber auch die unterschiedlichen Beweggründe zwischen Parteianhängern der AfD und klassischem Protestwähler wurden deutlich.

Da die Ergebnisse für diese Bundestagswahl mit allen denkbaren Statistiken und tausenden Details auf unzähligen Webseiten dargestellt werden, verlinken wir an dieser Stelle bewusst nicht weiter.

 

 

 

 

 

 

Written by heimatwerk