Dittersdorfer Weg 25 – Januar bis September 2015

Banner gegen die geplante Erstaufnahmeeinrichtung in Einsiedel am 30. September 2015.
„NEIN ZUM HEIM!“ Banner gegen die in Bälde zu etablierende Erstaufnahmeeinrichtung an der Hauptstraße Ecke Harthauer Weg. Unzählige dieser Botschaften werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen. Foto vom 30. September 2015.

Bereits im Frühjahr 2015 wurden Gerüchte laut, dass die F+U Academy of Languages nicht in Fahrt kommt und sich die Eigentümer nach anderen Verwertungsmöglichkeiten umsehen.
Die Gründe dafür waren auch in den recht mäßigen Vergnügungsmöglichkeiten, die die Stadt Chemnitz in den Abend- und Nachtstunden bietet, zu suchen. Die F+U mit ihren vielen Standorten in Deutschland machte hier unter sich selbst eine eigene Konkurrenz.

Spätestens seit August 2015 wurde das gesamte Objekt zum (wohl vollkommen illusorischen) Preis von 8 Mio. EUR zum Verkauf angeboten.
Allerdings liefen bereits seit Mai 2015 erste Gespräche zwischen dem Freistaat Sachsen und den Eigentümern zwecks einer Unterbringung von Asylbewerbern. Hier muss man wissen, dass es sich bei den vom Freistaat betriebenen Anlagen immer um Erstaufnahmelager handelt, niemals um Wohnmöglichkeiten für anerkannte oder geduldete Asylanten.
Gerüchte zu diesen Plänen machten bereits im Sommer die Runde, wurden selbstverständlich dementiert und waren ebenso selbstverständlich nicht „totzubekommen“.

Direkte Nachfragen an die Pressestelle der Landesdirektion Sachsen brachten (die erwarteten) schwammigen Aussagen. Die folgende ist vom 15. September um 18:03 Uhr:

[…] zunächst einmal vielen Dank für Ihre Nachricht.
Gegenwärtig liegt der Landesdirektion Sachsen noch keine Entscheidung zu dem von Ihnen angesprochenen Standort vor.
Wir geben Ihre Bedenken[*] den Beteiligten zur Kenntnis, damit diese entsprechend in die Prüfung eingehen können.
Sobald eine Standortentscheidung getroffen wurde, informieren wir entsprechend aktiv und umgehend.

[*] Die vorgebrachten Bedenken sind real und lassen sich leicht nachvollziehen. Weniges lässt sich in kurzer Zeit beheben wie bauliche Mängel am Lager selbst.
Und keines der von so vielen Anwohnern vorgebrachten Argumente lässt sich mit den obligatorischen Totschlagfloskeln wie „Dunkeldeutschland“, „besorgte Bürger“ und „Nazi“ entkräften.

Über eine schmale Zufahrtsstraße, die am Lager als Sackgasse endet, müssen im Brandfall die Feuerwehren hoch und die Evakuierung heruntergeführt werden.
Die Feuerwehr selbst hat dann dort maximal 200.000 Liter Wasservorrat in einer Zisterne zur Verfügung, eine Menge, die in kurzer Zeit durchgepumpt ist.
Und dann? Dann muss das Wasser aus dem Ort hochgepumpt werden … freilich auch mit den Schläuchen über die schmale Straße.
Allgemein bekannt ist, dass das Lager von einem Angriff aus dem Wald heraus nicht geschützt werden kann. Und wie schnell Brände in diesen Lagern entstehen, finden wir tagtäglich in den Zeitungen. Gänzlich unerheblich ist dabei, ob politisch motiviert oder durch die obligatorischen Streitigkeiten in den Lagern selbst.

Am 16. September 2015

… brachten dann die Freie Presse, die Chemnitzer Morgenpost und einige Radiosender die Verlautbarung, dass die Gerüchte stimmen. Die beiden Zeitungen auch in einem größeren Artikel, nicht nur ein Schnipsel am Rande.

Der kurzen Kolumne eines Ronny Licht in der Chemnitzer Morgenpost vom 16. September 2015 kann beinahe zugestimmt werden, außer in einem Punkt: „Wer sich in Einsiedel umhört, erlebt zwei Stimmungswelten …“
Also eigentlich gibt es nur eine … die andere, die sich eigentlich gehört, haben Lügen, Falschinformationen und die Realität zerstört!

17. September 2015

Wie schon am Vortag ist auch an diesem Donnerstag in Einsiedel nur ein Thema vorhanden, welches ausgiebig diskutiert wird, aber eigentlich nie kontrovers, da die Meinung einhellig ist.
Überdeutlich tritt hier zutage, dass den Medien eigentlich keiner mehr traut. Der tagtäglich vorgesetzte Einheitsbrei scheint nicht mehr zu fruchten, Informationen, die über das Internet bezogen werden und das Lager betreffen, werden eifrig geteilt.
Während am Vormittag eine geordnete Führung noch nicht erkennbar war, hatten sich im Laufe des Nachmittags einige Leute gefunden, die an einer Privatadresse konstruktive Ansätze im Umgang mit der Situation austauschen wollten. Dies gewann innerhalb kürzester Zeit eine solche Dynamik, dass das Treffen aus Platzmangel in das Gartenheim Waldesrauschen verlegt wurde.

Der Einsiedler Ortschaftsrat, der sich im Rathaus inoffiziell vollständig zusammengefunden hatte, diskutierte die (kommenden) Ereignisse ausgiebig. Hier wurden unterschiedliche Meinungen zwischen „NEIN“ und „… damit werden wir uns wohl abfinden müssen“ deutlich.
Unmittelbar danach machten sich fünf Ortschaftsräte in das Waldesrauschen auf, um der Bürgerversammlung beizuwohnen. Fragen wurden vom Ortschaftsratsvorsitzenden Falk Ulbrich (CDU), soweit überhaupt möglich, beantwortet. Anwesend war hier auch die Landtagsabgeordnete Ines Saborowski-Richter (CDU), die seinerzeit diesen Wahlkreis gewonnen hatte. Auch sie beantwortete Fragen.
Erwähnenswert auch der Gedanke, das Grundstück in großer Gemeinschaft zu kaufen. Die Realitätsnähe beiseitegelassen, war das ganz sicher mal eine neue Idee!

18. September 2015

Geplantes Erstaufnahmelager für Asylbewerber – Streiche: „Geplantes“.

Das Kind ist in den Brunnen gefallen!
Anfang Oktober ist es wohl so weit, in Deutschland wird wieder einmal ein Lager belegt. Zahlen über die Belegungshöhe gibt es keine, was im Umkehrschluss nach Vierstelligkeit aussieht. Ein Shuttlebus soll die Asylbewerber tagtäglich zum Einsiedler Bahnhof und zurück bringen.
Vorher gibt es die obligatorische Einwohnerversammlung mit den obligatorischen Beruhigungspillen und den viel zu tiefen Zahlen und den viel zu kurzen Laufzeiten …

19. September 2015

Asylbewerber Erstaufnahmelager Chemnitz-Einsiedel

Um die 350 Menschen versammelten sich am Grillplatz an der Waldklause (Aufruf rechts). Drei Sprecher legten die Situation noch einmal ausführlich dar. Nach wie vor vorherrschend ist die Problematik des Brandschutzes und nicht vorhandener Rettungswege.

Stark in der Kritik steht auch der Freistaat mit seiner Ignoranz, welcher im Brandfall weder seine eigenen Bürger noch die Asylbewerber schützen kann. Die Bedenken der Feuerwehr(en) sind allen hinlänglich bekannt. Auch während der am Nachmittag und am …

20. September 2015

… stattfindenden Kirmes war kaum ein anderes Thema vernehmbar. Allerdings war es möglich, da so viele Einsiedler zusammenkamen, sich einmal einen Überblick zu verschaffen und sehr zeitnahe Maßnahmen zu koordinieren.

21. September 2015

Übereinstimmend wird uns berichtet, dass am Mittwoch, 23. September 2015, der Mietvertrag zwischen den Eigentümern des Objektes und dem Freistaat Sachsen unterschrieben wird. Die Laufzeit soll fünf Jahre betragen und in dieser Zeit sollen 6.000.000,00 EUR Miete gezahlt werden.
Macht also 100.000,00 EUR Miete im Monat, durchaus realistisch für ein Objekt dieser Größe.

Wissenswertes zur Objektauswahl

Es gibt 2015 in Sachsen eine Checkliste, anhand derer die Objektsuche durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilienmanagement (SIB) durchgeführt wird. In der zweiten Jahreshälfte durchkämmen 250 Mitarbeiter (von 1.100) des SIB den Freistaat auf der Suche nach geeigneten Objekten. Im September existieren 33 Erstaufnahmelager landesweit, die sich aber schwer händeln lassen, da sie teilweise zu klein sind. Ziel ist, die Erstaufnahmeobjekte auf 20 Standorte zu begrenzen.

Dafür müssen diese bestimmte Kriterien erfüllen:

Asylbewerber Erstaufnahmelager Chemnitz-Einsiedel
Am 21. September 2015 angemeldet …
  • mindestens 4000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, incl. Platz für Verwaltung und Versorgung
  • großes Grundstück von mindestens 20 000 Quadratmetern
  • Kapazität für mindestens 300 Menschen
  • Speisesaal oder großer Saal, der dafür geeignet wäre
  • Versammlungsstätte laut Bauordnungsrecht mit zwei Fluchttreppen
  • möglichst Anschluss an den Nahverkehr
  • möglichst nicht höher als sieben Geschosse
  • keine Einzelzimmer, dafür Rückzugsmöglichkeiten für Familien und spezielle Gruppen
  • Zaunanlage mit Wachgebäude für Zugangskontrolle
  • sofortige Verfügbarkeit
  • Flächen für Busse zur An- und Abreise sowie Nachbarschafts- und Lärmschutz

Und welches der Kriterien erfüllt das Objekt am Dittersdorfer Weg 25 nicht? Es erfüllt sie alle!

22. September 2015

Ortsbilder:

23. September 2015

Eine Bürgerinitiative hatte für 19.00 Uhr ein Treffen mit Marsch, die Anton-Herrmann-Straße hinauf und anschließender Kundgebung vor der F+U angemeldet. Die Teilnehmerzahl übertraf alle Erwartungen, auch wenn die Angaben darüber schwanken. Die Freie Presse meldet am Folgetag 700 Teilnehmer, über andere Quellen werden 1.000 publiziert.

Die Demonstration begann an der Kreuzung Anton-Herrmann-Straße Ecke Altenhainer Allee (nachfolgende Bilder). Hier versammelten sich die Teilnehmer, die zum Großteil, aber nicht nur, aus Einsiedel stammten. Es waren sämtliche Altersgruppen dabei, was zeigt, dass die Sorgen nicht nur „irgendwelche verdrehten Randgruppen“ betreffen.

Die Organisatoren hielten eine kurze Ansprache über den Ablauf und die Verhaltensregeln und teilten hier schon mit, dass weitere Aktionen dieser Art geplant seien.
Dann setzte sich der Zug in Bewegung, langsam, ruhig, und mit den unzähligen Gesprächen der Teilnehmer untereinander, die mit derartigem Zuspruch auch nicht gerechnet hatten.
Eine kurze Stauung gab es an der Einmündung zur Schollstraße, da diese wesentlich schmaler ist als die Anton-Herrmann-Straße. Freilich kann eine Menschenmenge diese Trichterwirkung ausgleichen und auch ein weiteres Hindernis wie den geparkten Lkw oben auf dem Dittersdorfer Weg umfließen. Aber Busse? Feuerwehrfahrzeuge? Rettungsdienst? Ganz sicher nicht!
Dass diese dann die Wege hier täglich befahren, zeigt uns die Anlage am Adalbert-Stifter-Weg, da muss man kein Prophet sein.

Oben am Objekt der F+U gab es dann eine kleine Kundgebung mit einem sogenannten „Offenen Mikrofon“ – jeder durfte also seine Meinung kundtun. Das wurde auch recht rege genutzt und man konnte sich ein Bild davon machen, dass die Bezeichnung „Besorgte Bürger“, die durch die Mainstreammedien so gern in Anführungszeichen gesetzt wird, um ihnen ein bestimmtes Stigma anzuhängen, mehr als gerechtfertigt ist!

In Erinnerung bleibt hier ein Vortrag, der sich detailliert mit dem Brandschutz im Objekt befasst. Viel wurde dazu öffentlich diskutiert, auch wir hatten bereits einige Details dazu veröffentlicht. Hier aber wurden dann noch ganz andere Daten vorgetragen. Von vielen Heizöl- und Flüssiggastanks, von Löschwasservorräten, die tagsüber als Brauchwasser im Lager genutzt werden und sich erst nachts wieder füllen. Von Hydranten im Objekt, die an einer Ringleitung angeschlossen sind, will heißen: Es ist nur einer nutzbar wegen des Wasserdrucks. Von Wassermengen und Wasserdruck, die die Feuerwehr zur Brandbekämpfung benötigt und die weder oben im Lager selbst noch durch Hochpumpen aus der Zwönitz zur Verfügung stehen. (Das Verlegen des Schlauches von der Zwönitz bis hoch ins Lager dauert ca. 45 Min.)

Gern wird jetzt hier vom Freistaat argumentiert, dass es all die Jahre auch ging. Und freilich wird unterschlagen, dass die Zeitspannen und Belegungsstärken andere waren und: dass die Zusammensetzung der Bewohner eine vollkommen andere war und ein Brandrisiko bei einer Belegung mit so vielen verschiedenen Ethnien viel höher ist, von politisch motivierten Anschlägen mal ganz abgesehen.

Kurz sprach auch Bürgermeister Miko Runkel (Dezernat 3 – Recht, Sicherheit und Umweltschutz), parteilos und Ex-OP-Kandidat DIE LINKE. Buhrufe seinetwegen waren unangemessen, nicht willkommen und wurden auch gleich unterbunden. Runkel führte aus, dass der Mietvertrag noch nicht unterzeichnet sei, was aber zu diesem Zeitpunkt keine Neuigkeit mehr war.

Auch der Stadtrat Chemnitz befasste sich mit dem geplanten Erstaufnahmelager, welches dann das Zweite in der Stadt wird.
Die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) erklärt hier, dass sie den Eigentümer gebeten hatte, mit der Vertragsunterzeichnung zu warten, bis alle Genehmigungen vorlägen. Mehrere Stadträte verschiedener Fraktionen äußerten sich ebenfalls dazu. Wir wollen das hier an dieser Stelle nicht vertiefen, sondern verweisen auf die Niederschrift der Stadtratssitzung.
Die (Mainstream‑)Medien hatten sich an diesem Tage auch recht rege mit der Sache befasst.

In der Chemnitzer Morgenpost finden wir einen Artikel über das Sicherheitsunternehmen Argus, das einen Millionenauftrag für das Objekt ablehnte, weil es dieses nicht schützen kann.

Asylbewerber Erstaufnahmelager Chemnitz-Einsiedel
Screenshot (Ausschnitt) der MDR-Website vom 23.09.2015

Die Freie Presse berichtet von geplanten 500 Flüchtlingen für das Lager in Einsiedel. Der Bauantrag des Eigentümers lautet 500 Plätze + 44 Reserveplätze. Die Erstaufnahme in Ebersdorf zeigt, dass solche Zahlen meist Makulatur sind, was aber selbstredend nicht in der Freien Presse erwähnt wird.

Das Paradestück der Mainstream-Medien lieferte dann der MDR mit einem Videoschnipsel von etwa 2 Min. ab. Hier wurde der alltägliche Standard abgespult und die Aussage des sächsischen Innenministers Markus Ulbig (CDU) war wie so viele seiner Aussagen in der letzten Zeit so realitätsnah wie die blaue Ersatzflüssigkeit bei der Werbung für Damenbinden.

24. September 2015

Asyl: Hunderte in Einsiedel auf der Straße

… so titelte die Freie Presse im Chemnitzer Lokalteil. Im Artikel wurde sie dann präziser: Rund 700 Menschen sollen an „einer der bislang größten asylkritischen Kundgebungen in Chemnitz“ teilgenommen haben.
Der Artikel selbst war recht neutral gehalten. Zwei nicht dem Zeitgeist entsprechende Losungen sollen gefallen sein, allerdings hat diese behaupteten Sprechchöre außer dem Journalisten offenbar niemand gehört. Weder Personen, die wir heute gesprochen haben noch wir persönlich, aber wer weiß, hundertprozentig ausschließen kann man es auch nicht. Immerhin gehen die Schätzung der Polizei und der Veranstalter von ca. 1.000 Personen aus. Wobei die Polizei das ganz sicher nicht öffentlich bestätigen wird …

Allerdings wird’s nun nicht mehr lange dauern, bis das Kampfblatt des Boulevardjournalismus die rechte Keule über Einsiedel schwingen wird. Und wir fürchten, dass es wohl untergeht, dass in Einsiedel so viele Jahre unzählige Studenten die F+U täglich besuchten, dass auf dem Plan seit Jahren die Euro-Pizza von Ausländern betrieben wird, dass seit Jahrzehnten hier Vietnamesen Gemüse und Blumen verkaufen … immer mit ausreichend Kundschaft und wie es so schön heißt: „voll integriert“!

Um 18:00 Uhr traf sich auch der Ortschaftsrat zu einer weiteren inoffiziellen Sitzung. Einigkeit? Au contraire! Während es bei der Zusammenkunft unter dem 17. September noch recht ruhig zuging, war diese Sitzung viel energiegeladener und teilweise hochemotional!
Trotzdem will der Ortschaftsratsvorsitzende Falk Ulbrich versuchen, eine Erklärung abzugeben, die möglichst alle, wenigstens aber die meisten anderen Ortschaftsratsmitglieder mittragen können.
Schon heute muss allen klar sein, dass ein bloßes „NEIN“ nichts nützt, sondern dass irgendeine sinnvolle Nutzung aufgezeigt werden muss. Die Vorstellungen sollten sich hier an einer ähnlichen Verwertung wie all die Jahre orientieren. Ganz sicher würden sich hier auch Lösungen finden, die allen halbwegs gerecht werden und die hoffentlich für den größten Teil aller Betroffenen akzeptabel sind.

25. September 2015

In der Freien Presse lesen wir heute, dass einige Anwohner gegen das Vorhaben des Freistaats klagen wollen. Das war nun keine neue Nachricht, die Pläne dazu gibt es schon mindestens eine Woche. Aber jetzt ist sie sozusagen öffentlich.

Bürgergespräch Jakobikirche Einsiedel 25.09.15

Und ebenfalls am heutigen Tag lud die Kirchgemeinde Einsiedel zu einem Bürgergespräch in die Einsiedler Jakobikirche ein. Geschätzte 150 Berbisdorfer und Einsiedler waren anwesend.
Es waren zu Gast: Jörg Dietrich, Leiter der Stabsstelle Asyl des Sächsischen Innenministeriums; Frank Heinrich, CDU und MdB für diesen Wahlkreis und Ines Saborowski-Richter (MdL/CDU).
Durch den Ortschaftsratsvorsitzenden Falk Ulbrich wurde ausgeführt, dass er am Nachmittag erfahren hat, dass der Mietvertrag definitiv unterschrieben sei. Es war also eine gänzlich andere Aussage als die von Bürgermeister Runkel und anderen Vertretern der Stadt Chemnitz zwei Tage zuvor.

Bürgerversammlung der Landesdirektion 30.09.2015

Für Mittwoch, 30.09.15, 17:00 Uhr (!), wurde dann auch offiziell durch die Landesdirektion in die Turnhalle der F+U zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
MdB Frank Heinrich (CDU) gab indirekt zu, dass die Bundesregierung überfordert sei, was freilich nichts Neues war und was so viele Bundesbürger in den Medien trotz geschönter Bilder und Aussagen und natürlich in der Realität erleben.
Saborowski-Richter kam gar nicht mehr zu Wort, kurz nach 21:30 Uhr wurde die Veranstaltung beendet.

26. September 2015

Eine kleine Gruppe trifft sich zu einem Erfahrungsaustausch am Nachmittag im Gartenheim Waldesrauschen. Angestrebt wird, die verschiedenen Aktivitäten, die von so vielen unterschiedlichen Engagierten kommen, zu bündeln.

27. September 2015

An diesem Sonntag haben wir einen Spaziergang gemacht und sind auch am ehemaligen Pionierlager vorbei gekommen.
Wir haben die Gelegenheit genutzt, um noch einige „Vorher-Fotos“ zu schießen. Da das nicht geplant war, wurden diese mit dem Mobiltelefon aufgenommen und nicht wie sonst bei uns üblich mit der Spiegelreflexkamera. Wir bitten die etwas geringere Qualität zu entschuldigen.

 

Screenshot (Ausschnitt) der MDR-Website vom 28.09.2015
Screenshot (Ausschnitt) der MDR-Website vom 28.09.2015

28. September 2015

Markus Ulbig (CDU), sächsischer Innenminister:

In dieser Woche wird Einsiedel bei Chemnitz ans Netz gehen. Dazu ist der Vertrag unterschrieben worden, die Vorbereitungen laufen.

Ergänzend dazu: Pressemitteilungen der Landesdirektion Sachsen (LDS)

[104/2015 – 28.09.2015]

Ehemaliges Ferienlager in Chemnitz-Einsiedel wird Notunterkunft für Asylbewerber

Das ehemalige Pionierferienlager „Palmiro Togliatti“ am Dittersdorfer Weg in Chemnitz-Einsiedel, das gegenwärtig der F+U Sachsen gGmbH noch als Aus- und Fortbildungszentrum dient, wird künftig durch die Landesdirektion Sachsen als interimsmäßige Unterbringungseinrichtung der für die Erstaufnahme von Asylsuchenden in Sachsen genutzt. Ein entsprechender Mietvertrag ist mittlerweile vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) für den Freistaat Sachsen mit dem Eigentümer der Immobilie abgeschlossen worden.

Maximal werden knapp 550 Asylbewerber in dieser Notunterkunft ein Quartier erhalten. Eine Belegung in diesem Umfang kann allerdings erst erfolgen, wenn Umbaumaßnahmen am Objekt durchgeführt worden sind. Den dazu erforderlichen Bauantrag hat der Eigentümer bereits gestellt.

Der Umfang der erforderlichen Baumaßnahmen wird sich im Detail erst aus der Baugenehmigung ergeben. Deshalb ist es gegenwärtig auch noch nicht möglich, einen Termin für die Vollbelegung der Einrichtung zu nennen. Abhängig von den Vorgaben des Brandschutzes ist jedoch parallel zu den Baumaßnahmen ab Mitte der ersten Oktoberdekade bereits eine Teilbelegung mit bis zu 150 Asylbewerbern möglich. Noch bis Anfang Oktober finden in der Einrichtung Bildungsveranstaltungen statt.

Am Unterbringungsort werden die erforderliche soziale und medizinische Betreuung, der Wachdienst sowie die Verpflegung für die neu ankommenden Asylbewerber vorbereitet.

Hintergrund der Notunterbringung in dem ehemaligen Pionierlager in Einsiedel ist der weiter starke Zustrom von Asylbewerbern nach Deutschland und damit auch nach Sachsen. Die verfügbaren Kapazitäten der sächsischen Erstaufnahmeeinrichtung sind inzwischen permanent und ohne nennenswerte Reserven ausgelastet. Zur Vermeidung von Obdachlosigkeit nimmt die Landesdirektion Sachsen daher auch die Unterbringungsmöglichkeit in Einsiedel in Anspruch.

In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres hat der Freistaat Sachsen mehr als 20.000 Asylbewerber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 6000. In den letzten Wochen hat sich die Dynamik des Zugangs noch einmal deutlich erhöht. Allein im August sind mehr als 5700 neue Asylbewerber nach Sachsen gekommen. Täglich erreichen derzeit zwischen 300 und 500 neue Asylbewerber den Freistaat. Die Erstaufnahmeeinrichtung ist momentan schon mit mehr als 12.000 Asylbewerbern belegt.

Für den Mittwoch dieser Woche plant die LDS in Einsiedel eine Informationsveranstaltung zur Nutzung des ehemaligen Pionierlagers für die Unterbringung von Asylbewerbern. Die Einladung dazu folgt in Kürze in einer Information in die Medien. Zusätzlich sind Aushänge vor Ort vorgesehen.

[105/2015 – 28.09.2015]

Landesdirektion lädt Einwohner von Einsiedel zu Informationsveranstaltung zur Erstunterbringung von Asylsuchenden ein

Die Landesdirektion Sachsen als Zentrale Ausländerbehörde des Freistaates Sachsen und Betreiberin der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber führt am Mittwoch, 30. September 2015, 17.00 Uhr, in der F+U Turnhalle (ehemaliges Pionierlager Einsiedel), Dittersdorfer Weg 25, 09123 Chemnitz-Einsiedel eine Informationsveranstaltung zur Nutzung des ehemaligen Pionierlagers für die Unterbringung von Asylbewerbern durch.

Vertreter der Landesdirektion Sachsen, der Stadt Chemnitz, der Polizeidirektion Chemnitz, des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement sowie des künftigen Betreibers werden über das Vorhaben der Erstunterbringung in Chemnitz-Einsiedel informieren und für Fragen der Anwohner zur Verfügung stehen.

29. September 2015

Aushang an der Anschlagtafel Kurt-Franke-Straße
Aushang an der Anschlagtafel Kurt-Franke-Straße

In den späten Abendstunden (oder den Morgenstunden des 30. September) wurden dann wieder neue Protestschilder und Banner im Ort befestigt.

Wir freuen uns, einige davon präsentieren zu können:

 

Demonstrationsaufruf 30. September 2015 Parkplatz Waldklause

30. September 2015

Heute war die Bürgerversammlung der Landesdirektion, die erwartungsgemäß ungeheuren Zuspruch hatte.
Dieser Veranstaltung haben wir eine eigene Seite gewidmet.

Um 19:00 Uhr begann die zweite Demonstration gegen das Erstaufnahmelager in Einsiedel unmittelbar vor der Turnhalle. Schon lange vorher hatten sich hier die Menschen versammelt und lauschten der Übertragung der Bürgerversammlung aus der Halle. Im Gegensatz zur Vorwoche, die mit etwa 700 Teilnehmern schon über den Erwartungen lag, können wir heute von über 1.000 Demonstranten berichten. Die Atmosphäre wird von der Polizei als „emotional und hitzig“ beschrieben, was wir für den Abschnitt nach 20:00 Uhr bestätigen können. Körperliche Auseinandersetzungen gab es wohl keine. Hoffen wir, dass das so bleibt.
Wir hören auch, dass die beiden Einsiedler Bürgerinitiativen „Einsiedel sagt NEIN zum Heim“ und „Gemeinsam für Einsiedel“ scheinbar zusammenarbeiten.

Wie uns weiter berichtet wird, wurde in den späten Abendstunden des 30. September in Höhe des Gymnasiums ein Banner angebracht: „Bemühen um nachbarschaftliche Zusammenarbeit anstatt Panik“. Zum Fotografieren blieb keine Zeit, es wurde im Laufe des 1. Oktobers wieder entfernt. (In den Morgenstunden war es aber noch da.)


Wir danken allen, die Fotos und Daten bereitgestellt haben!
Und freilich sind wir auch zukünftig auf Zuarbeit angewiesen und freuen uns über diese!


Straßenschild Dittersdorfer Weg Einsiedel

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