Vorgestellt: Die Einsiedler Mitfahrerbänke, ihre Entstehungsgeschichte & ihre Benutzung

Von den Mitfahrerbänken, von deren „Bedienung“ und vom Ostheim

 

Lange war es geplant, im Juni 2017 war es dann endlich soweit: Zwei Mitfahrerbänke stehen an strategisch passenden Orten hier in Einsiedel. Wobei eine Bank – die „Ostheim-Bank“- schon länger im Viertel stand. Sie wurde aber umfassend saniert, „umgewidmet“ und an eine passendere Stelle gesetzt.

Aber der Reihe nach. In seiner Sitzung unter dem 23. Februar 2016 hatte der Ortschaftsrat einstimmig beschlossen, eine Mitfahrerbank im Kreuzungsbereich Einsiedler Hauptstraße/Harthauer Weg zu errichten. Wie so oft ist solch ein Beschluss schnell gefasst, die Ausführung nimmt aber dann eine gewisse Zeit in Anspruch. Zum Standort wurde das Tiefbauamt befragt, da eine bestimmte Breite auf dem Fußweg vorgegeben ist. Es musste intern geklärt werden, ob eine neue oder eine sanierte Bank aufgestellt wird und selbstredend mussten die Materialkosten zum Großteil auch bezahlt werden. Der letzte Punkt, wohl regelmäßig der schwierigste, war hier recht einfach: der Grünpflegefond der Stadt Chemnitz. Über diesen Grünpflegefond – eine äußerst sinnvolle Unterstützung für die Chemnitzer Ortschaften – gibt es einige Ausführungen im „Einsiedler Anzeiger“ April 2017.

Recht schnell war auch klar, dass es keinen Neukauf einer Bank geben sollte, sondern dass möglichst eine der historischen Einsiedler Bänke saniert wird. Eine derartige Bank war schnell gefunden. Neben der ehemaligen Sommerrodelbahn, oberhalb der Waldklause, stand eingewachsen im Unterholz ein solches Exemplar. Die Aussicht von dieser Bank hat sich im Laufe so vieler Jahrzehnte durch Bewuchs und Bebauung extrem verschlechtert. Umso besser war der Beton, mit welchem sie im Waldboden verankert war…

Karsten Hansch, Vorsitzender der Kleingartensparte „Waldblick Einsiedel“ e.V., hat diese Bank mit größerem Aufwand im Wald vom Sockel gelöst, die morschen Hölzer demontiert und die gusseisernen Füße entrostet und wieder aufbereitet.

Schon in der ersten Besprechung des Ortschaftsrates und vor allem danach gab es immer wieder Diskussionen, eine weitere Bank in Richtung „Ostheim“ aufzustellen. Ostheim? Nun, dem aufmerksamen Leser unserer Seite dürfte der Name bekannt sein, für alle anderen hätten wir hier auch noch einige Ergänzungen. Er umschreibt das Areal um die Anton-Herrmann-Straße, die Schollstraße und den Dittersdorfer Weg. Früher, bei Anlegung um 1902, war dies die erste Bezeichnung hier und auch das heutige „Café zur Talsperre“ hieß anfangs „Café Ostheim“.

Einsiedel, Ostheim, 1909

Einsiedel, Ostheim, 1909 … na, wiedererkannt?

Grund genug, diese historische Bezeichnung zu reaktivieren und so trägt die zweite Mitfahrerbank diesen Namen. Die Bank befand sich lange Jahre vor dem kleinen Garagenkomplex zwischen den Hausgrundstücken Anton-Herrmann-Straße 14 und 16. Jetzt finden wir sie „im neuen Look“ in unteren Bereich der Anton-Herrmann-Straße, am Zugang zur Terrasse des „Cafés zur Talsperre“. Der neue Standort ist für den angedachten Zweck auf alle Fälle vorteilhafter.

Das zu ersetzende Material für beide Bänke wurde im Sägewerk Kunze erworben. Die Bänke montiert und Schriftzüge in die Lehnen eingefräst hat dann R.H. Er und sein Vater bewegen in Einsiedel -meist unsichtbar- viele Dinge im Bereich Sanierungen und Dienstleistungen, die sich keineswegs auf diese Mitfahrerbänke beschränken. Immer kostenlos für den Ort und völlig uneigennützig bei der Erbringung ihrer gern gesehenen Unterstützungen, sind beide so bescheiden, dass wir hier leider keinen Klarnamen angeben oder ein Foto beibringen können.

Mitfahrerbank Einsiedel Siedlung

Die Bank in Richtung Siedlung wurde in den Vormittagsstunden des 16. Juni 2017 am Standort montiert.

Mitfahrerbank Einsiedel Ostheim

Für die „Ostheim-Bank“ war dann „etwas größeres Kino“ angesagt. Zum Aufstellungstermin, 18. Juni 2017, halb elf Uhr vormittags, hatte der Ortschaftsratsvorsitzende Falk Ulbrich zwei Reporter von „Tag24“ („Morgenpost“) eingeladen, um die Thematik Mitfahrerbänke noch besser publik zu machen. Die beiden interviewten und es wurden allerhand reelle und gestellte Fotos aufgenommen. Den entsprechenden Artikel, er erschien am 19. Juni 2017, findet man hier.

Tja, und wie werden denn die Mitfahrerbänke nun eigentlich benutzt?

Das ist recht simpel. Einsiedel ist ein Dorf und man kennt sich. Wenn jetzt also jemand in die Siedlung oder die Anton-Herrmann-Straße hinauf Mitfahrt begehrt, nimmt er oder sie einfach Platz. Sicher wird es nicht lange dauern, bis jemand mit dem Auto vorbeikommt und diese Person mitnimmt. Und wenn es sich herumgesprochen hat und das System geläufig ist, wird die Verweildauer wohl umso kürzer werden …

Hoffen wir, dass die Bänke rege genutzt werden! Benutzung ab 18 Jahre.

 

 

Written by heimatwerk

1 Comment

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Marlies John

Eine tolle Geschichte, die Bänke sind auch sehr einladend, ich hoffe, daß beide rege genutzt werden, vielleicht finden sich ja bei Bedarf auch noch Lösungen für die beiden anderen „Ausgänge“ von Einsiedel (Richtung Berbisdorf und Eibenberg)…

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