Asylbewerber und Immigranten: Das Erstaufnahmelager Chemnitz-Einsiedel

3. September 2016
„Tag der Sachsen“ – Wir berichten von außerhalb 😉

In das Foto kann ein jeder hineininterpretieren, was er möchte.
Unsere Version: Wir Deutschen haben den Ungarn Einiges zu verdanken. Ab sie Zäune zerschneiden wie 1989 oder Zäune errichten wie 2016 …
5. September 2016
Nun mach´ aber ma´ nen Punkt!
Gestern fanden viele Einsiedler wieder einmal die „Informationen aus Einsiedel“ (Ausgabe August 2016) in ihren Briefkästen vor:
Auch hatten wir in der letzten Woche eine und heute Vormittag eine weitere Anfrage, warum wir meist nur von den Asylkritikern berichten und nicht von der „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ oder anderen Stellen, die sich für die Asylbewerber und Immigranten im Lager engagieren. Beide Anfragen waren sachlich gestellt und wir haben diese selbstverständlich beantwortet. An dieser Stelle weisen wir darauf hin (ähnliches schrieben wir beiden Fragestellern), dass die „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ eigentlich keine Informationen publiziert, eine sinnvolle Öffentlichkeitsarbeit findet nicht statt.
Der bisher letzte eigene Facebook-Eintrag datiert vom 4. Juni, als dort ein Artikel eingestellt wurde, welcher vorher im Einsiedler Anzeiger erschienen war.
Dass hier viel Raum für Spekulationen bleibt, ist offensichtlich einkalkuliert und ganz sicher falsch, wird jedoch konsequent durchgezogen.
Also, um es kurz zu machen: An uns liegt es ganz bestimmt nicht, dass jeder nach eigenem Gusto in die Arbeit der „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ hineininterpretieren kann, was er will.
Fakt ist, dass es sich hierbei keinesfalls um eine monolithische Einheit handelt. Zwischen real Helfenden und im Bereicherungstaumel Schwelgenden scheint alles vertreten zu sein, wenn man sich die Kommentare auf den verschiedensten Facebook-Seiten durchliest.
Und ein weiterer Fakt bleibt auch noch hängen: der Slogan der „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ mit den gefühlten 1.000 Punkten als Wort und Satzzeichen:
Wir.Helfen.Punkt.*
*Hier mosert freilich auch die automatische Rechtschreibprüfung herum – aber das nehmen wir ganz bestimmt nicht in unser persönliches Wörterbuch auf!
7. September 2016
Müller, Meier, Schramm – sin´ de Größten, die mer ham´!
Nein, liebe Freunde, heute geht es mal nicht um Freie-Presse-Redakteur Michael Müller und eigentlich geht’s auch um keinen Meier oder Schramm, sondern um den Chemnitzer Stadtrat Detlef Müller (SPD – was sonst?!).
Und im Zuge der Person Detlef Müller, der auch Mitglied des Bundestages ist, veröffentlichen wir nachfolgend die Rede des zweiten Sprechers vom heutigen Tage, Nico Köhler, mit dessen freundlicher Genehmigung.
Also einfach durchlesen und sich selbst ein Bild machen. Folgen wir dem Vortrag, dann zeigt uns dieser auf, wie abgehoben und vor allem argumentationslos solch ein Parteigenosse dieser (ehemaligen) Arbeiterpartei sein kann, wenn pünktlich das stattliche und staatliche Monatssalär aus Berlin überwiesen wird, bis zur nächsten Wahl noch Zeit ist und man sich somit derzeit nicht mit 10.074 Plebejern herumärgern braucht.

Aber vergessen wir nicht den Sprecher 1 vom Info-Stand. Seine Rede drehte sich heute um die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, die wohl nicht nur für ihn, sondern, so wollte es scheinen, für die meisten Zuhörer zur vollen Zufriedenheit ausgegangen sind. Dem Beifall nach zu urteilen scheinen nicht die satten Verluste von CDU bis Linksaußen, sondern das Ausscheiden der Grünen aus dem Landtag dort die meiste Euphorie hervorzurufen.
Vor Marschbeginn erinnert der Redner noch einmal an das einjährige Jubiläum des Info-Standes, das am 15. Oktober begangen werden soll.
Der Schweigemarsch ging auch heute wieder über Fabrikweg, Seydelstraße und August-Bebel-Platz zurück zum Rathaus.

Den Titel holen wir aus dem Archiv: „Gespenstische Szenerie“ (von Müller & Müller).
13. September 2016
EAE Einsiedel: Übersicht Asylbewerber und Immigranten
Afghanistan 9
Albanien 5
Indien 8
Mazedonien 9
Russische Föderation 18
Serbien 15
Serbien-Montenegro 3
Serbien, Republik 15
Syrien, Arabische Republik 2
Total 84 (männlich 35, weiblich 49)
Davon Kinder
12–17 Jahre 12
6–12 Jahre 13
3–6 Jahre 12
0–3 Jahre 6
14. September 2016
Demonstrationskundgebung mit Schweigemarsch

Flyer / Aushang 

Bald seit einem Jahr… 
(Fotos: Werner Reuter)
20. September 2016
EAE Einsiedel: Übersicht Asylbewerber und Immigranten
Die tagesaktuellen Zahlen für die Belegung in der EAE Einsiedel.
Afghanistan 9
Albanien 5
Indien 8
Mazedonien 9
Russische Föderation 18
Serbien 15
Serbien-Montenegro 3
Serbien, Republik 15
Syrien, Arabische Republik 2
Keine Angabe* 1
Total 85 (männlich 35, weiblich 50)
Davon Kinder
12–17 Jahre 12
6–12 Jahre 13
3–6 Jahre 12
0–3 Jahre 7
*Unter „Keine Angabe“ vermuten wir ein neugeborenes, weibliches Baby, da bei den anderen Zahlen und Staatsangehörigkeiten die Angaben mit der Vorwoche identisch sind.
Götterdämmerung
In den späten Abendstunden des 19. September „hatten wir etwas läuten hören“, aber unsere Zweifel gehabt. Seit den heutigen Vormittagsstunden wissen wir, dass diese Zweifel unbegründet waren.

Das Einsiedler Erstaufnahmelager wird bis zum 31. Oktober 2016 geschlossen.
Jetzt, in den Abendstunden des heutigen Tages, ist das längst keine neue Meldung mehr, im Ort war es heute ganz sicher das Hauptthema. Fast wirkt es wie ein Déjà-vu, vor reichlich einem Jahr erlebten wir das gleiche Gesprächsthema in Einsiedel. Allerdings, so will es scheinen, ist die Gemütslage heute eine gänzlich andere. Freude und Erleichterung bei den Menschen, auch wenn viele zugeben, dass sie persönlich keine Probleme mit den hier untergebrachten Immigranten gehabt hätten.

Nun, wir denken, dass bis zum Toresschluss noch die eine oder andere Nachricht von uns zu vermelden ist. Für den heutigen Tag wollen wir vorerst ein, zwei Screenshots wiedergeben, so wie wir das schon lange nicht mehr publiziert haben.
Da neben Einsiedel eine ganze Menge anderer sächsischer Erstaufnahmen geschlossen werden, sind auch die Namen derer in den einzelnen Nachrichten genannt. Was aber auffällt, ist das ständig gebrauchte Wort „umstrittene (EAE)“ in Bezug auf Einsiedel.
Und so täuschen wir uns nicht in der Annahme, dass die Behauptung von Innenminister Ulbig „Wir haben uns bei den Plänen nicht von Protesten vor Ort leiten lassen“ eine reine Schutzbehauptung ist. Eine Aufmunterung für die, die sich für die Asylbewerber hier im Lager eingesetzt und insbesondere in Einsiedel nun glauben, dass die wöchentlichen Proteste jetzt zum Ziel geführt haben.
Ob es diese Proteste allein waren, darf sicher angezweifelt werden, allerdings fließen solche Tatsachen einhundertprozentig in die Gemengelage eines Für und Wider ein. Die Asylantenunterkünfte kosten die Steuerzahler eine unvorstellbare Menge Geld. Speziell und wohl einzigartig kommt in Einsiedel ein nicht endender Protest dazu.
Und im Zuge dessen weitere, zusätzliche Kosten für Polizei und Material und die latente „Gefahr“, dass der Umfang der Demonstrationen und der Teilnehmer wieder stark zunimmt, sollte es in Einsiedel Vorfälle geben, wie sie sich in der Chemnitzer Innenstadt offensichtlich täglich abspielen.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Tatsache, dass in Einsiedel bezüglich der Einrichtung so gut wie nichts verborgen blieb. Eine Zunahme von Bustransfers, Immigranten mit Mundschutz, Staatsangehörigkeiten der Bewohner, Brandschutz, Wasserversorgung und, und, und. Alles wurde ständig von den verschiedenen Akteuren hinterfragt. Bürgersprechstunden, Runde Tische, Anfragen an LDS und Ortschaftsrat … also ein Alltagsgeschehen, wo so eine EAE nebenbei mitläuft, gibt es in Einsiedel ganz bestimmt nicht! Und das weiß man auch in Dresden.
Morgen ist nun wieder Demo mit Schweigemarsch, vielleicht eine der letzten? Wir werden reinhören.
Was dann viele der Asylkritiker Mittwochabend machen werden … hm … mal sehen.
Die Mitglieder der „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ sehen wir dann aber ganz sicher bei vielen hilfsbedürftigen (deutschen) Menschen hier im Ort. Hilfe à la „Timur und sein Trupp“: Die sicher meist älteren Mitbürger werden sich über die freien Kapazitäten im Bereich „Manpower“ ganz bestimmt freuen! Und vielleicht – wir wollen natürlich nicht zu viel versprechen – kommt auch mal der Müller Michael von der Freien Presse vorbei, um von diesen Taten zu berichten. Und dann, dann hat er wirklich einmal recht!
21. September 2016
Gedanken für eine „Zeit danach“
Einsiedel schmiedet Pläne für die Zeit danach
… titelt heute die Freie Presse prominent im Lokalteil. Redakteur Michael Müller hat laut Artikel wieder einige Körbe von Einsiedler Interviewpartnern erhalten („reagierten eher verhalten“).
Der Info-Stand lehnte eine Stellungnahme ab, die BI „Gemeinsam für Einsiedel“ will sich erst heute Abend äußern, was allerdings zu erwarten war.
Die Freie Presse weiter:
Laut Ortsvorsteher Falk Ulbrich gibt es aber bereits Gespräche. Der CDU-Politiker hatte sich, unter anderem im Einsiedler Ortschaftsrat, schon vor Monaten vehement dafür ausgesprochen, Ideen für die Zeit nach der Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung zu entwickeln. Denkbar wären aus seiner Sicht eine Zukunft des Geländes als Wohnungsbau- oder Bildungsstandort. „Oder eine Kombination aus beiden“, so Ulbrich.
Das ist auf alle Fälle korrekt, schon mit Bekanntwerden der Pläne für eine EAE in Einsiedel im Objekt und lange vor der ersten Belegung äußerte sich Ulbrich mehrfach und brachte Überlegungen für Nutzungsmöglichkeiten „der Zeit danach“ ins Spiel.
Indes war er damit keinesfalls allein, auch andere Akteure brachten ihre Gedanken ein. Von Renaturierung („Fichteln“) über Wohnbebauung (Modernisierung) bis hin zu großflächigen Photovoltaikanlagen ist alles dabei.
Vieles ist sicher diskussionswürdig. Letzten Endes entscheidet aber hier der private Eigentümer.
Demonstrationskundgebung mit Schweigemarsch
Die heutige Mittwochsdemo vor dem Einsiedler Rathaus hatte erwartungsgemäß deutlich mehr Besucher als in der Vorwoche.
Und gleich zu Beginn fragte der Sprecher des Info-Standes in die Runde, wie es denn nun, oder genauer gesagt nach dem 31. Oktober, weitergehen solle. Gemeint waren die wöchentlichen Kundgebungen, und das Publikum sprach sich auch sofort für ein „Weitermachen“ aus, was wiederum den Sprecher sichtlich freute. Und nichts anderes war wohl von ihm erwartet worden. Er verwies auf den bis 2018 laufenden Mietvertrag und führte aus, dass nun völlig im Dunkeln läge, wie es dort oben weitergehe, und dass das Objekt auch für andere Asylverwendungen genutzt werden könnte.
Die Hauptbotschaft des heutigen Abends: Es gibt in Einsiedel auch weiterhin und über den Oktober hinaus wöchentliche Protestkundgebungen.
Inwieweit die Menschen auch zukünftig zu mobilisieren sind, ob die 15, 20 Leute, die „weitermachen“ riefen, für ausreichend Menge sorgen, ob der Rückhalt in der Einsiedler Bürgerschaft bleibt, wird die Zukunft zeigen. Zweifel scheinen angebracht.
Der Schweigemarsch ging heute über den Fabrikweg, die Rosenstraße und die Neue Straße zurück zum Rathaus.

Seit letzter Woche werden die Reden live im Internet übertragen, Verzögerung ca. 8 Sekunden. 
Deutlich mehr Teilnehmer als in der Vorwoche. 
Ja, es gab einige denkwürdige Wahlen in diesem Jahr.
23. September 2016
Ein Jahr friedlicher Widerstand in Einsiedel

Noch schön am heimischen Drucker ausgedruckt und 20-Blatt-weise mit der Schere geteilt. Egal, der Aufruf fruchtete!
Ein denkwürdiger Tag! Am 23. September 2015 gab es die erste Demo. Zu dem Zeitpunkt ahnte freilich keiner, was da noch folgen würde. Am 1. Oktober wurde der Info-Stand „geboren“, eine Initiative, die in Zukunft für viel Wirbel und unzählige Diskussionen sorgen und doch wohl den medienwirksamsten Beitrag in die Einsiedler Asylproblematik einbringen wird.
Aber viel mehr Akteure werden dazutreten. Seien es Bürgerinitiativen als Gegner oder die „Flüchtlingshilfe Einsiedel“, die sich für die Immigranten einsetzt. Ein Riss wird durch den Ort gehen, er umfasst wohl die ganze Bandbreite, von der Familie als kleinster Zelle bis zum Ortschaftsrat.
Wir wollen jetzt auch nicht ins Detail gehen, sondern verweisen auf unsere sehr umfangreiche Chronologie der Ereignisse des vergangenen Jahres.
Wir nehmen in Anspruch, dass wohl keiner die Einsiedler „Asyl-Ereignisse“ so akribisch aufgezeichnet hat wie das Heimatwerk. Eine neutrale Position konnten und wollten wir nicht einnehmen. Zu offensichtlich waren die Fehlentscheidungen von Bundes- und Landesregierung. Und jetzt, nach einem Jahr, gibt auch die Kanzlerin stückchenweise zu, dass erhebliche Fehler gemacht wurden.
Presseschau
Einsiedel: Die Proteste gehen weiter – der Ort bleibt gespalten
… titelt heute die Freie Presse und erneut finden wir den Bericht in großer Aufmachung im Lokalteil. Als Redakteure werden anfangs des Artikels Benjamin Lummer und Jana Peters genannt und beim (Einsiedler) Leser keimt die Hoffnung auf, dass es dieses Mal kein klischee- und mainstreamkonformes Politdrama à la Michael Müller wird und sachbezogene, ausgewogene Berichterstattung folgt.
Neben einem Bericht über die Demo vom letzten Mittwoch gab es auch einen Rückblick auf die Ereignisse im letzten Jahr.
Interessant ist die Aussage des CDU-Ortschaftsrates Marc Stoll, die die Freie Presse wie folgt wiedergibt:
Es wäre wichtig für den Ort, dass die Demos weniger werden oder alternative Plätze und Routen nutzen.
Stoll bezieht seine Aussage auf Anwohner, die entlang der Route der wöchentlichen Kundgebungen wohnen, und ob der Demos genervt seien.
Also, wenn die Anwohner in Rathausnähe „genervt“ sind, wenn sie sich einmal die Woche eine halbe oder auch eine ganze Stunde lang eine Kundgebung anhören müssen, ist das vielleicht nachvollziehbar. Dass aber ein Schweigemarsch, der zur Hälfte über Nebenstraßen führt und von dem man außer Gemurmel nichts mitbekommt, nervt, muss bezweifelt werden. Jedes Moped ist lauter, vom Alltagsverkehr reden wir erst gar nicht.
Aber vielleicht meint Stoll auch die Gegner der Asylkritiker, die sich wohl von jedem mitgeführten Banner oder ausgehängten Flyer „genervt“ fühlen, bricht doch jedes Mal die heile Welt der Bereicherung in sich zusammen.
Oder vielleicht meint er die Linken-Demos vom 7. Oktober 2015 und 26. April 2016, die mit immenser Lautstärke, viel Trallala und (vordergründig die zweite) mit zweifelhaften Parolen und „netten“ Gesten über die Bühne gingen. Wir wissen es nicht!
Aber wir lesen in der heutigen Freien Presse, dass, wie so manches Mal im letzten Jahr, der CDU-Mann Marc Stoll scheinbar der einzige ist, der mit der Presse redet und als Lichtgestalt im sonst so bösen Einsiedel von den Blättern dargestellt werden kann und vielleicht auch dargestellt werden will.
Aber so ist es in Einsiedel seit einem Jahr – ein jeder kämpft für seine Sache.
Wie erfreut wären wir und wohl viele andere auch, wenn sich im Ort wieder zueinanderfinden würde. Die diktatorgleiche Fehlentscheidung einer einzelnen Frau schlägt sich bis in die kleinste Kommune nieder!
27. September 2016
EAE Einsiedel: Übersicht Asylbewerber und Immigranten
Die tagesaktuellen Zahlen für die Belegung in der EAE Einsiedel.
Afghanistan 9
Albanien 5
Indien 8
Mazedonien 9
Russische Föderation 18
Serbien 15
Serbien-Montenegro 3
Serbien, Republik 15
Syrien, Arabische Republik 2
Keine Angabe 1
Total 85 (männlich 35, weiblich 50)
Davon Kinder
12–17 Jahre 12
6–12 Jahre 13
3–6 Jahre 12
0–3 Jahre 7
(Keine Änderungen gegenüber der Vorwoche)
Treffen mit Asylkoordinator und Flüchtlingshilfe
Um halb 7 abends trafen sich acht Mitglieder des Ortschaftsrates mit dem Asylkoordinator Klaus Mück. Das Treffen war schon lange geplant und hatte nicht ansatzweise das Geheimnisvolle, was im Nachgang wieder einmal hineinorakelt wurde.
Und ein wenig hat es wohl auch die Zeit überholt, da ja bekanntermaßen das Einsiedler Lager in Bälde geschlossen wird.
Ein leitendes Mitglied der „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ war ebenso anwesend. Beide Gäste beantworteten Fragen der Ortschaftsräte.
Die Hauptbotschaft dieser Gespräche war wohl, dass die „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ mit Schließung der EAE ihre Tätigkeit einstellen wird. Es wird damit gerechnet, dass sich unter Umständen bereits in etwa zwei Wochen (also Mitte Oktober) keine Immigranten und Asylbewerber mehr in Einsiedel befinden.
28. September 2016
Demonstrationskundgebung mit Schweigemarsch

Flyer / Aushang 
Banner: »Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.« Friedrich Schiller
29. September 2016
Ein Jahr friedlicher Widerstand in Einsiedel
Wie wir dokumentiert haben, begann der Info-Stand am 1. Oktober 2015 seinen Widerstand. Heute nun ist der 365. Tag. Das „neue“ Jahr beginnt also morgen, am 30. September, da wir ein Schaltjahr haben.
Ein Jahr friedlicher Widerstand in Einsiedel – herzlichen Glückwunsch!

Der Info-Stand in seiner „Frühphase“ am 2. Oktober 2015 um 20:43 Uhr.
1. Oktober 2016
„Informationen aus Einsiedel“
Heute wurden im Ort die „Informationen aus Einsiedel“, Ausgabe September 2016, verteilt:
4. Oktober 2016
EAE Einsiedel: Übersicht Asylbewerber und Immigranten
Die tagesaktuellen Zahlen für die Belegung in der EAE Einsiedel.
Afghanistan 10
Albanien 5
Indien 8
Mazedonien 9
Russische Föderation 15
Serbien 16
Serbien-Montenegro 3
Serbien, Republik 15
Syrien, Arabische Republik 2
Total 83 (männlich 35, weiblich 48)
Davon Kinder
12–17 Jahre 10
6–12 Jahre 13
3–6 Jahre 12
0–3 Jahre 8
5. Oktober 2016
Demonstrationskundgebung mit Schweigemarsch

Flyer / Aushang 
Immer wieder Sachsen: Maststall für die angepassten Berufsempörten, die Gleichschrittspresse und die Konsensparteien.
Das Zusammentreffen heute unterschied sich beträchtlich von den Ereignissen vor genau einem Jahr, denn seinerzeit hieß es:


Am 5. Oktober 2015 war das Wetter viel besser, kein Vergleich mit dem verregneten Tag heute. 
Aber auch der Regen hält die Leute nicht vom Demonstrieren ab. (Fotos: Werner Reuter)
11. Oktober 2016
EAE Einsiedel: Übersicht Asylbewerber und Immigranten
Die tagesaktuellen Zahlen für die Belegung in der EAE Einsiedel.
Afghanistan 10
Albanien 5
Indien 4
Mazedonien 6
Russische Föderation 15
Serbien 2
Serbien, Republik 11
Syrien, Arabische Republik 2
Total 55 (männlich 24, weiblich 31)
Davon Kinder
12–17 Jahre 8
6–12 Jahre 11
3–6 Jahre 7
0–3 Jahre 6
12. Oktober 2016
Demonstrationskundgebung mit Schweigemarsch

Flyer / Aushang 
Das wöchentliche Banner …
13. Oktober 2016
Nach 283 Tagen …
… ist die Asylproblematik in Einsiedel offensichtlich vorerst vorbei.
Große Unruhe herrschte heute früh im Ort. Der Aufreger waren aufs Neue außergewöhnlich viele Polizeifahrzeuge („Sixpacks“), was schlagartig wilde Spekulationen nach sich zog.
Die Anton-Herrmann-Straße wurde kurzzeitig gesperrt und etwa um dreiviertel elf verließen in Abständen zwei große Busse mit den letzten verbliebenen 55 Immigranten und Asylbewerbern die Einsiedler Flur in Richtung Schneeberg. Sicher ist man dort schon ganz euphorisch. Den Polizeischutz erklären wir uns mit einigen syrischen VIP-Personen im Bus, vermutlich Trägern des Bundesverdienstkreuzes.
Der Freistaat hat sich die Polizeibegleitung einiges kosten lassen. Die „Sixpacks“ waren an strategisch ausgewählten Stellen im Ort verteilt, z. B. drei am Lager, einer noch darüber am Waldrand, zwei an der Schollstraße, drei am Beginn der Anton-Herrmann-Straße, einer am Rathaus … insgesamt wurden bis zu 12 Fahrzeuge gesehen. Dazu kommt noch ein weiteres Fahrzeug, wahrscheinlich Staatsschutz.
Die Stimmung des Personals im Lager ist ausgesprochen schlecht. DRK-Mitarbeitern, die im Lager beschäftigt sind, soll zum 31. Oktober gekündigt worden sein. Gleiches gilt scheinbar für den Wachschutz. Alle hatten sich Hoffnung auf eine Beschäftigung bis mindestens 2018 gemacht.
Die „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ stellt ihre Hilfsangebote ein (wir berichteten). Auch hörten nicht nur wir, dass einige Helferinnen Läuterung erfahren haben sollen, als Geldbörsen „unerklärlicherweise“ im Lager verschwanden. Nun, ob wahr oder nicht, an die große Glocke hängt es niemand, da ja die heile Welt der Bereicherung Risse bekäme.
Der kleine rote Bus der Sonderlinie 92 fährt noch bis Ende des Monats. Warum er im Ort „Orient-Express“ heißt, liegt wohl daran, dass er am Bahnhof hält und einige Meter neben den Schienen fährt. Hm, hüstel, nee, eine andere Erklärung gibt’s scheinbar wirklich nicht …
14. Oktober 2016
Treffen
Berichten zufolge trafen sich heute der Eigentümer der Anlage Dittersdorfer Weg 25, Vertreter der LDS und der Einsiedler Ortschaftsratsvorsitzende Falk Ulbrich (CDU) zu einem Gespräch für die zukünftige Nutzung des Areals.
15. Oktober 2016
Jubiläumsveranstaltung 365 Tage Infostand Einsiedel

Als voller Erfolg kann wohl die Jubiläumsveranstaltung des Info-Standes mit Unterstützung der Bürgerinitiative „Gemeinsam für Einsiedel“ gelten.
Am Nachmittag und Abend fand in der alten Turnhalle gegenüber dem Einsiedler Brauhaus die ausgesprochen zahlreich besuchte Veranstaltung statt (ca. 500 Personen nach Angaben der Organisatoren).
Vieles war seitens des Veranstalters aufgeboten worden, Höhepunkt des Abends war aber zweifelsohne der Auftritt des „1. Vogtländischen Schalmeienzuges Auerbach“.
Wir haben nachfolgend eine kleine Fotogalerie und einen kurzen Videoschnipsel eingefügt. Wer also noch einmal den äußerst unterhaltsamen Abend Revue passieren lassen will, bitte sehr:
19. Oktober 2016
Demonstrationskundgebung mit Schweigemarsch

26. Oktober 2016
Demonstrationskundgebung mit Schweigemarsch

31. Oktober 2016
Toresschluss

Nun ist das Lager schon reichlich zwei Wochen leergezogen und mit dem heutigen Tag endet jetzt auch „behördlich“ die Belegung.
Und auch wir beenden unsere Berichterstattung über die Einsiedler EAE. Vorerst jedenfalls.
Denn freilich gibt es die Liegenschaft weiter und wir wissen alle, dass diese noch einige Jahre vom Freistaat Sachsen angemietet ist.
Ob hier einmal private oder kommunale Ideen umgesetzt werden oder die große Weltpolitik erneut nach Einsiedel durchschlägt … wer weiß das schon?
Die asylkritischen Proteste sollen wohl weitergehen. Welche Dimensionen diese erreichen können, was für Menschenmassen mobilisiert werden können, haben wir alle erlebt …

6. November 2016
Leerstand
Dezember 2016 – Im Lager nichts Neues
Nachbrenner
Noch immer erreicht uns vereinzelt die eine oder andere Leserzuschrift bezüglich der Thematik. Beispielhaft wollen wir eine Mail veröffentlichen:
… ich habe gerade auf Ihrer Heimatwerk-Seite die letzten Ereignisse rund um die Asyl-Proteste gelesen. Die Geschehnisse habe ich seit Beginn der Proteste mit Interesse verfolgt und war, um mir nach einseitiger Berichterstattung in der FP ein eigenes Bild machen zu können, auch einige Male mittwochs in Einsiedel. Das, was Sie beschreiben, habe ich dort auch so erlebt. Man muss nicht in allen Punkten den Rednern zustimmen. Ich empfand deren Beiträge allerdings in den meisten Fällen als sachlich und zutreffend vorgetragen. Leider las sich das am nächsten Tag in der Presse oft ganz anders. Ich frage mich dann manchmal, was man wohl in 100 Jahren über diese/unsere Tage schreiben wird? Vielleicht wird dann auch unserer Generation einmal vorgeworfen, dass sie dem Treiben einer Minderheit tatenlos zusah, so, wie es unserer Großelterngeneration vorgehalten wurde.
Wir danken allen, die Fotos und Daten bereitgestellt haben!
Und freilich sind wir auch zukünftig auf Zuarbeit angewiesen und freuen uns über diese!














