Einsiedler Hauptstraße 68

Kolonialwaren Posern, Lebensmittel Steiniger, später HO und nach der Wende ein Elektronikfachgeschäft

 

…das Gebäude in der Hauptstraße 68 hat schon viele Gewerbe in seinen Erdgeschossräumen beherbergt.

Kolonialwaren Oskar Posern Einsiedel Werbeannonce von 1926

Mit der Werbeannonce oben “Kolonialwaren Oscar Posern” findet sich ein erster Hinweis auf die Nutzung der Erdgeschossräume, und zwar aus dem Jahr 1926. Später führte Poserns Witwe Klara das Geschäft.
(Vorlage: Ingobert Rost)

Später dann, im Dritten Reiche und auch in der früheren DDR-Zeit, war hier das Lebensmittelgeschäft von Heinrich Steiniger.

Lebensmittel Heinrich Steiniger Einsiedel 1955

Eine Aufnahme von 1955 mit Festschmuck zur 700-Jahr-Feier.
(Foto: Bernd Obermaier)

Steiniger führte mit seiner Frau Helene eine jahrzehntelange, jedoch leider kinderlose Ehe. Dafür bekamen aber die Kinder der Kunden von den Steinigers immer einen Bonbon aus einem großen Glas zugesteckt, was freilich Anreiz war, den Laden mit der Mutter zu besuchen.
Steiniger hat nach der Bombardierung in einer Kommission mitgearbeitet, die die gigantischen Bombenschäden in Einsiedel registrierte.
Das Lebensmittelgeschäft der Ehelaute hier in der Hauptstraße 68 ging relativ gut und wurde erst nach 1955 altersmäßig aufgegeben.
Ein gewisser Sonntag, der bereits eine Drogerie in Klaffenbach betrieb, wollte eine ebensolche auch hier im Hause unterbringen und kaufte das Gebäude. Ob nun die Gemeinde ihr Veto einlegte – da ja bereits eine Drogerie im Ort vorhanden war – oder ob gesetzliche Gründe entgegenstanden (der Besitz und Betrieb zwei Drogerien war zu DDR-Zeiten vermutlich nicht möglich), ist nicht überliefert. Fest steht aber, das Sonntag keine Genehmigung für seine geplante Drogerie hier in Einsiedel erhielt.
Nach Sonntags Tod erbten seine Söhne das Gebäude. Diese übersiedelten allerdings in die BRD, so dass das Haus der Gemeinde anheim fiel. Diese vermietete die Gewerbeflächen im Erdgeschoss an die HO, welche das Lebensmittelsortiment beibehielt.
Die HO war es dann auch, die am Gebäude einige Umbauten durchführen ließ. An der linken Außenseite, neben der bisher mittig angebrachten Eingangstüre, wurde eine zweite Tür eingesetzt, dort war jetzt der Ausgang. Am Nordgiebel erfolgte ein Anbau (auf dem nachfolgenden Foto von 1972 hinter den Reitern sichtbar ist) um das Sortiment um Fleisch- und Wurstwaren zu erweitern. Vorher war an gleicher Stelle ein Holzbalkon auf Holzstützen.
Der Charakter des Geschäfts und der Inhaber änderten sich nun bis zur Wende nicht mehr.

Anfang 1972

Anfang 1972

Lebensmittel HO in Einsiedel in der Hauptstraße 68 1972.

Das Foto zeigt uns das Gebäudes mit nunmehr zwei Türen und Schmuck anlässlich des Einsiedler Weihnachtsmarktes im Dezember 1972.
(Foto: Bernd Obermaier)

Die 1970er Jahre. (Foto: Andreas Wildfeuer)

Die 1970er Jahre.
(Foto: Andreas Wildfeuer)

1990 wurde das Haus rückübertragen und im gleichen Jahre von den Erben Sonntag an Joachim Fröhlich verkauft.
Fröhlich ließ die Räume und später das ganze Gebäude in einen zeitgemäßen Zustand versetzen und eröffnet 1991 ein Geschäft für Radio und Television, welches später um Lotterie und Zeitungsverkauf erweitert wurde.

Fröhlich Elektronik Einsiedel am 30. April 2008

30. April 2008

Seit 1. Januar 2010 wurde das Geschäft der „Fröhlich-Elektronik“ von „Hofmann und Knauer Informationstechnik“ weiter geführt, allerdings ohne Lotto und Zeitungen.
2011 wurde durch den Hauseigentümer nochmals im großen Umfang investiert und der Dachstuhl umfassend erneuert (Fotos unten).

26. Mai 2011

26. Mai 2011

 Einsiedler Hauptstr. 68 am 26. Mai 2011

26. Mai 2011

Seit 1. Oktober 2014 firmiert im Erdgeschoss nun die Firma „Jörg Hofmann Informationstechnik“.

Hofmann Elektronik Einsiedel 15. Februar 2015

15. Februar 2015

 


Nachbrenner:
Also irgendwo muss ich´s ja einfügen…
August 2004: Anlässlich der Landtagswahl am 19. September 2004 tingelte der seinerzeit amtierende Ministerpräsident Georg Milbradt durch den Freistaat und war auch kurzzeitig in Einsiedel.
Auf dem Foto sein „Wahlkampf-Bus“, der hier gerade an der Baustellenampel „grün“ erhält. Zum Zeitpunkt wurde nämlich der Bahnübergang umfassend modernisiert.
Milbradt wurde übrigens trotz beträchtlicher Stimmenverluste im Amt bestätigt.

 

August 2004: CDU-Wahlkampf-Bus mit dem damaligen Ministerpräsidenten Georg Milbradt.

August 2004: CDU-Wahlkampf-Bus mit dem damaligen Ministerpräsidenten Georg Milbradt.


 

 

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