Asylbewerber und Immigranten: Das Erstaufnahmelager Chemnitz-Einsiedel

1. Januar 2016
Ein neues Jahr, was wird es uns bringen? Wie wird sich der Ort verändern?
Wir wissen es nicht und hoffen selbstverständlich das Beste!
Und natürlich wünschen wir all unseren Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Auch 2016 sollen die Informationen über das zukünftige Erstaufnahmelager am Dittersdorfer Weg 25 weitergehen. Wir wollen versuchen, die bekannte Berichterstattung mindestens bis zum Erstbezug in der gleichen Qualität und Quantität aufrechtzuerhalten, auch wenn dies große Ressourcen („Manpower“) verschlingt. Vor allem leiden darunter die nun schon über zehn Jahre hier publizierten Berichte und Informationen zur Berbisdorfer und Einsiedler Heimatgeschichte. Was ja der eigentliche Zweck des Heimatwerkes Einsiedel ist.
Andererseits sehen wir natürlich im Hintergrund die für eine Website wie diese äußerst beachtlichen Zugriffszahlen und noch vielmehr den Zuspruch, den wir im persönlichen Gespräch erhalten. Hier im Ort können wir damit auf alle Fälle zur Meinungsbildung beitragen. Und im Gegensatz zur Mainstreamkost muss beim Heimatwerk Einsiedel keiner was bezahlen!
Bitte bleiben Sie uns treu, teilen Sie unsere Inhalte, erzählen Sie vom Heimatwerk Einsiedel. Das gibt den nötigen Auftrieb, wie bisher fortzufahren. Wir stemmen uns gegen den Mainstream, ganz sicher nicht mit dem Schwert, mit dem Schild aber auf alle Fälle.
Auch haben wir nicht die Reichweite wie die regionalen etablierten Medien, wissen aber, dass wir ein wichtiges Instrument für so viele sind, die sich alternativ informieren wollen. Und die kommen ganz sicher nicht nur aus Einsiedel und Sachsen!
Danke für den Zuspruch!

Und um jetzt noch so richtig alle Klischees des Mainstreams zu bedienen, haben wir diese Karte eingefügt. Schreck lass nach, ein schwarz-weiß-rotes Banner. Informiert schnell euren örtlichen LINKEN- und Grünen-Abgeordneten und am besten noch Vizekanzler Gabriel!
Heimatbeleg links (um Verwirrung zu stiften nicht rechts eingefügt):
Zeitgenössische patriotische Ansichtskarte vom 31. Dezember 1915 an „Fräulein Camilla Hofmann, Einsiedel, Berbisdorfer Straße“. 100 Jahre und einen Tag alt!
Trotzdem: Wehret den Anfängen!
Das Heimatwerk Einsiedel versucht, das Kaiserreich durch die Hintertür zu etablieren! Aber nur, wenn uns der Info-Stand nicht zuvor kommt und die Macht an sich reißt. Die sind nämlich mehr als wir … 😉
Ja, ja, erwartbarer Budenzauber wegen einer Karte. Aber so weit sind wir schon in dieser Gesellschaft, denkt mal darüber nach …
Es ist dem Untertanen untersagt, seine beschränkte Einsicht
als Maßstab an die Handlung der Obrigkeit anzulegen.*
Fama hat gelogen! Von wegen Erstbelegung am 7. Januar!
*Badische Landtagsordnung um 1850
Wir bringen jetzt erst einmal die offizielle Pressemitteilung der Landesdirektion Sachsen vom heutigen Tage:
[001/2016 – 05.01.2016]
Zentrale Ausländerbehörde des Freistaates Sachsen nutzt Notunterkunft für Asylbewerber in Chemnitz-Einsiedel
Die Zentrale Ausländerbehörde des Freistaates Sachsen bringt ab heute zunächst 40 Asylbewerber im ehemaligen Pionierferienlager „Palmiro Togliatti“ im Chemnitzer Stadtteil Einsiedel unter.
Es handelt sich dabei ausschließlich um Familien mit Kindern aus Syrien und Afghanistan. Alle Personen sind registriert und haben eine medizinische Erstuntersuchung durchlaufen.
Die Unterkunft in Chemnitz-Einsiedel wird insbesondere wegen ihrer besonderen Eignung für Familien in Anspruch genommen. Die siebzehn Herbergshäuser ermöglichen es, sowohl Ethnien als auch Familien separat unterzubringen.

Ein Augenzeuge:
In der irrigen Annahme, dass wieder mal eine Lappalie vorgefallen sei, steckte ich mein Mobiltelefon wieder ein. Ein Fehler!
Um 12:33 Uhr kamen mindestens fünf Großraumtaxen – davor und dahinter mit zwei Polizeifahrzeugen mit Blaulicht eskortiert – in zügiger Fahrt die Hauptstraße hoch und bogen auf die Altenhainer Allee ab. Das Ziel war klar! Bis ich nun einige Sachen aus der Hand gelegt, das Mobiltelefon herausgezogen und dann dort noch die Kamera aufgerufen hatte, vergingen wertvolle Sekunden. Darum nur noch die Schlusssequenz. Trotzdem, denke ich, kann man auf dem folgenden Bild die Taxen auf der Oberförsterbrücke noch erkennen.

Als kurz vor 13:00 Uhr die obige Pressemeldung der LDS herauskam, waren hier vor Ort schon die Fronten geklärt. Geschickt gemacht, das muss man wohl neidlos zuerkennen. Der Ortschaftsratsvorsitzende Falk Ulbrich (CDU) wurde wenig später per SMS über den „raid“ durch die Landesdirektion unterrichtet.
Ein aufregender Tag! Sehen und lesen Sie nun unseren kleinen Reisebericht von der „Nachmittagsveranstaltung“. Sie benötigen dafür keinen Presseausweis!
Ab ca. 20:30 Uhr entwickelte sich auf der Anton-Herrmann-Straße an der Einmündung Dittersdorfer Weg eine Spontandemo. Hier im Kreuzungsbereich wurden die etwa 70 Demonstranten von etwa ebenso vielen Polizisten gestoppt.
Mit etwas Ortskenntnis und zu Fuß war es für einige ein Leichtes, die Polizeisperre zu umgehen. Diese drangen bis zum Haupteingang des Lagers vor und gingen dann den Berg herunter, um sich der Spontandemo anzuschließen. Die Polizisten des zweiten Sperrriegels Dittersdorfer Weg/Ecke Schollstraße (Bild rechts) und natürlich die Beamten am „vorderen Rand der Verteidigung“ staunten nicht schlecht, als wieder einmal Personen in ihrem Rücken auftauchten.
Insgesamt blieb die Lage ruhig, etwa um Mitternacht zogen sich die Demonstranten zurück. Die Polizeipräsenz blieb auch in der Nacht hoch und wird sich am Mittwoch wohl nur unwesentlich verringern.
Wenn auch bei Weitem nicht in der Dimension vom 5. Oktober 2015, so wurde doch sehr deutlich, dass die Belegung in Einsiedel keineswegs „so nebenbei“ ablaufen wird. Und bei Lichte betrachtet hat wohl auch keiner damit gerechnet …
Schon länger geplant und mit der heutigen Erstbelegung nur indirekt im Zusammenhang stehend, fand heute Abend eine Begehung des Lagers durch die Feuerwehr statt. Um 19:00 Uhr wurden im Zuge der Thematik „Vorbeugender Brandschutz“ einige der Wohnhäuser und die Mensa begangen. Unter der Leitung der (Berufs-)Feuerwehr Chemnitz wurden die Kameraden (vom Gruppenführer aufwärts) der Freiwilligen Feuerwehren Einsiedel und Kleinolbersdorf-Altenhain in die Besonderheiten des Objekts eingewiesen.
Bekannt wurde auch, dass von den neuen Bewohnern nur einer Englisch spricht. Wir gehen aber davon aus, dass beim nächsten Schwupp von 100 Leuten mindestens 102 Akademiker sind, also keine Sorge ob eines medial herbeigeredeten Fachkräftemangels.
6. Januar 2016
Die Polizeipräsenz in Einsiedel blieb den ganzen Tag hoch. Mehrmals wurden heute Einsätze mit Blaulicht und Martinshorn im Ort gefahren.
Selbstverständlich berichtete heute auch die Freie Presse vom gestrigen Tage, deren Redakteure sah man ja vor Ort (natürlich alle mit Presseausweis).
Einzug unter Polizeischutz: Erste Asylbewerber in Einsiedel
… lautete die Schlagzeile. Nun, wir haben oben unseren Bericht geliefert und gehen hier nicht noch einmal ins Detail.

(Foto: Nico Köhler)
Um 19:00 Uhr beginnt der erste Schweigemarsch 2016. Erwartet und trotzdem sehr erfreulich war die gestiegene Teilnehmerzahl. Der MDR-Sachsenspiegel, der heute schon länger vor Ort war, hatte sich an der Luthereiche positioniert und in der Sendung um 19:00 Uhr auch gleich berichtet.
Der Reporter schätzte die Teilnehmer, die zur Veranstaltung eilten, auf 1.000 bis 1.500. Aber er erfasste freilich nur die aus dem Oberdorf.

Die Anzahl der Gäste aus den Umlandgemeinden ist leicht gestiegen, zwei neue Banner wurden präsentiert.
(Foto: Werner Reuter)
Etwa 1.500 Teilnehmer. Obwohl auf den Einsiedler Demos ausnahmslos alle Altersgruppen vertreten sind, ist der Anteil junger Leute (unter 30), die sich für ihre Heimat engagieren, beachtlich! 
Eine kurze Rede vor Marschbeginn, drei Reden danach. Einsetzender Schneefall hielt keinen vom Bleiben ab.
Ergänzend verweisen wir noch auf unsere kleine Fotogalerie:
Fama sagt: Weitere 250 Asylbewerber werden heute nach Einsiedel verlegt. Das Polizeiaufgebot wird die Stärke vom 5. Januar weit übersteigen. Unter Umständen kommt ein Wasserwerfer zum Einsatz. Es wird wohl keiner zugeben, aber es scheint so, als war die Aktion vom Dienstag eine Übung „der besonderen Art“.
So stand es seit dem 5. Januar hier geschrieben.

Und dieses Mal wurde vieles Realität.
Vier Busse brachten insgesamt 169 Asylbewerber, zum Großteil, so schien es jedenfalls, Familien. Im Gegensatz zu den 70 Polizisten vom Dienstag waren heute ca. 400 Beamte im Einsatz (100 je Bus), also geringfügig mehr als beim regulären Nahverkehr. Auf alle Fälle hatte sich der Personaleinsatz gelohnt, die Busse kamen ungehindert durch.
Es wurde berichtet, dass zwei Wasserwerfer auf der Zschopauer Landstraße in Bereitschaft gestanden hätten. Und 400 Polizisten bedeuten auch, dass etwas über 3 % der sächsischen Polizeistärke (2015 etwa 13.042 Beamte) hier vor Ort war.
Nachfolgend zwei Videoschnipsel vom Einrücken der „Sixpacks“ und der Kesselbildung um die Demonstranten.

Einsiedel: Sicherster Chemnitzer Stadtteil – ein Polizist je zehn Einwohner 
Einsiedel: Sicherster Chemnitzer Stadtteil – zwei Polizisten je Asylbewerber
Noch anschaulicher ist wohl unsere etwas umfassendere, kommentierte Fotogalerie.

Die Menschen, die mit den heutigen Bussen Einsiedel erreichten, kamen aus Chemnitz-Ebersdorf und Schneeberg. Sie stammen zum größten Teil aus Syrien, wenige aus dem Irak und aus Afghanistan.
Von den 169 Personen waren 65 Erwachsene und 104 Kinder.
Von den 104 Kindern (bis 17 Jahre) waren 23 unter drei Jahren und 67 unter 15 Jahren.
In den späten Abendstunden schrieb uns noch „Der Geist von Einsiedel“:
Ob der Ereignisse hier am heutigen Tage bleibt wohl der Freie-Presse-Artikel nur eine Randnotiz:
Bürgermeister: Zunehmender Demo-Tourismus in Einsiedel
Der stand nicht etwa auf der Reiseseite, nö, nö, im Lokalteil. Ordnungsbürgermeister Miko Runkel, seinerzeit von den LINKEN für dieses Amt aufgestellt, glaubt zu wissen, dass hier im Ort nur Protestanten aus anderen Stadtteilen und aus dem Erzgebirgskreis aktiv sind.
Laut Artikel schätzt Ortschaftsratsmitglied Peter Neubert (Die LINKE), dass sich der Infostand aus Einheimischen und Leuten von außerhalb zusammensetzt. „Schätzt“ war das richtige Wort. Wir haben gezielt einmal einige Akteure befragt: Neubert wurde am Info-Stand noch nicht gesehen. Das ist schade! Wünschenswert wäre, wenn sich alle Ortschaftsräte einmal alle Seiten anhören würden. Es ist klar, dass hier keine Seite „Läuterung“ erfahren wird, aber man hat wenigstens einmal auf Augenhöhe diskutiert.
Als weiterer Ortschaftsrat wurde Walter Hähle (2. stellv. Ortschaftsratsvorsitzender/Bürgerliste Einsiedel) befragt. Auch er stellt die Aussage Runkels richtig, dass also hier keineswegs ausschließlich Nicht-Einsiedler agieren würden.
Massives Polizeiaufgebot sichert Einzug von weiteren Flüchtlingen
… titelt heute die Freie Presse. Redakteur Michael Müller stellt dem Leser die Dinge aus seiner Sicht dar.
Im zweiten Absatz schreibt er, dass sich kaum Einsiedler an der Blockade beteiligt haben. Und dann nennt er Namen lokal bekannter Politiker und Akteure, die er vor Ort ausgemacht hat. Geschickt führt er in einem Satz den CDU-Politiker Nico Köhler mit Pro-Chemnitz-Stadtrat Martin Kohlmann und Aktivisten des rechten Spektrums auf. Wieder mal ein klassischer Aufmacher. Der Satz an sich ist wahr, die benannten Leute waren vor Ort, aber es ist ebenso klar, dass Müller hier gegen Köhler unterschwellig Stimmung macht. Wie kann sich ein CDU-Politiker mit dieser Klientel einlassen?!
Dabei war unzweideutig ersichtlich, dass Nico Köhler nicht mit im Kessel stand, dass er keine Schilder hochhielt, dass er keine Parolen brüllte. Und dass seine Garderobe „keine nordischen Bezüge hatte“. Da die allerwenigsten FP-Leser vor Ort waren, können sie all das nicht wissen.
Auf der Website der Freien Presse ist dann unter dem Artikel (abgerufen am 7. und 8. Januar 2016) noch ein von Michael Müller gedrehtes Video zu sehen. Dort erkennen wir Nico Köhler von Beginn an fast 45 Sekunden lang, wie er sich auf dem – dem Kessel gegenüberliegenden – Bürgersteig aufhält und das Geschehen dokumentiert.
Es ist einfach nur beschämend, wie hier Lokalpolitiker, die nicht aus dem Spektrum „der bösen Parteien und Vereinigungen“ stammen, indirekt angegriffen werden, da sie sich nicht mit den standardisierten Beschwichtigungsparolen ihrer Parteigenossen zufriedengeben, Fehler klar benennen und aktiv werden. Und das selbstverständlich im ganz legalen Rahmen. Wirklich einfach nur beschämend, Michael Müller, einfach nur beschämend.
Und aufgrund solcher Berichterstattung wird es Sie und die Redaktion der Freien Presse wohl nicht wundern, wenn Einsiedler Bürger, die beruflich herausragen und garantiert nicht in die Schublade des „dumpfen Rechten“ passen, Ihr Blatt kündigen. Aber wir gehen davon aus, dass schon Hunderte vor uns ähnliche Zeilen an Sie geschrieben haben. Ihre Beratungsresistenz scheint legendär zu sein!

Nachbrenner 8. Januar abends: Der Name Nico Köhler wurde im Artikel auf der Website entfernt, in der Printausgabe ist er logischerweise noch zu lesen (Foto rechts).
Auch andere Zeitungen greifen das Thema von der zweiten Belegung auf, wenn auch längst nicht so umfassend. „Flüchtlinge in Einsiedel angefeindet“, titelt z. B. die Sächsische Zeitung (SZ) aus Dresden.
Der Artikel ist kurz und besteht aus einigen Standardsätzen, die wohl überregional die Runde machen und so oder in ähnlicher Form vermutlich bundesweit erschienen sind.
Der Info-Stand feiert 100-tägiges Jubiläum.
H+G Einsiedel lädt um 19:00 Uhr zur regulären Mitgliederversammlung in das Café zur Talsperre. Top-Thema, wenn auch nicht alleiniges, war natürlich der Erstbezug des Lagers. Der eingeladene und gern gesehene Gast, Bürgerpolizist Hauptkommissar Jürgen Mischler, gab noch einmal wertvolle Hinweise zum zukünftigen konstruktiven Umgang mit der Situation und wies erneut darauf hin, dass die Chemnitzer Polizei für die Bürger da wäre.
Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Gerd Arnold hatte der Verein im letzten Jahr fünf Austritte zu verzeichnen. Obwohl in den Kündigungsschreiben nicht darauf hingewiesen wurde, muss angenommen werden, dass selbige mit der klaren Positionierung von H+G Einsiedel bezüglich des Erstaufnahmelagers hier im Ort im Zusammenhang stehen.
Bekannt wurde auf der heutigen Veranstaltung auch, dass jetzt nach der Bauabnahme des Lagers Klage durch Anwohner beim Verwaltungsgericht Chemnitz eingereicht wurde. Wir berichteten von dieser Absicht bereits unter dem 10. Oktober. Die Klage konnte erst jetzt angegangen werden, da nunmehr durch die Belegung des Lagers durch die Landesdirektion die Klagebegründung gegeben war.
21:35 Uhr, Krankenwagen und Notarzt fahren ins Lager. Blaulicht und Martinshorn, seit dieser Woche Alltag in Einsiedel.
9. Januar 2016
Ja, ja, es kam, wie es kommen musste (… kommen sollte): Die Grünen in Chemnitz sind …
… erschüttert über das Auftreten von CDU-Mitgliedern in Einsiedel, die gemeinsame Sache mit Rechtsextremen machen.
Jedenfalls schreibt das die Freie Presse heute und beruft sich auf eine Presseerklärung der Grünen Chemnitz. Wir haben jetzt (erstmals!) auf die Website der Grünen Chemnitz geschaut und keine Presserklärung gefunden. Zu „Presseerklärung“ findet sich über die Suchmaske dort gar nichts. Aber irgendetwas wird bei den Medien schon eingetrudelt sein. Jedenfalls erwartet Grünen-Stadträtin Petra Zais Distanz! Distanz der CDU von ihrem Mitglied Nico Köhler (wir berichteten gestern). Aber Köhler und der CDU-Kreisverband stellen im Artikel die Sache richtig. Soll heißen: Redakteur Swen Uhlig stellt den Bockmist von Michael Müller vom Vortag wieder gerade. Und zwar so, dass Müllers Name gar nicht fällt. Hier muss man wissen, dass Uhlig in der Hierarchie der Freien Presse über Müller steht. Also: Ober sticht Unter.
Tja, Frau Zais, wird wohl nichts mit dem Kotau der örtlichen CDU. Und während wir jetzt mal ’n bissel Mitleid heucheln, rinnt uns doch beinahe eine einsame Träne die Wange herunter …
10. Januar 2016

Offenheit sieht anders aus:
Planen verdecken die Sicht, dahinter sind spielende Kinder oder Jugendliche akustisch wahrnehmbar.
Weiter seitlich ergibt sich ein Motiv:
Kinder und Jugendliche am 10. Januar 2016 auf dem Volleyballplatz.
Mit der Erstbelegung des Lagers hier in Einsiedel will der Freistaat ein Zeichen setzen. Proteste, Schweigemärsche, vorgebrachte Argumente und unzählige Mängel am Lager selbst und der verbundenen Infrastruktur: Egal, auch Einsiedel muss wissen, wer in Sachsen die Hosen anhat! So ist jedenfalls die Denkweise in Dresden. In der Freien Presse von gestern lesen wir in einer DPA-Notiz, dass zurzeit von 19.000 Erstaufnahmeplätzen in Sachsen nur etwa 7.700 belegt sind. Wegen Platzmangel war eine Belegung in Einsiedel diese Woche also ganz bestimmt nicht nötig.

Heute sah man nun auch den blauen Shuttlebus (VW T5) der CVAG seine Runden drehen. Dieser bringt die Asylbewerber von der eigens dafür eingerichteten Bushaltestelle vor der F+U-Turnhalle zum Einsiedler Rathaus, wo dann umgestiegen wird. Zumindest heute war dies so abgepasst, dass die Wartezeit für den Bus nach Chemnitz etwa fünf Minuten betrug.
Der Shuttlebus ist eine Sonderbuslinie und wird von der Landesdirektion bestellt und bezahlt. Die CVAG ist hierbei ausführender Dienstleister.
Ortschaftsratssitzung mit Einwohnerfragestunde
Die heutige Sitzung zählte sowohl bezüglich der Dauer (bis etwa 23:30 Uhr) als auch der Gästezahl (ca. 50) ganz sicher zu den denkwürdigsten Veranstaltungen dieser Art hier in Einsiedel. Neben drei kommunalpolitischen Themen, die einen großen Raum einnahmen und sehr diskussionswürdig waren, war natürlich die Erstbelegung des Lagers in der letzten Woche für viele Besucher Anlass, an der Sitzung teilzunehmen. Die Einwohnerfragestunde wurde äußerst rege genutzt.
Für die unzähligen Details verweisen wir auf die Niederschrift zu dieser Sitzung.
In der Einwohnerfragestunde wurde auch noch der nachfolgende Fragebogen der Bürgerinitiative „GEMEINSAM für Einsiedel“ an die Ortschaftsratsmitglieder verteilt und öffentlich verlesen.
Die „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ kommt in Gang. Wie ein Mitglied auf der Ortschaftsratssitzung vortrug, sind sich die Mitstreiter (Aussage: über 100 aktive plus unzählige weitere Helfer) uneinig, wie und ob überhaupt die Aktivitäten öffentlich publiziert werden. Auf alle Fälle waren am Vortag Mitglieder im Lager, um mit den Kindern dort etwas zu unternehmen.
Das Heimatwerk Einsiedel weist darauf hin, dass wir hier Aktionen der „Flüchtlingshilfe Einsiedel“ neutral publizieren, allerdings möchten wir mit Menschen sprechen. Von den ständig und überall zitierten Schnipseln aus Facebook-Beiträgen wollen wir, wenn möglich, keinen Gebrauch machen. Das überlassen wir dem etablierten Mainstream, wenn wieder mal keiner mit denen redet …
13. Januar 2016
In den Mittagsstunden entstanden Gerüchte, dass bei einigen im Lager untergebrachten Asylanten („haben eine medizinische Erstuntersuchung durchlaufen“) TBC festgestellt wurde.
In den Abendstunden berichtet auch die Freie Presse darüber, dass bei einer schwangeren Syrerin (4. Monat) der Verdacht auf TBC besteht. Sie wäre separiert worden. Das Gesundheitsamt Chemnitz geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich nicht um einen TBC-Fall im Einsiedler Erstaufnahmelager handelt.
Na, wollen wir das mal hoffen. Die Asylbewerber können selbstverständlich das Lager jederzeit verlassen und haben somit Kontakt zur hiesigen Bevölkerung. Und nicht zu vergessen die Flüchtlingshilfe, die längere Zeit im Lager zubringt, also nicht nur Begegnungen von wenigen Minuten.
Um 19:00 Uhr war dann – wie jeden Mittwoch – Schweigemarsch.
Es gab die erwarteten Stellungnahmen zu den Protesten, Polizeieinsätzen und Presseberichten der vergangenen Woche. Die Ausführungen wurden von den Zuhörern mit großem Interesse aufgenommen und auch teilweise laut kommentiert. Eingeblendete Bilder auf der Leinwand untermalten die Aussagen visuell.
Wie so oft von den Schweigemärschen in Einsiedel haben wir auch diese Woche eine kleine Bilder-Galerie erstellt.
14. Januar 2016
Fama sagt: Weitere Belegung am heutigen Tage … Das stimmte nicht!
Dafür gab es heute mit „Nach Ankunft der Flüchtlinge: Einsiedler wollen den Neuanfang“ einen absolut ausgewogenen und objektiven Artikel von der vorgestrigen Ortschaftsratssitzung. Die meisten Einsiedler wissen es: „Ausgewogen und objektiv“ heißt im Umkehrschluss, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass FP-Redakteur Michael Müller diesen verfasst haben könnte. War natürlich auch so. Ob die Redakteurin Jana Peters immer so schreibt … wir wissen es nicht. Wünschenswert wäre es auf alle Fälle!
Weiterhin fanden wir den bereits am gestrigen Abend auf der Website der Freien Presse erschienenen Artikel „Verdacht auf Fall von Tuberkulose in Asylheim“ noch einmal etwas ergänzt in der heutigen Printausgabe.
Um Himmels Willen, was sehen wir da? Der Shuttlebus der CVAG, der zwischen Lager und Rathaus pendelt, trägt die Nummer C-NV 88. Wie wir immer im Mainstream lesen, ist 88 keine Zahl, nein, nein, das heißt „Heil Hitler“. Und NV steht sicher nicht für „Nahverkehr“, sondern wahrscheinlich für „Nationalsozialistische Volksgemeinschaft“ … oder VFahrgemeinschaft. Ist der Bus eine Tarnung, ein trojanisches Pferd?
Schleunigst haben wir die Rufnummern örtlicher Grünen- und LINKEN-Politiker herausgesucht, um mit ihnen unsere Neurosen Ängste zu besprechen. Und während wir mit schweißnassen, zittrigen Händen zum Fernsprechapparat griffen, kam ein altes Kräuterweiblein des Weges und sagte, dass die 88 eine Zahl wie jede andere sei. Denn würde diese in der Zahlenfolge fehlen und durch Mainstream-Synonyme ersetzt, also dann sähe es wirklich braun aus. Wir schenkten ihr Glauben.

Am heutigen Tag wurden im Zuge der im Lager einquartierten Asylbewerber die Rechte der einheimischen Bevölkerung weiter eingeschränkt. Rund um den Lagerzaun, unterhalb des Stacheldrahtes, wurden einige Schilder „Fotografieren verboten“ angebracht.
Unser Freund Miguel Garcia aus Sevilla, Spanien, zurzeit im kalten Deutschland zu Gast, konnte den Text (da nicht spanisch) nicht lesen und sagte uns dann, dass er extra sein Mobiltelefon genutzt habe, da er vermutete, dass das Fotografieren des Schildes mit dem Fotoapparat verboten sei.
Und wir bringen das jetzt noch mal als Warnung an die heimische Bevölkerung: Verboten! Verboten! Verboten!
Trotzdem: ¡Muchas gracias por tu foto, Miguel! (vom 17. Januar 2016)
Auch heute erschien auf YouTube ein Video „100 Tage Widerstand in Chemnitz-Einsiedel – Ein Prozent“, wir möchten es nicht vorenthalten:
Nachbrenner: Ja, wir wissen, dass das Video nicht mehr verfügbar ist, möchten aber daran erinnern, dass es ein solches einmal gab.
Noch nicht verboten … Nee, wir fangen noch mal an: Wieder erlaubt ist das Spazierengehen zum Lager hoch. Bevor wir aber den Weg dahin einschlagen, befassen wir uns einmal mit der „Sonderbuslinie 92“, die – wir spüren es an allerhand Nachfragen – von größtem Interesse zu sein scheint. Wir berichteten bereits unter dem 12. und 15. Januar.
In der Woche fährt die Linie 92 mit einem kleinen Sonderbus der CVAG (VW T5) einen Rundkurs. Die Streckenführung ist an den Haltestellen ausgewiesen. Beginnen wir am Einsiedler Rathaus. Hier kommt der Sonderbus aus dem Lager an, denn hier ist der Umstieg für den „Stadtbus“, die Linie 53.


Unsere Linie 92 fährt von hier dann nur wenige Meter die Hauptstraße hinunter und biegt links in das Wiesenufer ein und erreicht sogleich die Sonderhaltestelle „Am Einsiedler Bahnhof“. Hier ist – man ahnt es fast – der Zu- und Wegbringer für die Erzgebirgsbahn. Von hier aus fährt der Bus dann wieder zum Erstaufnahmelager am Dittersdorfer Weg.
Also gehen wir einmal in Richtung Erstaufnahmelager, denn heute, am Sonntag, fährt von dieser Haltestelle kein (Sonder-)Bus.
Vorher (lenkt die Vorsehung unsere Schritte?) erleben wir oben auf der Anton-Herrmann-Straße einen Zwist zwischen einer Pkw-Fahrerin und einem Hausbesitzer. Die Fahrerin wurde gerade aus dem Lager von einem Kollegen heruntergebracht und schloss ihr Fahrzeug auf. Sie hatte dieses auch recht günstig vor einer Garageneinfahrt geparkt. Der Hausbesitzer kam mit seinem Fahrzeug nicht aus der Garage heraus und jetzt stellte die Fahrerin zur Rede. Sie sah den Fehler ein, gab aber an, dass sie heute Morgen ob der winterlichen Bedingungen nicht ins Lager hochfahren konnte. So viel also zum Thema „Winterdienst ist gesichert“. Heute nur eine Lappalie, aber was ist, wenn es brennt oder ein medizinischer Notfall im Lager auftritt?
Zurück zur Linie 92. Auch hier am Lager gibt es eine Sonderhaltestelle. Unter der Woche wird die kleine Runde Rathaus – Bahnhof – Lager gefahren.
Am Wochenende ist das ein wenig anders. Samstag und sonntags bedient die reguläre Linie 53 („Stadtbus“) die Haltestelle am Lager mit. Der Bus, der auf dem August-Bebel-Platz eigentlich 20 Minuten Wartezeit hat, fährt in diesem Zeitfenster das Lager an.

Die Linie 53 auf der Anton-Herrmann-Straße in Richtung Lager … 
… und wieder retour. Einziger Fahrgast zum Zeitpunkt: ein Deutscher, er stieg am Lager zu.
Er fährt dann wieder runter in den Ort und via Am Plan noch einmal zum August-Bebel-Platz. Von da ab geht es dann regulär weiter Richtung Stadt.

Kinder von Asylbewerbern beim Spielen im Schnee vor Haus 16 am 17. Januar 2016.
18. Januar 2016
Auf der Website der Freien Presse lesen wir heute, dass sich der Verdacht auf Tuberkulose bei einer schwangeren Syrerin im Erstaufnahmelager nicht bestätigt hat. Wir berichteten unter dem 13. Januar.
Interessant ist, dass das Gesundheitsamt Chemnitz diese Aussage auf Nachfrage tätigte.
In den Vormittagsstunden erreichte uns ein „Brief an das Heimatwerk Einsiedel“. Wir dürfen das Schreiben veröffentlichen und regen ausdrücklich an, dieses zu lesen:
Erstmals hat es heute um 16:00 Uhr die von großen Teilen der Einsiedler Bürgerschaft geforderte Bürgersprechstunde im Einsiedler Rathaus gegeben.
Die Möglichkeit wurde von sieben Personen (+ einem Hund) genutzt, ein klares Zeichen, so scheint es, dass diese Kommunikationsmöglichkeit derzeit gebraucht wird. Eine Vertreterin des DRK und zwei Ortschaftsräte waren vor Ort.
Die Annahme der weiteren Sprechstunden durch die Bürgerschaft in den kommenden Wochen entscheidet über zukünftige Veranstaltungen dieser Art, vorrangig bezüglich der Häufigkeit.


„Frosti“ ist wieder auferstanden (links). Nachdem das Original (rechts) nicht etwa im Schneeballhagel mit der Polizei untergegangen, sondern witterungsbedingt verflossen ist, gibt es jetzt eine softe Version. Der Hersteller, laut Fama eine syrische Firma, behauptet, dass die liebevoll in Handarbeit gehäkelten, superweichen „Frostis“ auch härtesten sächsischen Polizeieinsätzen gerecht werden. Laut Hersteller soll das Verletzungsrisiko gegen null tendieren. Das gelte aber nicht, falls die Figur verzehrt werde.
Heute wurden durch den IWV (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.) die neuen Zahlen herausgebracht. Beispielhaft, da für Einsiedel von Belang: Die Freie Presse Chemnitz hat in der Druckauflage ein Minus von 6,71 % (Vergleich der 4. Quartale 2014 und 2015). Und ohne jetzt Werbung für das Blatt zu machen: Die Junge Freiheit Berlin (Wochenblatt) steigerte die Auflage im selben Vergleichszeitraum um 33,94 %. Die Berichterstattung dort ist freilich nicht Mainstream und zeigt, dass nicht nur allein das Internet für ständig sinkende Auflagen herhalten kann! Eine ausgewogene, faire und objektive Berichterstattung scheint gerade jetzt in der „Asylkrise“ zwingend nötig. Ja, ja, liebe Gleichschritt-Journalisten, der Pöbel ist wankelmütig!
So, zurück nach Einsiedel. Heute, am Mittwoch, gab es den obligatorischen Schweigemarsch. Und zwar mit weniger Teilnehmern als in der Vorwoche. Neben eingeschliffenen Spuren, Trägheit und dem Wetter glauben wir auch, dass in dieser Woche die fehlende (rechtzeitige) Ankündigung ihren Teil dazu beigetragen hat. Nicht ein Flyer wurde gesehen, weder an den Anschlagtafeln noch in den Briefkästen. Viele Leute fragten viele Leute, ein untrügliches Zeichen, dass bei der Publikmachung was schiefgelaufen ist. Hier ist also auf alle Fälle Verbesserungsbedarf.

Jeden Mittwoch vereint: Einsiedler und Gäste 
Viele Zuhörer, aber es wurden auch schon mehr gezählt…
Ansonsten gab es zwei interessante, kurzweilige Redebeiträge. Einmal ging es um die Chemnitzer SPD-Abgeordnete im sächsischen Landtag, Hanka Kliese, und deren Phobie mit der Zahl 88. Der Redner nannte ein Beispiel, als Kliese den Info-Stand besuchte und am Getränkemarkt einen Opel erspähte, der im Nummernschild die 88 trug. Sie schien es auf den Ort hochzuprojizieren und … nein, Schluss damit, uns ist das wirklich zu dämlich! Aber wir fragen uns zwei Dinge: Wer wählt solche Leute? Und was für eine dünne Rede muss man halten, um bei der SPD auf den Wahllisten vorn zu stehen, welche „Qualifikation“ benötigt man in so einer Partei?
Ach, und noch ein Nachbrenner: Wann wird Kliese von der CVAG mit viel Gezeter verlangen, den „Nazi-Sonderbus“ der Linie 92 zu ersetzen oder wenigstens ein neues amtliches Kennzeichen für diesen zu beantragen? Wir wissen es nicht, die Freie Presse wird von der heroischen Tat der Genossin, die die Demokratie in Einsiedel so wacker verteidigt, ganz sicher berichten.
Die Zuhörer der heutigen Veranstaltung indes verfolgten die Ausführungen zu Kliese aufmerksam und lachten viel und oft bei der Schilderung durch den Redner! Aber eigentlich sind solche Abgeordnete ein Trauerspiel. Oder auch nicht im Sachsen des Jahres 2016. Na dann 7 14 4 (Gute Nacht, Deutschland!).
Redebeitrag zwei verwies noch einmal auf die gestrige Bürgersprechstunde und forderte die Leute zur Nutzung in den Folgewochen auf.
Außerdem erfuhren die Zuhörer, dass derzeit 207 Asylbewerber im Lager sind, also zwei weniger als angenommen.
Weiterhin wurde der Bürgerinitiative „GEMEINSAM für Einsiedel“ am gestrigen Tage durch den Chemnitzer Amtsarzt und zusätzlich durch Dirk Diedrichs (sächsischer Asylkoordinator) mitgeteilt, dass kein TBC-Fall im Lager vorgekommen ist (wir berichteten unter dem 13. und 18. Januar).
Dann gab es neben Ausführungen zur aktuellen Politik auch noch die Information über die eingereichte Klage („Aussetzen der Vollziehung der Baugenehmigung“), wir berichteten unter dem 8. Januar.
Eingang beim Verwaltungsgericht Chemnitz war am 6. Januar, angenommen wurde die Klage am 8. Januar. Bis zum gestrigen 19. Januar war eine Stellungnahme durch die F+U vom Gericht gefordert, diese lag aber zum Zeitpunkt bei der BI noch nicht vor. Wie alle erfuhren, stützt sich die Klage auf einen ähnlichen Fall in Hamburg (Unterbringung einer EAE im Wohngebiet), der zugunsten der Kläger entschieden wurde.

Nach den Redebeiträgen war dann der Schweigemarsch auf gewohnter Strecke, also alte Hauptstraße – Neue Straße. Auch heute war bei der Rückkehr am Rathaus ein deutlicher Schwund zu verzeichnen, also es waren wesentlich mehr Teilnehmer gestartet als letztendlich wieder hier angekommen sind.
Die Veranstaltung endete um 20:18 Uhr, wie immer ohne Zwischenfälle. Und auch wie immer mit einer Einladung an alle zum Glühwein am Infostand.
Unten noch ein 7-Sekunden-Schnipsel von den „Merkel-muss-weg-Rufen“, die auch heute wieder in Höhe des Bahnübergangs erschallten. Leider nur die Schlussszene …
22. Januar 2016
Die mehrseitige Stellungnahme der Beklagten F+U zur Klage („Aussetzen der Vollziehung der Baugenehmigung“) ist beim Kläger via Verwaltungsgericht Chemnitz eingegangen und die Bürgerinitiative „GEMEINSAM für Einsiedel“ berät in den Abendstunden das weitere Vorgehen.
Beide Seiten nehmen Bezug auf das Brandschutzgutachten, aber selbstverständlich aus vollkommen entgegengesetzten Blickwinkeln.
26. Januar 2016
Zur heutigen Bürgersprechstunde war nur ein Einwohner erschienen. Drei Ortschaftsräte waren anwesend, aus der Erstaufnahme kein Vertreter.
Aus dem Lager war zu erfahren, dass der Belegungsstand unverändert ist, also 207 Personen beträgt.
27. Januar 2016

Banner im Kreuzungsbereich Einsiedler Neue Straße/Hauptstraße am 27. Januar 2016.
Der Info-Stand rüstet zum Umzug, der wohl in Bälde erfolgen wird. Auf der Demo am heutigen Abend wurde am Schluss die Ankündigung gemacht, dass das neue Domizil in der nächsten Woche, vermutlich wohl schon vorher, verkündet wird.
Viel wurde heute bereits zusammengeräumt und auch die Hinweisbanner sind schon abgenommen.
Der Platz hier im Grundstück Talsperrengrund 23 war bereits der dritte Standort. Was bescheiden mit einem kleinen Pavillon auf dem Fußweg an der Anton-Herrmann-Straße begann, hat im Laufe von Monaten eine gewisse Dynamik entwickelt, die so sicher nicht vorauszusehen war. Bejubelt und geschmäht – die ganze Bandbreite von Emotionen hat der Info-Stand abbekommen. Zweifel an seiner Haltung, seinem Standpunkt bezüglich Asyl in Einsiedel, hat es nie gegeben!
Und so bleibt auch das unterstehende Foto eine weitere liebe Erinnerung in der Einsiedler Ortsgeschichte. Es zeigt eine Kutsche aus Altenhain (übern Berg …), deren Besitzer es sich nicht nehmen ließen, dem Info-Stand unter dem 20. Dezember 2015 einen Besuch abzustatten. Mit dem Auto kann doch jeder…

Aber kommen wir nun zur „Hauptattraktion“ des heutigen Tages, der Kundgebung mit Schweigemarsch.
Verboten
… sind ab heute die Warnwesten für die Ordner während der Kundgebung mit der haarsträubenden Erklärung, dass im Notfall die Bürgerstreife mit Rettungsdiensten verwechselt werden könnte und die Leute in so einem Fall nicht die Hilfe leisten können, die von einem Rettungswestenträger erwartet würde.
Und so liest sich das amtlich:
Sehr geehrte … ,
im Nachgang kürzlich durchgeführter Versammlungen ist es erforderlich bzgl. o.g. Rechtsnorm nochmals zu informieren. Diese Ausführungen möchten dann auch bitte bei zukünftigen Versammlungen umgesetzt werden.
Der § 8 Abs. 1 SächsVersG im Wortlaut
„(1) Der Leiter kann sich bei der Durchführung seiner Rechte aus § 7 der Hilfe einer angemessenen Zahl ehrenamtlicher Ordner bedienen. Diese dürfen keine Waffen oder sonstigen Gegenstände im Sinne vom § 2 Abs. 3 mit sich führen, müssen volljährig und ausschließlich durch weiße Armbinden, die nur die Bezeichnung „Ordner“ tragen dürfen, kenntlich sein.“
Es wurde durch uns aktuell festgestellt, dass von Ordnern „Warnwesten“ od. Westen mit dem Aufdruck „Bürgerstreife“ getragen werden welche diese Westen zusätzlich zur weißen Armbinde tragen bzw. sogar auf die weiße Armbinde verzichtete wurde.
Das Tragen von Warnwesten oder Kombinationen mit Westen mit dem Aufdruck „Bürgerstreife“ auf dem Weg zur Versammlung und während der Versammlung ist versammlungsrechtlich problematisch.
Es kann zum Einen zu Verwirrung oder Verwechslung führen (Rettungswagenbesatzungen, Bahnbedienstete, CVAG Bedienstete und Verkehrspolizisten tragen ebenfalls solche oder ähnlich Westen) und im Notfall wertvolle Zeit kosten oder den einzelnen Träger in schwierige Situationen drängen für die er keinerlei Ausbildung besitzt.Zum Anderen kann beim Tragen solcher Westen von größeren Personengruppen der § 3 SächsVersG herangezogen werden welcher Strafbewehrt ist.
Sicherlich ist es „guter Wille“ sich jetzt in der dunklen Jahreszeit so besser erkenntlich zu machen aber leider nicht im Sinne des Versammlungsrechts.
Es ist somit bitte zukünftig ab 27.01.2016 der § 8 Abs. 1 SächsVersG zu beachten und umzusetzen und Ordner ausschließlich, wie das Gesetz es vorsieht, mit weißen Armbinden die nur die Bezeichnung „Ordner“ enthalten auszustatten.
Für Teilnehmer der Versammlung sollte der Ausdruck einer gemeinsamen Meinung nicht durch Kleidung erfolgen, denn auch hier greift evtl. wieder der § 3 SächsVersG. Dafür können andere Mittel wie ein gemeinsam gehaltenes Transparent, oder Plakate o.ä. genutzt werden.
Wir bitten um Bestätigung.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
gez. …
(Die Namen wurden von uns entfernt.)
Das Heimatwerk Einsiedel ist trotzdem bemüht, seinen Lesern noch einmal ein Foto aus alter Zeit (… von letzter Woche) zu zeigen, um die gut erkennbaren Ordner in Erinnerung zu rufen. Falls Ihnen jetzt schlecht wird, Sie einen Herzinfarkt bekommen oder es brennt, greifen Sie bitte nicht in Ihren Monitor (Verwechslungsgefahr!), sondern rufen Sie das Ordnungsamt Chemnitz an. Notfalls die Polizei oder Feuerwehr.
Ansonsten gibt es heute zu berichten, dass wieder deutlich mehr Menschen an der Kundgebung teilgenommen haben. Es lag zum einen sicher am Wetter (trocken und 11 °C), zum anderen wurden diese Woche auch wieder Flyer verteilt. Wir gehen von ca. 900 Teilnehmern aus. Der Fairness halber müssen wir hier noch etwa 15 Personen abziehen. Das sind die Ordner, die leider nicht mehr für jedermann deutlich an einer Warnweste erkennbar sind …
Ansonsten gab es heute drei Redner. Neben Ronny Matthes vom Info-Stand, der wie immer kurzweilig in die Thematik mit Auflagen (keine Warnwesten!) und Schwerpunktthemen der letzten Woche einführte, waren heute zwei Gäste vor Ort.
Ein Redner aus dem Spreewald nahe Lübben und ein zweiter von der Vereinigung „Ein Prozent“. Letzterer stellte sich mit seinem griechischen Namen vor und sagte, dass sein Vater seinerzeit als Bürgerkriegsflüchtling nach Deutschland kam. Wenn wir uns den Mann ansehen, ist davon auszugehen, dass dessen Vater als Kind hierherkam. Und jetzt spinnen wir den Faden weiter. Das Heimatwerk berichtete, dass nach dem Krieg griechische Kinder im Einsiedler Lager untergebracht waren. Schließt sich hier ein Kreis? Weiß das der zweite Redner vielleicht gar nicht?
Wie dem auch sei … das Publikum folgte aufmerksam beiden Beiträgen und die Emotionen und der Applaus waren ein deutliches Zeichen, dass beide Redner die Zuhörer erreichten.
Danach gab es den bekannten Schweigemarsch auf ebenso bekannter Strecke. Auch wieder zu hören: die „Merkel-muss-weg“-Rufe in Höhe Bahnübergang.
Auffällig war, dass viel weniger Polizei vor Ort war. Außer der nötigen verkehrstechnischen Absicherung war seitens der Polizei keinerlei „Drohpotenzial“ in irgendeiner Form aufgebaut.
Die Veranstaltung endete um 20:24 Uhr. Eine Einladung zur abschließenden Roster mit Glühwein gab es auch heute, wenn auch auf einem Ausweichplatz einige Meter die Hauptstraße herunter.
Auch wie an jedem Mittwoch, an dem ein Schweigemarsch stattfindet, trifft sich in der Parentationshalle (Friedhofskirche) eine kleine Gruppe zum Gebet. Wir berichteten davon mehrfach im vergangenen Jahr. Ihre Gebete schließen grundsätzlich alle Akteure aller Seiten ein.
Die Anzahl dieser anlassbezogenen Treffen ist also identisch mit den Schweigemärschen hier im Ort. Findet eine Demo statt, kommt es auch um 18:45 Uhr zur Zusammenkunft des „Kirchenkreises Asyl“. (Der Name ist von uns, es gibt keine bekannte Bezeichnung dafür.)
Fakultativ: Nadelarbeit
Ebenfalls am heutigen Tage lehnte die Flüchtlingshilfe Einsiedel ein Angebot (vom 26. Januar) einer vereinsmäßig geführten Textilwerkstatt ab, die für einen Zeitraum von einigen Monaten bereit war, Nähmaschinen, Stricknadeln und Zuschneidetisch leihweise zur Verfügung zu stellen.
Die Flüchtlingshilfe, die laut einem Sprecher „… über 100 aktive plus unzählige weitere Helfer“ hat, sah sich mit der Ausbildung der Asylbewerber an den Nähmaschinen überfordert. Überdies gäbe es Platzmangel für die Lagerung der Ausrüstung. Vielleicht, wir spekulieren jetzt mal, sind einzelne der Asylbewerber in der Lage, einigen der über 100 aktiven plus unzähligen weiteren Helfer der Flüchtlingshilfe Einsiedel zu helfen, damit diese die Bedienung der Maschinen lernen. Reicht vielleicht erst mal eine Minirock-Verlängerung, muss ja nicht gleich eine Burka sein …
Wir danken allen, die Fotos und Daten bereitgestellt haben!
Und freilich sind wir auch zukünftig auf Zuarbeit angewiesen und freuen uns über diese!













