Ein kleiner Prolog
Der August-Bebel-Platz wurde Mitte der 1920er Jahre durch die zwei Einsiedler Firmen errichtet: der Gärtnerei Otto Schwarz und dem Gartenbaubetrieb Moritz Womacka, beide ansässig auf der Feldstraße 3 (heute Gärtnereiweg).

Die Luftbildaufnahme oben ist um 1927 entstanden. Wie wir sehen, sind West- und Ostseite des Platzes noch völlig unbebaut, was sich aber zeitnah ändern wird.
In der linken unteren Ecke erkennen wir das Gebäude Seydelstraße 1. Es wird den Zweiten Weltkrieg nicht überleben und auch 2026 noch findet sich an dieser Stelle eine nahezu unbebaute Fläche, die als Parkplatz genutzt wird.

Der August-Bebel-Platz als Postkartenmotiv um 1930.
(Vorlage: Jürgen Krauß)
Links am Platz vorbeiführend die Reichsstraße.
Eine seinerzeit starke SPD im Einsiedler Gemeinderat setzte damals den Namen „August Bebel“ durch. Und so hieß der Platz dann …

… bis zum 1. Mai 1933. Nun heißt diese Stelle Adolf-Hitler-Platz, man betrachte die fast(!) gleiche Aufnahme.
Eine politisch legal tätige SPD gibt es seit 1933 weder in Einsiedel noch sonst an einem anderen Ort im Deutschen Reich.
Links vorbeiführend auch nicht mehr die Reichsstraße, sondern die Hans-Schemm-Straße.
Bei der Karte wurden also lediglich der Himmel und die Bildunterschrift verändert. Sie lief postalisch 1941, ist aber schon deutlich früher nachgewiesen.

Erster Mai 1933, „Tag der nationalen Arbeit“. An diesem Tag erfolgte in feierlicher Form die Umbenennung des „August-Bebel-Platzes“ in „Adolf-Hitler-Platz“.
Das Foto nebenstehende stammt vermutlich von diesem 1. Mai oder wurde 11 Tage früher, bei der Pflanzung der „Adolf-Hitler-Eiche“ am 20. April, aufgenommen.
Belegt ist allerdings eindeutig, dass der Platz am 1. Mai 1933 umbenannt wurde.
(Foto: Ingobert Rost)
An diesem grauen Frühlingstag herrschte Zuversicht bei den Menschen in Einsiedel. Eine neue, mit radikalen Methoden vorgehende Partei regierte das Reich und versprach bessere Zeiten. Die nach langer Zeit (Weltwirtschaftskrise) auch sukzessive spürbaren wirtschaftlichen Aufschwünge brachten bessere Lebensbedingungen für viele Deutsche in den Vorkriegsjahren. Das Ende dieser unheilvollen Ära war bekanntlich dann doch ein ganz anderes …

… denn keine zwölf Jahre später lag nicht nur der Adolf-Hitler-Platz in Trümmern.
Die Rückbenennung in August-Bebel-Platz erfolgte noch 1945.
(Foto: Ingobert Rost)

Die vier großen Gebäude rings um den August-Bebel-Platz trugen sämtlich bei den anglo-amerikanischen Bombenangriffen 1945 starke Schäden davon.
Drei wurden wiedererrichtet und wir haben dazu teilweise auch separate Seiten erstellt.
Luftbildaufnahme Mitte der 1990er Jahre.

Am 20. Juli 2005 zeigt sich uns der August-Bebel-Platz mit starkem Bewuchs.
Nunmehr führt links vorbei die Einsiedler Neue Straße (ex Hans-Schemm-Straße, ex Reichsstraße).
Für den Gedenkstein „Ewige Mahner“ in der Bildmitte gibt es eine umfassende Seite.

Diese Seite wurde aus der Ursprungsversion 2004, die seinerzeit mit einer speziellen Software (NetObjects Fusion) gestaltet worden war, fast identisch übernommen. Es kann hierbei manchmal zu Darstellungsproblemen kommen, in erster Linie deshalb, weil die eingefügten Bilder kleiner sind als die Aufnahmen, die wir seit dem Wechsel des Layouts bei allen neueren Seiten einfügen.
Die textlichen Inhalte stellen den Stand unserer Veröffentlichung zu diesem Grundstück dar, wie er in der Version 2004 publiziert war. In vielen Fällen liegen im Archiv ergänzende Daten und/oder Belege vor.



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