Asylbewerber und Immigranten: Das Erstaufnahmelager Chemnitz-Einsiedel

1. März 2016
Ab 16:00 Uhr fand im Einsiedler Rathaus wieder die Einwohnerfragestunde mit einigen Ortschaftsräten statt. Nur ein Bürger war erschienen.
Die aktuelle Belegung im Lager beträgt 146 Asylbewerber, das Minus von einer Person gegenüber der Vorwoche „ist nicht erklärbar“.
So, … mit dieser Einleitung begann wie jeden Mittwoch und wie immer um 10 Minuten verspätet die eigentlich für 19:00 Uhr vor dem Rathaus angesetzte Kundgebung mit Schweigemarsch.
3 °C und trockenes Wetter ließen trotzdem viele zu Hause bleiben, die Anzahl der Teilnehmer war gegenüber der Vorwoche gesunken. Vielleicht lag es auch daran, dass viele als Garderobe gerne die bekannten Warnwesten getragen hätten, die waren aber diese Woche wieder verboten.
Der erste Redner vom Info-Stand schildert dann unter anderem die unzumutbaren Zustände in der Chemnitzer Innenstadt (Zentralhaltestelle). Lachen bei Zuhörern, als er den Vorschlag der Grünen Stadträtin Petra Zais (auch MdL), mehr Streetworker als Lösung des Problems einzusetzen, nannte. Regelrecht Jubel und Beifall waren zu hören, als er den heutigen Rücktritt des Grünen Volker Beck wegen Drogenfundes erwähnte. Man muss sich schon wundern, was der Pädophilen-Verharmloser und Homosexuellen-Lobbyist für eine „Fangemeinde“ hier im Ort hat. Tja, Volker Beck, von einem hohen Ross fällt es sich besonders hart.
Redner zwei von der Bürgerinitiative „GEMEINSAM für Einsiedel“ trug hauptsächlich zur Bundes- und Europapolitik der letzten Woche vor, Schwerpunkte waren Asyl und TTIP.
Wie wir in Gesprächen am Rande bemerken, vermissten viele Zuhörer insbesondere Informationen zu Einsiedel, vorrangig zum Info-Stand (Wo ist er?).
Gibt es eventuell Erkenntnisse vom Fackelmarsch vom letzten Samstag? Wobei man sich zu diesem Punkt freilich nichts aus den Fingern saugen kann. Vermutlich werden in dieser Sache auch keine Erkenntnisse mehr nachkommen und selbige ein weiterer Zähler in der Statistik „des braunen Sachsen“ bleiben. Auch wenn es vielleicht ein ganz anderes politisches Lager war. Auf alle Fälle bleibt es wohl spekulativ.
Redner 1 kündigte dann ergänzend einen Sprecher an, welcher nach dem Schweigemarsch noch aktuell von der heutigen Stadtratssitzung (Haushaltsdebatte) unterrichten würde.

Die Freie Presse zählt 300 …

… wir multiplizieren mit wenigstens 2,33. (Fotos: Werner Reuter)

Wie immer von großem Interesse und ein beliebtes Fotomotiv … 
… ist das aktuelle Banner an der Kreuzung Hauptstraße Ecke Neue Straße. Die Arbeit der Ersteller scheint nicht umsonst …
Nachdem der Schweigemarsch mit Schwund wieder vorm Rathaus angelangt war, gab nun wie vor Marschbeginn angekündigt ein Sprecher von „Tradition und Heimat“ noch einmal ein kurzes Resümee seiner Eindrücke von der Stadtratssitzung. Auf alle Fälle stellte er fest, dass „die da hinten“ (zeigt zum Rathaus, meint den Ortschaftsrat) und „die da drinnen“ (meint den Stadtrat) sich nicht ansatzweise um die Probleme der Bürgerschaft kümmern. Er steigert sich hinein und wir, liebe Leser, wir brechen jetzt hier ab. Kritik ist bei dieser Politik immer berechtigt und selbstverständlich angebracht. Wenn aber Ansprachen wie die letzte heute Abend das neue Niveau der Reden in Einsiedel werden und wir durch die Berichterstattung über solche Beiträge einen Ausblick auf die Folgewoche geben, dann kommen wohl nächstes Mal wieder weniger Leute.
Die Veranstaltung heute endete um 20:24 Uhr.
Aber wo wird die Einsiedler Protestbewegung in ihrer Gesamtheit enden?
3. März 2016

Mit „Asylkritiker: Drei Proteste in drei Stunden“ gab es heute in der Freien Presse wieder mal eine Berichterstattung. Also eigentlich sogar zwei.
Von Michael Müller lesen wir einen kurzen Bericht „Einsiedel: Ermittlungen nach Vorfall mit Fackeln“. War vermutlich ein Lückenfüller. Unterm Strich stand dort: Die Polizei weiß nichts. Und wir, die Freie Presse, wissen auch nichts!
Umfangreicher war dann der oben erwähnte Artikel, der auch von Michael Müller und Michael Brandenburg stammen soll. Man merkt aber sofort, dass der Einsiedel betreffende Abschnitt keinesfalls von Müller war. Hier lesen wir eine recht realitätsnahe Abhandlung der Redebeiträge des gestrigen Abends. Zwar ohne die Namen der Grünen Beck und Zais zu erwähnen, ansonsten wurde hier aber stichpunktartig das Wichtigste wiedergegeben. Bei der Teilnehmerzahl (300!) lief der Reporter (vermutlich Swen Uhlig) dann aber aus der Spur. So heroisch wie die 300 im Film liefen aber die 700 in der Realität auf alle Fälle!
In dieser Woche wurde ein Garten in der Sparte „Waldblick Einsiedel e. V.“ am Dittersdorfer Weg gepachtet. Muss bestimmt furchtbar wichtig sein, wenn es hier erscheint, sagen jetzt sicher einige.
Nun, ob furchtbar wichtig, wissen wir nicht. Was wir aber wissen, ist die Tatsache, dass es viele interessiert, ob, wie mehrfach (auch von uns) angekündigt, nun Mitglieder des Info-Stands hier oben am Dittersdorfer Weg, genau gegenüber dem Lager, einen Garten pachten.
Wie wir erfahren, wurde von einer Person nunmehr privat ein Gartengrundstück übernommen.
Die nachfolgenden Bilder sind uns heute übermittelt worden. Sie zeigen, dass es hier oben nun wirklich losgeht. Wir vermuten auch, dass weitere Details auf der Demo am 9. März bekannt gegeben werden.

Sparte „Waldblick“, Gang Nr. 2 
Der Ausblick von hier oben war schon immer prima … nach allen Seiten.
6. März 2016
Heute fanden wieder viele Einsiedler die Ausgabe 2 der „Informationen aus Einsiedel“ in ihrem Briefkasten.
Ab 16:00 Uhr fand wie jeden Dienstag die Bürgersprechstunde im Einsiedler Rathaus statt. Insgesamt nutzten das heute sechs Einwohner in drei Blöcken. Drei junge Frauen, ein Mitglied der BI, ein Ehepaar.
Die aktuelle Belegung im Lager beträgt derzeit 140 Personen, eine Asylbewerberfamilie wurde verlegt.
9. März 2016
In den Morgenstunden verließ ein halb voller Bus das Lager, schätzungsweise 20 bis 25 Personen. Jeder große Bus, der die Anton-Herrmann-Straße befährt, löst in Einsiedel eine gewisse Betriebsamkeit aus, schlagartig setzt ein internes Meldesystem ein.
Letztlich war es vermutlich so, dass die Asylbewerber wegen behördlichen Handlungsbedarfs in die Ämter nach Chemnitz gefahren wurden. Nach 17:30 Uhr waren sie mit einem anderen Bus wieder zurück. Wie eine Perlenkette zog dieser Abendbus einige Pkw hinter sich her, Einsiedler und einen freien Pressefotografen, der sicher auf ein Geschäft mit Fotos gehofft hatte.

Demo mit Schweigemarsch
2 °C zeigt uns das Thermometer, als wir zehn vor sieben Richtung Rathaus schlendern. Schon von weitem hört man Musik: „Die Gedanken sind“ und das „Deutschlandlied“, dann erreichen wir mit vielen anderen den obligatorischen Treffpunkt. Aber es kommen noch mehr …
Dann beginnt (selbstverständlich nicht um 19:00 Uhr, aber auch nicht um 19:10 Uhr) um 19:04 Uhr der Sprecher vom Infostand mit dem bekannten „So, …“ die Veranstaltung.
Er begrüßt neben den Zuhörern auch zwei Vertreter der Presse. Sehr wahrscheinlich waren diese von der Rheinischen Post, wir dürfen also auf die obligatorische schlechte Presse gespannt sein. Während der Veranstaltung sah es für die beiden mit Interviewpartnern recht dünn aus, wir wissen aber nicht, was am Rande geschah. Auf alle Fälle können wir garantieren, dass, falls sich doch ein „Asylkritiker“ zum Gespräch bereitgefunden hat, er es sicher später bereuen wird.
Der Sprecher vom Info-Stand sprach einige Sätze zur Politik der vergangenen Woche. Vor allem die megapeinlichen Einzelklatscheinlagen von Maas´ Pressesprecher in der Sendung bei Anne Will wurden noch einmal genannt und sorgen auch jetzt wieder für Heiterkeit. Wir merken: Über irgendjemanden aus der SPD gibt es in Einsiedel immer was zu berichten. Vom Chef bis zu den WasserträgerInnen …
Dann wurde noch einmal vom Garten in der Sparte „Waldblick“ berichtet. Vom Arbeitseinsatz letzter Woche (wir berichteten) und von ersten Provokationen seitens der Wachleute.
Wir waren eher da!
Diese Aussage war interessant und meint, dass die Sparte bzw. die Gärten dort oben bereits vor dem Lager bestanden haben. Und aus Historikersicht können wir bestätigen: Diese Aussage ist auf alle Fälle richtig!
Der nächste Sprecher war von der Bürgerinitiative in Niederdorf, er sprach nicht zum ersten Mal hier in Einsiedel. Das aber dann ganz locker, im breiten Sächsisch, ohne Manuskript. Es gab viel Gelächter, viel Beifall.
In Erinnerung bleibt wohl folgender Satz (sinngemäß): Gefährlich sind nicht eventuelle Gegendemonstranten, die machen wenigstens was, aus deren Sicht wohl auch das Richtige. Gefährlich ist die breite Masse, die faul und selbstzufrieden daheim auf dem Sofa sitzt.
Am Schluss berichtet noch eine Sprecherin von „Tradition und Heimat“ von deren Demonstration vor dem Chemnitzer Rathaus während der Stadtratssitzung letzter Woche.
Später setzte sich der Schweigemarsch auf bekannter Strecke in Bewegung. Bei der Rückkehr hören die Teilnehmer am Rathaus das wohl bekannteste Anton-Günther-Lied: „Deitsch on frei wolln mer sei!“
Um 20:15 Uhr endete die Veranstaltung, wir verlegen nach Hause. 3 °C zeigt uns jetzt das Thermometer, es wird „heißer“ in Deutschland …
Auch wie bisher jeden Mittwoch, wenn im Ort ein Schweigemarsch stattfindet, traf sich in der Parentationshalle (Friedhofskirche) der „Kirchenkreises Asyl“ (Name von uns) zum Gebet, also heute zum 23. Mal.
Meist sind es acht bis zehn Leute, die sich dort zusammenfinden, manchmal auch 12.
10. März 2016
Ortsbilder, so gesehen gestern Abend während des Schweigemarsches im Kreuzungsbereich Einsiedler Neue Straße Ecke Hauptstraße.
Heute gab es wieder eine Begegnungsveranstaltung Flüchtlingshilfe – Asylbewerber, ähnlich der unter dem 27. Februar (wir berichteten). Wie immer ist der Informationsfluss dünn. Wie wir jedoch aus anderer Quelle erfahren, sollen dieses Mal um die 120 Personen teilgenommen haben, also deutlich weniger als vor 14 Tagen (knapp 200).
14. März 2016
Ebenso schlecht wie die „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ tragen die Organisatoren der mittwöchlichen Schweigemärsche derzeit ihre Veranstaltungen an die Öffentlichkeit, was bei Letztgenannten sehr verwunderlich ist. Kein Flyer in den Briefkästen, kein Aushang an den Anschlagtafeln, bisher keine Bekanntmachung bei Facebook (14. März, 19:15 Uhr).
Dass wohl doch die obligatorische Veranstaltung stattfindet, lasen wir in den „Informationen aus Einsiedel“ unter dem 6. März, wir gehen davon aus, dass die Sache nicht abgeblasen ist.
Nachbrenner: In den Morgenstunden des 15. März wurde dann ein Flyer für die Veranstaltung auf Facebook veröffentlicht und bis zum Abend mehrfach geteilt.
Ab 16:00 Uhr fand heute wieder die Bürgersprechstunde im Rathaus statt. Zwei Bürger waren erschienen. Die aktuelle Belegungszahl konnte heute trotz Anrufen im Lager nicht festgestellt werden.
Heute konnte wegen einer betrieblichen Veranstaltung leider niemand vom Heimatwerk Einsiedel an der Demo teilnehmen.
Angesichts dessen veröffentlichen wir nachfolgend mit freundlicher Genehmigung den Bericht der Bürgerinitiative „GEMEINSAM für Einsiedel“:
BI – Einsiedler Tagebuch heute, 16.03.2016
Belegung Tag 72
Mittwochsdemo – heute die 25.
Bei verträglichen Temperaturen heute gefühlt unwesentlich weniger Teilnehmer als in der Vorwoche. Am heutigen Abend konnten wir zwei brillante Reden hören. Themen waren hierbei u.a. das Wahldebakel vom vergangenen Wochenende in Verbindung mit der Uneinsichtigkeit und dem Hochmut der Verlierer, das Debakel von Köln, wo man statt Verantwortliche für das Zustandekommen der Unruhen in der Sylvesternacht zu suchen, Polizisten verfolgt, die die Wahrheit ans Tageslicht bringen, die Unwilligkeit der LDS mit der Einsiedler Bürgerschaft zusammenzuarbeiten oder wenigstens deren Fragen zu beantworten und letztlich die Ungeheurlichkeit der Tatsache, dass eine Einsiedler Bürgerin, die couragiert gegen die Verleumdungen und Beschimpfungen im Dezember des vergangenen Jahres (SPD Parteitag -ihr erinnert euch) in die Öffentlichkeit gegangen ist, von Frau ………….. angezeigt wurde. [sic]

(Foto: WS) 
(Foto: WS) 
(Foto: Werner Reuter)

(Foto: WS) 
(Foto: Werner Reuter) 
(Foto: Werner Reuter)

Heute erhielten viele Einsiedler die mittlerweile dritte Ausgabe der „Informationen aus Einsiedel“ kostenlos in ihre Briefkästen zugestellt.
22. März 2016
Am heutigen Dienstag fand keine Bürgersprechstunde statt. Dafür ist am nächsten Dienstag (29. März) eine Sprechstunde in größerem Rahmen geplant.
Die aktuelle Belegung im Lager beträgt 124 Asylbewerber, davon sind 54 Kinder.
Um 19:00 Uhr war Ortschaftsratssitzung.

Flyer 
Auf dem Weg zur Kundgebung …
19:09 Uhr, 5 °C: „Guten Abend!“
Heute beginnt die Kundgebung wie immer verspätet, aber nicht mit „So, …“ 😉
Gleich zu Beginn informiert der Sprecher die Teilnehmer, dass heute vor genau einem halben Jahr (23. September 2015) die erste angemeldete Demo in Einsiedel stattfand und diese damals bezüglich der Teilnehmerzahl alle Erwartungen übertroffen hatte.


Heute, so führte er aus, wäre es die 26. Protestveranstaltung dieser Art hier im Ort. Er erwähnt die Steine, die seitens der Behörde immer mal wieder in den Weg gelegt werden (immer neue Auflagen, Verbot von Bannern an städtischer Infrastruktur und im Zuge dessen das Messen mit zweierlei Maß: „Refugees welcome“-Schilder würden in der Stadt toleriert (Anmerkung: In Einsiedel gibt es keine), Verbot der Warnwesten und, und, und. Er sagte aber auch, dass dies die Anmelder nie dazu verleitet habe, auch nur eine dieser Veranstaltungen abzusagen. Viel Beifall!
Der zweite Sprecher stellte sich als „Der Lange“ von der Bürgerinitiative „Roßwein wehrt sich gegen Politikversagen“ vor. Er sagt, dass er beeindruckt sei, so viele Einsiedler hier an dieser Stelle zu sehen und zieht Vergleiche zu Kundgebungen von „Heimat und Tradition“, denen kein so zahlreiches Publikum beiwohne.

„Der Lange“ spricht … 
(Fotos: WS)
„Der Lange“ hat eine harte Aussprache, man würde ihn wohl auch ohne Mikrofon verstehen. Und der Lange spricht lange, eine halbe Stunde. In Erinnerung bleiben Passagen vom Führungspersonal der „Grünen“, wie man ohne Abschlüsse in der bundesdeutschen Politik trotzdem etwas werden kann – entsprechendes Parteibuch vorausgesetzt. Er nennt Göring-Eckardt, Beck und den Fischer Jockel. Ob Schule, Studium oder Lehre – abgebrochen. Dann fällt der Name Claudia Roth – schallendes Gelächter im Publikum. Auch die äußerst umstrittene LINKEN-Politikerin Juliane Nagel wird erwähnt, mit Einträgen in Internetforen, die sie als Antworten auf Anfragen beantwortet haben soll. Sie hätte sich ihr Wissen aus Büchern abgelesen. Und wieder schallendes Gelächter.
„Der Lange“ erkennt tatsächlich einen Fachkräftemangel in Deutschland! Bei hochqualifizierten Politikern!
Er zieht Vergleiche zu den derzeitigen Spitzenpolitikern in Ungarn, Polen, der Tschechei und der Slowakei und wie diese mit der Flüchtlingskrise umgingen. Wie diese ihren Staat protegierten.
1989 seien viele Ostdeutsche auf die Straße gegangen, aber sie hätten es nicht beendet. Mittlerweile scheint es so, als habe die BRD die Ideologie der DDR übernommen. Meinungsfreiheit ist heute bedrohter denn je! Viel, viel Beifall.

Schweigemarsch in Einsiedel … 
… am 23. März 2016.
19:55 Uhr war es schließlich, als Redner eins sich mit „So, …“ 😉 noch einmal kurz zu Wort meldete, sich der Schweigemarsch formierte und in Bewegung setzte. Als dieser wieder mit den hohen „Personalverlusten“ am Rathaus eintraf, zeigte uns die Uhr dort 20:30 Uhr – die Veranstaltung ist beendet.

20:30 Uhr, die Banner werden eingerollt. 
Viele treffen sich noch zur Demo-Nachlese. (Fotos: WS)
24. März 2016
Heimatwerks ganz kurze Demo-Nachlese:
Trotz aller Todsagungen und Todschweigungen zeigt sich doch in der Wirklichkeit ein gänzlich anderes Bild der mittwöchlichen Schweigemärsche.
Es liegt in der Natur der Sache, dass die angegebenen, gesehenen, gezählten, gewünschten, verwünschten und realistischen Zahlen über die Teilnehmer weit, weit auseinandergehen.

Die Einsiedler Demo-Teilnehmer: Wie die Presse die Anzahl sieht … 
… wie die Realität ausschaut.

Die „Flüchtlingshilfe Einsiedel“, über deren Aktivität nur wenige Informationen nach außen dringen, hat sich nun doch etwas geöffnet. Normalerweise wird die Außenwirkung über Facebook-Posts wie diesen vom 22. März übermittelt:
Wir werden immer wieder ermutigt, über unsere Arbeit zu informieren. Dies möchten wir hiermit tun: Wir.Helfen.Punkt.
Sprüche wie dieser gelten vielleicht im eigenen Umfeld als „megacool“, für Außenstehende wirken sie wie die Trotzreaktion eines kleinen Kindes: „Ich spiel’ nicht mit dir, du bist böse!“ Ob der Schreiber nach dem „Punkt setzen“ dann noch die Arme verschränkt und mit dem Fuß aufgestampft hat, wissen wir nicht.
Aber, wie geschrieben, hat die ständig und überall propagierte Toleranz und Offenheit wohl dazu geführt, dass wir dieses Mal im Gemeindebrief der Kirchgemeinden Einsiedel und Reichenhain vom April/Mai 2016 auf Seite 9 ein kurzes Interview mit Klaus Mück lesen.
Mück ist seit diesem Monat hauptamtlich bei der Flüchtlingshilfe Einsiedel angestellt, 90 Prozent seines Gehaltes werden von der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank finanziert, die restlichen zehn Prozent bringt ein Förderverein auf.
26. März 2016 (Karsamstag)
Einige zeigen den Hitlergruß
Für 17,50 EUR Zwangsbeitrag im Monat bekommt jede deutsche Wohnung heute wieder einmal einen ZDF-Premium-Bericht (ehemals eingebundenes Video anbieterseitig nicht mehr verfügbar) über Chemnitz und Einsiedel zu sehen.
27. März 2016 (Ostersonntag)
Während heute Christen in aller Welt die Auferstehung von Jesus Christus feiern, hat es auch im weltlichen Teil der Ortschaft Einsiedel eine Auferstehung gegeben. Am heutigen Nachmittag war der Info-Stand von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr vor dem Einsiedler Rathaus aufgebaut.
Wie wir erfahren, sollen derartige Aktionen nun wieder öfter stattfinden. Da die „Propagandamaschinerie“ von dieser Seite aus wesentlich besser läuft als bei der „Flüchtlingshilfe Einsiedel“, gehen wir davon aus, dass wir hier immer mal wieder berichten können.


Im Umfeld unseres Osterspaziergangs kamen wir dann bei der Sonderbushaltestelle der Linie 92 am Einsiedler Bahnhof vorbei. Und erinnern uns an vorgetragene Ermahnungen seitens des Ordnungsamtes gegenüber den Organisatoren der wöchentlichen Schweigemärsche letzten Mittwoch. Dort wurde eine Verschmutzung des Rathaus-Außenbereichs nach den Kundgebungen bemängelt. Vielleicht lohnt es sich für den Kommunalangestellten, mal noch die paar Schritte weiterzugehen und einen Papierkorb mitzunehmen. Nicht, dass hier der Verdacht aufkommt, es würde mit zweierlei Maß gemessen.


29. März 2016
Zur Bürgersprechstunde waren heute auch Vertreter von der Landesdirektion Sachsen und vom DRK im Einsiedler Rathaus.
Die aktuelle Belegung im Lager beträgt wie in der Vorwoche 124 Asylbewerber.

Wie seit einem halben Jahr an jedem Mittwoch gab es auch heute wieder eine Protestkundgebung mit anschließendem Schweigemarsch.

Die Zeitumstellung bringt die Mittwochsdemo ans Tageslicht.
… schreibt die BI „GEMEINSAM für Einsiedel“ heute als Demo-Nachlese auf ihrer Facebook-Seite.
Ja, das stimmt, aus naturwissenschaftlicher Sicht wirkte die Veranstaltung heute doch etwas anders. Viel heller, wie wir meinen möchten! Wir erinnern uns an den Beginn der Schweigemärsche am 23. September 2015. Zum Treffen um 19:00 Uhr war es seinerzeit auch noch hell, aber schon bei der Abschlusskundgebung (damals noch oben am unbelegten Lager) brach die Dunkelheit herein. Und dann war es fortan so, dass sämtliche Veranstaltungen im Dunklen stattfanden – Winterhalbjahr eben.

Ansonsten gab es heute wieder die bekannte Veranstaltung, die mit „Hallo Einsiedel!“ durch den Redner des Info-Standes startete. (Selbstverständlich wie immer verspätet.)
In seinem Beitrag ging es vor allem um „Ortspolitik“: Falschdarstellungen, Lügen, Beleidigungen. Gemäß dem Vortrag sollen nun auch Anzeigen erstattet werden.
Der zweite Redner von der Bürgerinitiative holt dann weiter aus, sein Beitrag umfasst die Themen Bundes- und Europapolitik, war wie immer sauber ausformuliert und kurzweilig vorgetragen.
Die Rathausuhr hinkte der aktuellen Zeit eine Stunde hinterher, als sich um 19:45 Uhr der Schweigemarsch formierte. Viele schwarz-rot-goldene Fahnen sah man heute, als sich der Protestzug in Bewegung setzte.

(Foto: Werner Reuter) 
(Foto: Werner Reuter)
Und für den Hundertjährigen Kalender: Bedeckter Himmel, aber trocken, 8 °C.
Wir danken allen, die Fotos und Daten bereitgestellt haben!
Und freilich sind wir auch zukünftig auf Zuarbeit angewiesen und freuen uns über diese!
















