Einsiedler Hauptstraße 66

Ehemalige Ortslistennummer/Brandkatasternummer (nicht bekannt)

Die Post in Einsiedel – von 1856 bis zur Gegenwart


Die große Anzahl Ansichtspostkarten und auch andere passende Schriftstücke in unserem Archiv, die wir für die Recherche durchblätterten, machten auch die Adressseiten mit den vielen Briefmarken und Stempeln interessant. Wir wollen versuchen, die Einsiedler Postgeschichte in ihrer Breite abzubilden. Wem beim Lesen unseres Artikels nach Tiefenwissen verlangt, dem empfehlen wir die unzähligen interessanten, ins Fach schlagenden Seiten im Internet. Es sei nebenbei angemerkt, dass die Erforschung der Postgeschichte in all ihren Facetten auch ein interessantes Hobby ist.

Eine enorme Hilfe zu unserem Artikel war die Postchronik von Wolfgang Röhr. Er war es, der die Postgeschichte in Einsiedel detailliert erforschte und es uns heute ermöglicht, eine Chronik zu publizieren, bei der möglichst viele Aspekte zur Thematik einfließen und die bis in die Gegenwart reicht. Wir geben eine „hundertprozentige Garantie für Unvollständigkeit“ – Zeitgenossen, die sich intensiv mit diesem speziellen und vielfältigen Thema befassen, haben ganz sicher noch die eine oder andere Ergänzung oder Berichtigung.

So, genug der Vorrede, jetzt die Pferde angespannt und eingestiegen, auch eine Postkutsche hat ihren Fahrplan!

1856 … sitz’ ich beim Schwager vorn

Der Schwager (… Postillion) drängt zur Eile – es geht in rasanter Fahrt in die Vergangenheit. Wir haben unser Beförderungsentgelt entrichtet und noch immer einige Taler in Vorhalte, denn schnaubend kommen die Rösser mit unserer Postkutsche in einer gewaltigen Staubwolke zum Stehen.
Von Kutschbock aus hören wir den lauten Ruf „Lehngericht Einsiedel“1 und nachdem sich der Staub in Richtung der Mittelmühle2 (heute würde man am nahkauf fluchend die Fenster schließen) verzogen hat, sehen wir dieses große Gut:

Lehngericht Einsiedel, erste Einsiedler Postexpedition im Ort.
Aquarell von Walter Viertel. Grundlage dessen war ein Holzschnitt, wohl aus der „Sächsischen Kirchengalerie“, 1841 von Wilhelm Wegener geschaffen.

Unter dem 1. August eröffnet die erste Königlich-Sächsische Postexpedition in Einsiedel in der Hauptstraße 76. Das Gebäude ist uns allen heute als Einsiedler Apotheke bekannt. Aber der heutige, in den frühen 1950er Jahren nach der Zerstörung am 5. März 1945 errichtete Neubau hat mit seinem Vorgänger lediglich den Standort und den Betrieb der Apotheke gemeinsam. Architektonisch unterscheiden sich die Gebäude gewaltig.

Mit Eröffnung der Einsiedler Postexpedition hat hier der Postmeister Robert Siegel das Sagen. Aus den Unterlagen von Wolfgang Röhr geht hervor, dass Letzterer als Sammler diverse Postunterlagen, zu denen freilich auch Briefmarken gehörten, gern einen „Sachsendreier“ gehabt hätte.

Sachsendreier


Unsere Bitte danach wird aber von Postmeister Robert Siegel abschlägig beschieden, da seit Eröffnung der Postexpedition hier bereits Marken mit dem Kopfbild des sächsischen Königs Johann I. in Umlauf sind.
Nach Robert Siegel waren ab 1859 der Buchbinder Hermann Hager und ab 1866 Max Meinicke als Postverwalter hier beschäftigt.

Selbst Nichtphilatelisten bekannt: der legendäre Sachsendreier. Die Briefmarke (richtig: Frankomarke) wurde ab 29. Juni 1850 (Ersttag, ab 1. Juli gültig) verausgabt und war bis 31. Dezember 1867 gültig. (Foto: Wikipedia)

Unter den vielen, von Wolfgang Röhr dokumentierten Poststempeln, wollen wir die beiden ersten präsentieren:

Die ersten Stempeltypen der Einsiedler Post aus den 1850er Jahren.
Links der Sächsische Nummernstempel mit der Nr. 140 im Gitter, Ø 22 mm. Diese Type wurde auf die Marke gestempelt, um sie zu entwerten. Rechts ein Zweikreisstempel, im Innern und unten die Datumsangabe. Hier also 24. Januar 1859. Durchmesser ebenfalls 22 mm. Das war der Abgangsstempel, er wurde neben die Marke gesetzt.

Kurze Zeit später wurde daraus der „normale“ Poststempel mit Ort und Datum zum Entwerten der Marke. So, wie wir ihn bis heute kennen, wenn sich auch die Typen im Laufe der Jahrzehnte immer wieder etwas unterschieden. Sei es grafisch, sei es bei den Zahlen- und Ortsangaben. Nun ja, einige präsentieren wir nachfolgend noch.

Ob unsere Postkutsche, wie in manchen Chroniken beschrieben, tatsächlich hier am vormaligen Lehngericht gehalten hat, ist unbestätigt, d. h., dafür gibt es keine Beweise.
Die damaligen Postkurse Chemnitz – Thum – Annaberg und Chemnitz – Stollberg – Zwönitz – Aue berührten Einsiedel nämlich gar nicht. Aber es muss zwangsläufig einen Pendelverkehr zwischen der Einsiedler Postexpedition und einer Übergabestelle auf einer der Überlandlinien gegeben haben. Wie dem auch sei, wir besteigen noch einmal unser Gefährt und drehen Richtung Unterdorf und in unserer Chronologie wieder in Richtung Gegenwart. Aber ganz langsam, es kommen noch einige Stationen.

1868

… verlegt die Post in die Hauptstraße 493, in das sog. „Höfnersche Grundstück“. Wie wir bereits an anderer Stelle hier im Heimatwerk berichteten, gibt es bislang kein Foto des am 5. März 1945 im Bombenhagel untergegangenen Gebäudes.

Auch hier verweilte die Post nicht lang, schon unter dem …

9. Oktober 1875

… bezog sie Räume im soeben eröffneten Einsiedler Bahnhof4.

Bahnhof Einsiedel um 1875
Das Foto zeigt den Bahnhof Einsiedel in seiner ersten Bauform um oder kurz nach 1875. Noch nicht einmal der Güterschuppen ist gebaut, er wird aber kurze Zeit später errichtet.
 

Mit dem Bau von Eisenbahnen in den deutschen Ländern wie auch in ganz Europa endete sukzessive die Postkutschenära. Menschen und Güter, so natürlich auch Postsendungen, konnten jetzt mit einer bisher unerreichten Geschwindigkeit transportiert werden.
 

Postkutsche im Festumzug "700 Jahre Einsiedel" 1955
Aber die Postkutschen lebten immer mal wieder kurzzeitig auf, z. B. anlässlich des Festumzuges zur 700-Jahr-Feier in Einsiedel 1955 – hier passenderweise vor der Apotheke.

Keine drei Jahre blieb die Post im Stationsgebäude der „Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn“.

"Restaurant Kurbad" in Einsiedel, vormals Postamt.

Bereits unter dem 1. Januar 1878 eröffnet man im Grundstück Wiesenstraße 3 ein neues Amt. Grund war die gewachsene Einwohnerzahl in Einsiedel, sie stieg von 1960 Personen 1875 auf 2946 Bewohner nur zehn Jahre später. Das führte natürlich zu einem starken Ansteigen des Postverkehrs und die Postexpedition wird im Zuge dessen zum Postamt der Klasse III erhoben. Diese Klasseneinteilungen erfolgten nach der Menge/Größe des Postverkehrs und den Einnahmen der Postämter.

Ja, und wo war nun genau dieses Postamt der Klasse III? Im späteren Restaurant zum Kurbad. Wo? Noch später war das die BHG, also das Ladengeschäft, nicht die Lagerhalle hinten am Bahnhof.
Heute ist ein Teil des Grundstücks der Parkplatz der EDEKA, aber einige werden sich sicher noch an das Haus erinnern, welches im Oktober/November 1996 abgerissen wurde.

Briefmarke 1. Mai 1878 - Bilder vom Tage

Genau vier Monate befand sich die Kaiserliche Post nun hier in diesem Eckgebäude, als der Postbeamte die 10-Pfennige-Marke am 1. Mai 1878 abstempelte. Sorgen ob eventueller Feiertagsarbeit mit satten Zuschlägen für den Beamten von 1878 braucht sich niemand machen, gesetzlicher und arbeitsfreier Feiertag ist der 1. Mai erst seit 1933.

Betrachten wir noch zwei andere Aspekte des Einsiedler Postalltags:

Freilich wurde auch unzählige Auslandspost in Einsiedel zugestellt.

"Correspondenz-Karte" an Emil Schwalbe, 1889
Hier eine „Correspondenz-Karte“ der Kaiserlich-Königlichen Österreichischen Post. Warum diese in unserem Archiv landete, ist der Empfänger: Brauereibesitzer Emil Schwalbe5. Sauber abgestempelt am 19. September 1889 in Fischern, einem Ortsteil von Karlsbad, Böhmen, Österreich-Ungarn. Auf der Rückseite eine Zahlungsbestätigung, dass eine Rechnung in Karlsbad (vermutlich bar) beglichen wurde.

Eine Zuordnung Einsiedels zur Kreishauptmannschaft Zwickau zwischen 1882 und 1900 führte auch zu einer veränderten Ortsbezeichnung im Poststempel.

Post-Zustellungsurkunde, Einsiedel, 1899
Während wir 1878 „EINSIEDEL B/CH.“ lesen, sehen wir in diesem Zeitraum (hier am 10. November 1899) beim Stempelabdruck „EINSIEDEL (BZ. ZWICKAU)“.

Mit mehr als 22 Jahren verbleibt die Post im nachmaligen „Kurbad“ ihren bisher längsten Abschnitt in einem Einsiedler Grundstück.

1900

In diesem Jahr wird das neue Rathaus6 in der Hauptstraße 79 fertiggestellt.

Rathaus Einsiedel mit Kaiserlicher Post
„Kaiserliches Postamt.“ (ja, mit Punkt) lesen wir in großen, erhaben ausgeführten Lettern an der Fassade des rechten Gebäudeflügels. Und im Erdgeschoss desselben wurden am 16. Juli die Schalter geöffnet. Gleichzeitig erfolgte die Hochstufung zum Postamt Klasse II.

Dem vorausgegangen waren schwierige Verhandlungen des Bauausschusses der Gemeindeverwaltung Einsiedel für die Rathauserrichtung mit der Kaiserlichen Oberpostdirektion über die Höhe der Mietzahlungen. Sie fruchteten letztlich.

Poststempel Einsiedel, 1909

Die neuen, jetzt hier verwendeten Stempel tragen wieder die Bezeichnung „EINSIEDEL (BZ. CHEMNITZ)“.

Die Postkarte „Am Wege nach der Talsperre“7, von der wir hier die Briefmarke mit Stempel abgebildet haben, war damals im September 1909 nach Rumänien versandt worden. Längst hat sie ihren Weg in die Heimat zurückgefunden.

Ja, und „Heimat“ ist auch das Stichwort für unsere nächste Form der Post, die zwischen 1914 und 18 zum Tragen kam:

Das war im Ersten Weltkrieg keine neue Erfindung, sie erhielt aber durch die vielen Fronten mit unzähligen Soldaten und Ereignissen eine gänzlich neue Dimension. Die Postsendungen (Briefe, Postkarten, Päckchen, Pakete oder auch Zeitungen) waren in bestimmten Gewichtsgrenzen portofrei, sowohl von der Front in Richtung Heimat als auch umgekehrt.

Historisch wurde die Feldpost durch die nationale Postorganisation gestellt und war funktional in die militärische Organisationsstruktur der Streitkräfte integriert.
Die Feldpost hatte bis zum Aufkommen moderner, digitaler Kommunikationsmittel einen besonders emotionalen Aspekt, da die Briefe oft über einen langen Zeitraum das einzige regelmäßige Lebenszeichen der Soldaten an die Angehörigen in der Heimat darstellten.

Wikipedia, abgerufen am 24. August 2025
Feldpost, Einsiedel 1917
Es ist ganz sicher nicht die Masse unserer Archivpostkarten, die als Feldpost gelaufen sind, aber einige Stücke haben wir schon. So unser Beispiel oben: keine Briefmarke, aber der Einsiedler Stempel. Das Wort „Feldpost“ (Pfeil) war zwingend vorgeschrieben. Die Motivseite zeigt übrigens eine Lithografie des „Café Ostheim“8.
Deutsche Reichspost, Logo um 1925

1919 – Deutsche Reichspost

Auf der Grundlage der Weimarer Verfassung wurde die Einheit des deutschen Post- und Telegraphenwesens geschaffen.

… auch ein interessantes Kapitel der Postgeschichte. Charakteristisch waren die im Gegensatz zu den runden Typen der „normalen“ Post, die bei der Bahnpost verwendeten ovalen Stempel.
Im September 2025 feierten wir das 150-jährige Streckenjubiläum der „Zwönitztalbahn“, also der Strecke Chemnitz – Aue – Adorf.

Bahnpost, Einsiedel 1922
Und hier haben wir nun ein Dokument, das gut an die Eisenbahnzeit im Zwönitztal erinnert und in unseren Artikel passt. Emil Beckert („Strick-Beckert“), der via „Bahnpost“ versandte, hatte seinen kleinen Betrieb in der Hauptstraße 649.

Die Bahnpost in Deutschland trat an die Stelle der Beförderung von Postsendungen durch Postreiter und Postkutschen. Sie war in der gesamten Zeit der Reichspost das Rückgrat der Postbeförderung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Deutsche Bundespost und die Deutsche Post der DDR die Möglichkeiten der Bahn. Fahrzeiten der oft planmäßigen Fernzügen beigestellten oder als gesonderter (Güter-)Zug verkehrenden Bahnpostwagen waren in einem speziellen Postkursbuch veröffentlicht. Nach der Wiedervereinigung, der bereits begonnenen Postreform und dem Aufkommen von Sortierzentren am Rand der Städte wurde die Beförderung der Sendungen auf LKW umgestellt. …
… Die Postsendungen (Briefpost) werden in den Bahnpostwagen nicht nur befördert, sondern auch bearbeitet, d. h. nach Orten und Leiteinheiten verteilt, damit die wertvollen Stunden der Fahrzeit ausgenutzt werden. …… Oft haben Bahnpostwagen eine Einwurfmöglichkeit für Postsendungen vom Bahnsteig, ähnlich dem Schlitz an Postkästen. Eine eigene Kennzeichnung von Bpw besteht seit 1852 (Preußen). Dieses preußische Nummerierungssystem führten die Deutsche Reichsbahn und die Deutsche Reichspost fort. Die Gründung der Deutschen Bundespost und der Deutschen Post (DDR) nach 1945 führte zu unterschiedlichen Konstruktionen bei Bpw und dementsprechend zu divergenten Kennzeichnungen.

Wikipedia, abgerufen am 18. September 2025
Rathaus Einsiedel um 1929
Angeblich aus dem Jahre 1929 stammt obiges Foto. Ein interessanter Nebenschauplatz ist die Werbevitrine rechts, aber betrachten wir das Rathaus: Auch wenn uns hier ein angegebenes Aufnahmejahr vorliegt, lassen sich bei genauer Betrachtung oft Zeitfenster erkennen, wenn bei anderen Bildern keine oder wie hier eine widersprüchliche Datierung erfolgt ist.
Bis kurz nach 1918 lasen wir an der rechten Fassade „Kaiserliches Postamt“, aus dem später „Postamt“ wurde. Man hat anfangs nur das Wort „Kaiserliches“ entfernt, später aber auch „Postamt“ und das dann wieder ordentlich zentriert und erhaben in kursiver Schrift erneut angebracht.
Wir vermuten dieses Foto hier allerdings um 1931 oder kurz darauf, denn in jenem Jahr war die Deutsche Reichspost in die Hauptstraße 66 gezogen und die Räumlichkeiten wurden mit Umzügen von Sparkasse und Gemeindebank (Gemeindegiro-Kasse) innerhalb des Gebäudes neu belegt. Die Sparkasse und ihre Kunden nutzen fortan den rechten Eingang. Das Geldinstitut bleibt für Jahrzehnte im Gebäude, genauer bis November 1993.
(Foto: Helmut List)

1931 – in der Hauptstraße 66

Briefkopf der Strumpffabrik Carl Richter
Das Gebäude Einsiedler Hauptstraße 66 auf einem alten Briefkopf der Firma Carl Richter. Der produzierende Bereich (Strumpfwaren) dieses Unternehmens lag in der Eibenberger Straße 20.
Carl Richters Vater Adolf kaufte 1911 von „Richard Nitzsche Sen. & Jun.“ deren Strumpffabrik, welche das Gebäude hier in der Hauptstraße Nr. 66 als Kontor und Lagerhaus nutzte. Den im verwendeten Briefkopf ebenfalls benannten Einsiedler Bahnhof sehen wir hinten links. Der Haupteingang des Gebäudes ist zur Hauptstraße hin gelegen, da, wo das Auto dargestellt ist.

Das Gebäude hieß vor dem Kauf kurzzeitig „Villa Schmidt“, da der Kaufmann und Gemeinderatsmitglied Robert Schmidt dieses preiswert erworben hatte.

Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre bemühte sich der seinerzeitige Amtsvorsteher der Einsiedler Post, Langnickel, um den Erwerb eines posteigenen Grundstücks mit vorhandenem Gebäude, das aber in zentraler Lage in Einsiedel stehen sollte. Grund dafür war auch, dass die Amtsräume der Gemeindeverwaltung und von Sparkasse und Gemeindebank im Rathaus nicht mehr ausreichten, die Post sollte räumen.
Was lag näher als die „Villa Schmidt“ schräg gegenüber? Nichts! Und so konnte Robert Schmidt das repräsentative Grundstück profitabel an die Deutsche Reichspost verkaufen.
Nach einigen baulichen Veränderungen, z. B. einer Selbstwählvermittlung, eröffneten hier am 1. April 1931 die Schalter.

Die 1930er Jahre

In diesen Zeitraum fällt die erstmalige Nutzung von Frankiermaschinen durch Einsiedler Firmen. Vielleicht war es auch erst Anfang der 1940er Jahre, dass diese bei Briefmarkensammlern ganz sicher nicht beliebten Maschinen in Berbisdorf und Einsiedel zum Einsatz kamen.

Stempeldruck Freistempler der Firma Herrmann Richter, Berbisdorf 1942
Hier ein Stempelabdruck einer „Frankotyp Nr. 16 790 C“ der Firma Hermann Richter in Berbisdorf, Berbisdorfer Straße 82. (Originalvorlage: Wolfgang Röhr)
Sofort nach Kriegsende wurde der Wertstempel aptiert und das Hakenkreuz entfernt. Übrig blieb ein weißer Kreis. Um 1950 gab es dann einen neuen Wertstempel mit dem Schriftzug „Deutsche Post“ oben, dem Portowert mittig und einem Posthorn unten. Der Tagestempel links und der Werbeeinsatz blieben unverändert.

Eine weitere nachgewiesene Frankiermaschine („Frankotyp Nr. 17 542“) besaß die Firma WeRu (Wehner & Rudolph) in der Bergstraße 910.
Und auch die Strumpffabrik C. F. Lohs in der Berbisdorfer Straße 24 nutzte einen solchen Freistempler, der Typ ist unbekannt.

Wir möchten anmerken, dass keine verlässlichen Nachweise vorliegen, die auf eine Nutzung solcher Frankiermaschinen durch andere Einsiedler Betriebe oder die Gemeindeverwaltung Einsiedel hindeuten. Sie frankierten in der üblichen Weise mit Briefmarken oder nutzten später (zu DDR-Zeiten) den „Zentralen Kurierdienst“. Zu diesem führen wir weiter unten kurz aus.

Mit Kriegsbeginn 1939 kam auch die Feldpost wieder zum Tragen.

Feldpost nach Einsiedel 1943
Auf offiziellem Formular erreichte diese Feldpostkarte wohl noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest den Empfänger in der Heimat.
"Frohe Weihnachten", Russland 1943

Die Rückseite des obigen Vordrucks war leer und ebenfalls für Schriftliches oder, wie hier, Künstlerisches vorgesehen.

Das Papier ist deutlich dünner als bei einer klassischen Ansichtskarte. Ob hier schon der vor allem am Kriegsende bekannte Papiermangel zum Tragen kam, ist unklar. Wahrscheinlich wird wohl eine Gewichtsreduzierung für die zu hunderttausendsten zu versendenden Schriftstücke der Grund sein.

Auch im Zweiten Weltkrieg war die Feldpost (wieder in gewissen Gewichtsgrenzen) portofrei. Aber bezahlt haben wir doch!

1945 – Der Krieg kehrt heim

Am 24. Januar 1945, damals ein Mittwoch, schrieb Käthi Sellge an ihre Mutter und an Uschi (wohl ihre Schwester) die unten stehende Karte, die zwei Tage später im Postamt abgestempelt wurde. „Wir dürfen ja jetzt keine Briefe mehr schreiben, nur noch Karten“, lesen wir u. a. auf der Rückseite. Diese Postkarte ist – wie die Feldpostkarte von 1943 – aus sehr dünnem Papier.
Käthi war im Zuge der Kinderlandverschickung (KLV) mit vielen anderen Kindern in der „Alten Schule“ (Lager Sa. 165) untergebracht, einem Gebäude, das dem wenige Wochen später stattfindenden Bombardement alliierter Flieger zum Opfer fallen wird. An gleicher Stelle steht heute die „Neue Schule“, welche von 1960 bis 61 errichtet wurde11.

Kinderlandverschickung Einsiedel - Bilder vom Tage
Man beachte die Briefmarke der „Dauerserie Adolf Hitler“, die Marken dieser Reihe werden in wenigen Monaten in Sachsen „modifiziert“, wir kommen gleich dazu.
Einsiedler Post, die frühen 1930er Jahre
Ein bekanntes, weitverbreitetes Motiv des Einsiedler Postamtes in der Hauptstraße 66, von der „Luthereiche“ aus aufgenommen. Den sehr niedrigen Begrenzungszaun vorn gibt es in Teilen – unter einer Hecke versteckt – auch 2025 noch.

Das Postamt, eigentlich für eine jahrzehntelange Nutzung geplant, wurde am 5. März 1945 durch angloamerikanische Bomben restlos zerstört.

Aber nur wenige Tage währte die „postlose Zeit“ in Einsiedel, dann wurde eine provisorische Poststelle in der Veranda des unzerstörten Gasthauses Drei Eichen (Hauptstraße 133)12 eingerichtet.

Gasthaus "Drei Eichen" in Einsiedel
Einen Blick in diese Veranda – freilich ohne Post – gewährt uns die Ansichtskarte oben. Das ganze Provisorium, später in ein Gesellschaftszimmer im ersten Stock verlegt, sollte einige Monate bestehen bleiben.

Die in der Hauptstraße 66 ebenfalls vernichtete Selbstwählvermittlung des Amtsbereiches Einsiedel konnte als Handvermittlung in einem Nebenraum des Rathauses wieder aufgenommen werden.

Ein eigenes Sammelgebiet für Philatelisten sind die sogenannten „Sächsischen Schwärzungen“.
Unmittelbar nach Kriegsende verfügte die sowjetische Besatzungsmacht die Ungültigkeit der Postwertzeichen des „Dritten Reiches“. Aber neue Briefmarken waren natürlich nicht sofort verfügbar.
Eine Option war die Barfreimachung des Poststückes (Stempel „Gebühr bezahlt“). Eine zweite Möglichkeit war das gestattete Verwenden der bisherigen Postwertzeichen, wenn die Markenbilder nationalsozialistischer Persönlichkeiten und/oder entsprechende Symbole unkenntlich gemacht wurden. Das betraf in erster Linie die Dauerserien mit dem Porträt von Adolf Hitler und „Hindenburg-Medaillons“, letztere mit Wasserzeichen 4 (Hakenkreuz).
Während dieses Provisoriums im Bereich der Oberpostdirektion Dresden nur vom 23. Mai 1945 bis zum 20. Juni 1945 dauerte, war der Zeitraum bei der Oberpostdirektion Leipzig und der Reichspostdirektion Chemnitz vom 12. Mai 1945 bis zum 8. August 1945 und damit einige Wochen länger. Dies führte dann zu Nach- und Strafporto-Zahlungen, wenn Poststücke von einem Bereich in den anderen versandt wurden. Oftmals erkennen wir das an großen, mit blauem Stift quer über den Brief geschriebenen Zahlen, z. B. „12“ für 12 Pfennig Nach- resp. Strafporto.

Die Schwärzungen erfolgten bei den im Postamt vorrätigen Marken ebenda, bei Postwertzeichen in Privatbesitz war der Eigentümer dafür selbst verantwortlich, sollten die Marken zum Versand genutzt werden. Und hier waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Übermalungen, Überstempelungen, Überklebungen und Daumenabdrücke mit Tinte waren die gängigsten Formen.
Grundsätzlich musste aber immer die Portostufe lesbar bleiben. Landete das Schriftstück ohne Schwärzung im Briefkasten, schwärzten dann die Postämter, bevor der Stempel abgeschlagen und das Poststück versandt wurde.

Postanweisung mit „Sächsischer Schwärzung", Einsiedel 1945
Am 4. Juli 1945 wurde in Drei Eichen die Postanweisung mit „Schwärzung Hitler“ über 7,25 RM an das Finanzamt Chemnitz-Land abgestempelt.
Obwohl der Friedhofsverwalter Erich Kretschmer seine Wohnung verlor – das Gebäude Harthauer Weg 7 wurde am 5. März 1945 vernichtet – mussten Steuern bezahlt werden.
Frühe Briefmarken der SBZ, Einsiedel 1945


Seit 9. November 1945 waren dann Marken einer Dauerserie wie nebenstehend verfügbar (gültig bis 31. Oktober 1946).
Die „Vorgängermodelle“, gültig ab 28. September 1945, waren optisch identisch, aber ohne Zahnung.

1946 bis 1953

Im Postgrundstück Hauptstraße 66 wird 1946 eine große Baracke aufgestellt. Bis 1954 werden nun von hier aus die Dienstleistungen erbracht.

Planungen für einen Neubau des Postgebäudes laufen an und 1953 beginnen die Ausschachtungen. Das Haus soll vier Meter länger werden als sein Vorgänger.

Postbaracke in Einsiedel um 1954
Das obige Foto zeigt uns diese Baracke recht gut. Rechts daneben sehen wir bereits das äußerlich fast fertiggestellte neue Postgebäude. Das 1945 ebenfalls zerstörte Bahnhofsgebäude fehlt noch völlig, obwohl dieses bis zum 31. Dezember 1954 auch neu errichtet und fortan genutzt wird. So lässt sich das Foto wohl mit Spätherbst 1953 zeitlich einordnen. In diesem Jahr besteht die Belegschaft des Postamtes Einsiedel aus sieben Personen, Postamtsstellenleiter ist Fritz Pröger.
(Foto: Wolfgang Röhr)
Zensurbrief Kaffeehaus Hampel in die britische Besatzungszone
„OPENED BY EXAMINER“, seltener Zensurbrief in die britische Besatzungszone, Stempel am 10. Oktober 1947 in der Postbaracke abgeschlagen.
Zensurbrief DDR
Bezüglich Zensur findet sich in den Unterlagen von Wolfgang Röhr auch eine Ablichtung des obigen Briefes. Der Empfänger schreibt dazu in seiner Chronik:

Artikel 8 der 1953 gültigen Fassung [der DDR]: Persönliche Freiheit, Unverletzlichkeit der Wohnung, Postgeheimnis … sind gewährleistet.
Januar 1953 – Welche anonyme Institution kontrolliert heimlich die Auslandspost, ohne einen Zensurvermerk anzubringen?
Der primitive Zettel „Zustellen“ mußte eigentlich vom Zustellpostamt entfernt werden. Hier wurde es vergessen u. damit wurde ein Verfassungsbruch bekannt.

1954 bis 1955

Es ist so weit! Ein neues Dienstgebäude ist anstelle des 1945 untergegangenen Vorgängers für die Deutsche Post entstanden und wird übergeben. Heute fast ein „Ding der Unmöglichkeit“, wurde das Gebäude innerhalb von nur zwei Jahren errichtet. Und eingerichtet!
Architektonisch deutlich einfacher als sein Vorgänger gehalten, bietet die neue Post aber reichlich Platz. Im Erdgeschoss befinden sich neben Verwaltungsräumen mehrere Schalter und Telefonzellen. In der ersten Etage sind das Fernmeldeamt und ein Kulturraum für die Postangestellten eingerichtet. Für Letztere waren ebenso Wohnungen im Gebäude integriert.

Einsiedler Post mit Banner für „Einheit und Frieden“
Auf dem Banner an der Fassade lesen wir „Für Einheit und Frieden!“. Nun, das Werben für die Einheit Deutschlands wird sehr zeitnah verschwinden und nimmt dann bekanntlich erst ab 1989 wieder Gestalt an. (Foto: Hans Morgenstern)

Auch 1954 hätte die 700-Jahr-Feier Einsiedels angestanden, denn die erste Erwähnung von Einsiedel datiert bekanntlich auf das Jahr 1254. Die Feierlichkeiten wurden in das Folgejahr verlegt, aber nicht, wie oftmals kolportiert, wegen des Hochwassers im Juli 1954.

Es gab einige andere handfeste Gründe für die Verschiebung: Der Hauptgrund war das Geld, oder besser: KEIN Geld, und der damalige Bürgermeister Hübschmann beantragte die Verlegung der Feier um ein Jahr. Außerdem wollte man aus ideologischen Gründen die Veranstaltung mit dem Ende des ersten Fünfjahrplanes zusammenfallen lassen und war auch noch der Meinung, dass die kriegsbedingten Aufräumarbeiten noch nicht weit genug vorangeschritten wären. (Im Gegensatz zur 725-Jahr-Feier 1980, wo nur noch Baulücken vom Bombeninferno kündeten, waren 1955 noch Schäden weithin sichtbar.) Ein Mangel an geeigneten Räumlichkeiten war damit auch noch gegeben, die aber freilich in dem einen Jahr Aufschub auch nur teilweise beseitigt werden konnten (z. B. Waldklause mit13 Außenanlage, erste Ausbaustufe).

Sonderstempel „700 Jahre Einsiedel“ 1954/55


Trotz Verschiebung – bei der Deutschen Post in Einsiedel war man schon weiter. Bereits seit 1. August 1954 bis zum 3. Juli 1955 lief ein Werbestempel für die 700-Jahr-Feier. Unschwer zu erkennen, wer diesen Stempel bezahlt hatte: das Einsiedler Brauhaus.
Während der Festtage wurde er in einem fahrbaren Postamt auf der Festwiese, die übrige Zeit im Postamt Einsiedel geführt.

Ebenfalls bezüglich 1955 schrieb Wolfgang Röhr in der „Deutschen Zeitung für Briefmarkenkunde“, Nr. 14/1970:

„… Ein bedeutendes Ereignis in der wechselvollen Postgeschichte von Einsiedel war es, als nach dem Tode des Amtsleiters Fritz Pröger erstmals eine Frau als Leiterin des Postamtes eingesetzt wurde. Seitdem sind 15 Jahre vergangen, in denen Frau Martha Dost erfolgreich das kleine Postkollektiv leitet.“

Von den vielen, zu DDR-Zeiten erschienenen Ersttagsbriefen wollen wir gerne das nachfolgende, in Einsiedel abgestempelte Stück präsentieren:

Ersttagsbrief "Zehn Jahre Bodenreform", Einsiedler Post 1955
Zehn Jahre Bodenreform 1945 -1955

Ab 1956 und die 1960er Jahre

Postangestellte im Einsiedler Postamt 1967
Die Angestellten des Einsiedler Postamtes 1967 im Kundenraum. Gegenüber befanden sich die Schalter. Die Leiterin Martha Dost (Dienstrang Sekretär) hintere Reihe, 5. v. l. (Foto: Gabriele Hähle). Auch alle anderen Personen auf dem Foto sind namentlich bekannt. Wir erinnern noch an Inge Georgi, Unterassistent, Postzustellerin, hintere Reihe, 2. v. l.

Interessant das auf dem Foto oben nur teilweise zu sehende Wandgemälde am oberen Bildrand, es zeigt eine Weltkugel mit markanten Bauwerken und Briefmarken. Rechts daneben ein Sichtkasten mit dem aktuellen Briefmarkenangebot.
Das Wandgemälde gibt es heute nicht mehr. Unten die wahrscheinlich letzte Aufnahme davon, September 2004. (Foto: Ronny Siegert)

Ehemaliges Wandgemälde in der Einsiedler Post 2004
Hölzerner Postkarren in Einsiedel

Lange Jahre wurde die Post vorrangig mit großen hölzernen Karren verteilt. Die nebenstehende Aufnahme ist auf der Neuen Straße14 entstanden, hier war alles noch eben. (Foto: Willi Fiebig)

Aber betrachten wir die Topografie und die vielen Straßen in Einsiedel, die sich die Hänge im Osten und Westen hochziehen, sehen wir die Dienstleistungen der seinerzeitigen Postangestellten (zunehmend Frauen) mit anderen Augen.
Neben den eisenbereiften, einachsigen Karren gab es auch ähnliche mit etwas kleineren, aber luftbereiften Rädern.

 

 

Von der Tochter der o. g. Inge Georgi, Gabriele Hähle, erhielten wir aus den Erinnerungen ihrer Mutter den nachfolgenden Bericht:

Meine Mutter war von 1961 bis 1990 Postangestellte am Postamt Einsiedel, letzter Dienstrang Oberassistent, tätig im Zustell- und Innendienst. Sie hat im Innendienst u. a. in den 70er und 80er Jahren die monatlichen Abrechnungen zur vorgesetzten Dienststelle Hauptpostamt 4 Karl-Marx-Stadt durchgeführt. Oft saß sie mit diesen aufwendigen Arbeiten auch noch zu Hause.
Der Zustelldienst war für alle Postangestellten auch eine körperlich schwere Arbeit und das bei Wind und Wetter über Berg und Tal. Die Posttasche war schwer zu schleppen. Bis in die 70er Jahre zogen die Zusteller für Zeitungen, Zeitschriften und Päckchen Handwagen oder Schlitten als Transportmittel auf der Zustelltour hinter sich her.
Später wurde als Neuerung des Hauptpostamtes ein Handziehwagen aus Metall eingeführt, der selbst ein stolzes Eigengewicht hatte und im bergigen Gelände schwer zu bewältigen war. Die Frauen nahmen dann trotzdem lieber den hölzernen Handwagen. Der Metallwagen war nur im Tal einsetzbar.
Anfang der 80er Jahre bekam das Postamt Einsiedel einen Post-Trabi Kombi zugeteilt. Damit konnten nun die Zustellung der Paketpost und auch eine Neuerung, die Ablagen von Zeitungspaketen auf den Postzustell-Touren in Häusern, durchgeführt werden. So konnten die Zusteller die Zeitungen von Ablagestelle zur Ablagestelle in die Posttasche einordnen und die Haushalte beliefern. Dieses Ablagesystem, erdacht vom Hauptpostamt, war eine sehr wesentliche Arbeitserleichterung.

Die Einsiedler Post 1962
Hier die Post im Jahre 1962. (Foto: Ingobert Rost) Links vom Gebäude befindet sich die Hofeinfahrt für die Postautos. Bei der Neuerrichtung des Hauses 1953/54 wurde an der rückwärtigen Seite für die Be- und Entladung des Postgutes eine Laderampe angebaut, an der sich der Paketraum im Erdgeschoss anschloss. Die abgefertigten Postfahrzeuge konnten Richtung Hauptstraße den Posthof verlassen. Das nachstehende Foto, im Herbst 2004 vom Rathausturm aus aufgenommen, verdeutlicht uns das gut. (Foto: Peter Hollstein)
Die Einsiedler Post 2004

Die 1970er Jahre – Post und Pyramide

Standortbedingt geht seit dem erstmaligen Aufstellen der Pyramide15 diese mit dem Postgebäude in der Advents- und Weihnachtszeit eine recht „innige Beziehung“ ein – und besonders intensiv war diese „Zusammenarbeit“ in den 1970er Jahren.

1970 werkelte das bis heute bestehende „Pyramidenkollektiv“ fleißig sechs Monate lang bis zu jenem Tag im November, als die Pyramide erstmalig errichtet wurde. Aber nicht am bekannten Platz vor der Post, sondern auf dem Grundstück von Werner Glöß in der Berbisdorfer Straße 1816 erfolgte dieser erste Aufbau, ein Probeaufbau, der fast reibungslos verlief.

Aufbau der Einsiedler Pyramide 1970

Somit war das Pyramidenkollektiv bereit für den zweiten Aufbau, der dann am Samstag vor dem 1. Advent 1970 (28. November) aufmerksamkeitsstark über die Bühne ging und eine jahrzehntelange, erfreulicherweise bis heute anhaltende Tradition begründete.
Seinerzeit war der Aufbau reine Handarbeit. Nebenstehend ein Foto, das uns die damals recht abenteuerlich anmutende Aktion näherbringt. Die Aufnahme stammt wahrscheinlich aus den Jahren 1973 oder 74. Bis zu vier Männer zogen mit Seilen aus den Fenstern der Dachgeschosswohnung des Postgebäudes die zehn Meter messende Mittelachse, die die Drehteller trägt, und die vier schweren Seitenstützen nach oben. Vom Boden aus wurden diese Teile mit Hilfsstangen nach oben gedrückt. Ein, zwei mutige Männer verschraubten dann, auf Leitern stehend, die vier Seitenstützen am oberen Kranz. All die Jahre, in denen die Pyramide so errichtet wurde, ist nichts passiert, soll heißen, es sind keine Unfälle mit Personenschaden aufgetreten.
(Foto: Steffen Göthel)

Erster Postbote auf der Einsiedler Pyramide

Aber damit endet die Beziehung Pyramide – Post nicht. Wir alle kennen die Figuren, die sich auf den Drehtellern bewegen. Unten stehen die größten und man kommt ihnen beim Betrachten besonders nah. Der Wirt, freilich mit Einsiedler Bier, der Jäger (seit 1. Dezember 2024 „Jäger Ingobert“), der erzgebirgisch-typische Nussknacker und: DER Postbote.
Hier sehen wir das ursprüngliche Original, so, wie 1970 von Werner Glöß erschaffen.
(Foto: Max List)

Auf alle Fälle muss unser Einsiedler Postbote furchtbar wichtig gewesen sein!
1995 wurde er gestohlen und Werner Glöß hat die Figur nach dem Diebstahl neu schaffen müssen.

Figuren der Einsiedler Pyramide
Oben sehen wir nun die 1,65 m hohe Neuschöpfung des Briefträgers. Seine Posttasche wird später hinzugefügt, zum Aufnahmezeitpunkt, Samstagvormittag, wird ja noch regulär Post verteilt … 😉

Deutlich ist zu sehen, dass der neue Postbote seine drei „Etagen-Genossen“ um einiges überragt. Hat sich Werner Glöß bei der Erstellung wirklich so in der Höhe vertan?
Oder man nimmt zur Grundlage, dass der neue Postbote sich einen Herrn Kühn als Beispiel nimmt? Herr Kühn – wer war denn das?
Kühn lebte angeblich zu Kaisers Zeiten in Einsiedel auf der Herrmannstraße und war sächsischer Landesmeister im „Brief-zu-stellen“, er war also der Schnellste in dieser „Disziplin“. Man sagt auch, er war lang und dürr, und für den forschen Laufschritt war sein Name wohl Programm.
Fazit: Der Pyramiden-Postbote wurde nicht versehentlich so groß, nein, er stellt den Herrn Kühn dar.

So, liebe Freunde, das war die Geschichte, die lange Zeit dazu kursierte. Im September 2019 hatten wir im Einsiedler Anzeiger einen kurzen Beitrag verfasst, in welchem der Einsiedler Postzusteller Erich Kühn abgebildet war.

Postbote Erich Kühn mit Dienstfahrzeug „Garant“
So, und hier ist er nun: Erich Kühn, Unterassistent und Postzusteller. Mit dabei: dessen Dienstfahrzeug vom Typ „Garant“, welches zum Zeitpunkt wohl auch schon seine besten Jahre hinter sich hatte, aber auf dem Foto bissel Farbe zum gegensätzlichen „DDR-Einheitsgrau“ der Fassaden im Hintergrund bringt. Wir schätzen, dass das Bild zum Ende der 1960er Jahre aufgenommen wurde. Und wohl um den 1. Mai herum, wie der Fahnenschmuck und die aufgestellten Birken rechts vermuten lassen. Aufnahmeort ist die Neue Straße zwischen den Hausnummern 26 und 24 („Kreml“17). (Foto: Max List)
Postfahrzeug auf der Einsiedler Neuen Straße
Und hier nun in etwa der gleiche Ausblick, 30. August 2019. An Erich Kühn werden sich wohl nur wenige erinnern. Aber jetzt sehen wir Jana Neumann, wer kannte sie nicht? Immer freundlich, war sie von 1995 bis 2022, also 27 Jahre, in Einsiedel sehr zügig unterwegs, um das Pensum – unser aller Post – zu schaffen. Zeit für einen kurzen Schwatz (… oder ein Foto) blieb aber meist.
Nun, liebe Freunde: Tempora mutantur – die Zeiten ändern sich! Dienstgrade gibt es bei der Post nicht mehr, Dienstkleidung sehr wohl. Die Lieferwagen sind zeitgemäß und erinnern uns in Farbe, Schriftzug und Posthorn an die klassische Tradition.

Ganz in der Nähe der obigen Aufnahme, schräg gegenüber am Zugang zum „Walter-Wieland-Hain“18

Ikarus-Bus in Einsiedel Mitte der 1960er Jahre
… gab es früher dieses Bushäuschen. (Foto: Max List)

Es war seinerzeit übrigens das erste NAW-Objekt hier im Ort. Bei Wolfgang Röhr lesen wir, dass am Häuschen Ende der 1970er Jahre sogenannte Wertzeichengeber, also Briefmarkenautomaten, angebracht waren.

Diese gaben Rollenmarken in den drei hier gezeigten Mustern/Wertstufen ab. Die Motive (es gab deutlich mehr) kennen wohl noch viele von uns, stammen sie doch aus der Dauerserie „Aufbau der DDR“.
Die Wertzeichengeber waren aber nicht immer betriebsbereit und wurden nach kurzer Zeit wieder entfernt.

Das lässt uns noch ein anderes Thema kurz erwähnen, den

Der ZKD unterstand dem DDR-Innenministerium und wurde von der Deutschen Post ausgeführt, er bestand bis 1990.
Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR etabliert und ersetzte das bis dahin gängige Gebührenablöseverfahren der Reichsbehörden (Stempel oder Aufdruck „Frei durch Ablösung Reich“). Es handelte sich dabei um eine pauschale Ablösung von Porto- bzw. Frachtkosten für eine Vielzahl von Postsendungen.

Der ZDK ist ein (recht umfassendes) Kapitel für sich und war im Laufe seines Bestehens unzähligen Änderungen unterworfen.
Grundsätzlich war der ZDK für – wir formulieren frei: „Dienstpost“ – zuständig. Das war ein weites Feld und variierte. Ziel war eine vorrangige Zustellung vor der Post an private Empfänger. Genutzt wurde der ZDK von Behörden, volkseigenen Betrieben, HO und Konsum oder Einrichtungen staatlicher Organe.
Die klassischen Briefmarken waren dafür nicht zugelassen, sondern spezielle Dienstmarken wurden eingesetzt. Auch das Aussehen der Marken änderte sich im Laufe der Jahrzehnte, einige haben wir umstehend abgebildet. Außerdem einen

„ZKD-Stempel“, der in dieser Form ab 1. April 1988 zum Einsatz kam, das hier gezeigte Exemplar im Sommer 1989 im Einsiedel.

Die 1980er Jahre

1980, zur 725-Jahr-Feier von Einsiedel, lebten in der Festwoche die Postkutschen wieder einmal auf.

Postkutsche – Pony-Vierspänner, Einsiedel 1980
Dieser kleine (gelbe) Pony-Vierspänner mit Posthorn kutschierte nur im Festumzug mit. Der Autor dieser Zeilen fuhr übrigens als junger Bengel in feinster Biedermeier-Garderobe in dieser Postkutsche mit – das muss aber unter uns bleiben!
Man achte auf die Pyramide links vor der Post. Die außersaisonale Errichtung war dem Ortsjubiläum gewidmet und es ist bis heute einmalig, dass sie im Sommer aufgebaut wurde.

Umfangreich und gut zu unserem Artikel passend ist nachfolgend die Beschreibung, wie der „innerörtliche Linienverkehr“ während der Festwoche organisiert war. Wir zitieren aus dem „Festprogramm 725 Jahre Einsiedel“:

Ortsverkehr. Zu den Veranstaltungen wird ein Ortsverkehr mit zwei Postkutschen eingerichtet. Die Postkutschen verkehren am 14. Juni von 14.00 bis 19.00 Uhr, am 17. Juni von 15.00 bis 20.00 Uhr, am 21. Juni von 9.00 bis 13.00 Uhr und am 22. Juni von 9.00 bis 18.00 Uhr nach gesondertem Fahrplan.
Fahrpreise: Erwachsene 1,– M – Rentner und Kinder 0,50 M

Postkutsche zur 725-Jahr-Feier, Einsiedel 1980

Beide Postkutschen sind ausreichend fotografisch dokumentiert und wir haben diese oben und unten eingestellt. (Foto oben: Erich Hertel)
Einen Postsonderstempel wie 1955 gab es nach unserer Datenlage nicht.

Einsiedel 1980: Postkutsche für den Ortsverkehr zur 725-Jahr-Feier
Die Einsiedler Post im März 1987
Das Postgebäude im März 1987. (Foto: Andreas Weidmüller)

1990

Im Zuge der Wiedervereinigung wird die Deutsche Post (der DDR) in die Deutsche Bundespost eingegliedert.

1994

Um unseren bereits zweiteiligen Artikel nicht zu sprengen, haben wir uns hier auf die Brief- und Paketpost beschränkt. Jahrzehntelang hatte die staatliche Postgesellschaft auch das Monopol für die Telekommunikation. Wir wollen an dieser Stelle an die 1994 in der Einsiedler Hauptstraße 166 errichtete „Vermittlungsstelle“ erinnern. Ziel war seinerzeit, dass jeder Haushalt im Bereich einen eigenen Telefonanschluss erhalten sollte.

Vermittlungsstelle der "Deutschen Telekom“ in Einsiedel
„Vermittlungsstelle“ der Deutschen Telekom, Foto vom 17. Januar 2010.

1995

Durch die Privatisierung wird aus der Deutschen Bundespost die Deutsche Post AG.

Das Postgebäude in der Hauptstraße 66 wird saniert. In den 1990er Jahren war hier an der Vorderfront ein Briefmarkenautomat angebracht, der (nach eigener Erinnerung – es kann gern verbessert werden) die jeweils gewünschte Wertstufe als drei- wenn nicht sogar vierstelligen Pfennigwert auf die selbstklebende Marke druckte.
Der technische Fortschritt machte diese Automaten obsolet, wer heute aus welchen Gründen auch immer keine Briefmarken kaufen kann, erwirbt diese im Web oder in der App. Auf ein schönes Motiv muss in diesem Falle aber verzichtet werden.

1998

Post-Agentur im "Zeitschriftenshop Bernd Obermaier"
Eine sogenannte „Post-Agentur“ wird am 1. Juni 1998 in den „Zeitschriftenshop Bernd Obermaier“, Am Plan 6, integriert. Hier eine Aufnahme vom August 1998. (Foto: Bernd Obermaier)

1999

Nach 68 Jahren und drei Monaten verlässt die Post die Hauptstraße 66 endgültig, die Filiale schließt zum 30. Juni. Eine eigene Niederlassung der Deutschen Post AG in Einsiedel gibt es damit nicht mehr und fortan werden die Postdienste von privaten Geschäften übernommen, die die posttypischen Leistungen in einer Art „Shop-in-Shop“ in ihren jeweiligen Läden offerieren.
Das Gebäude wird später in Privathand verkauft.

2000

Die Post-Agentur im „Zeitschriftenshop Bernd Obermaier“ schließt zum 30. November und wird in die „Quelle-Agentur Hofmann“ in der Einsiedler Hauptstraße 8319 verlagert. Eröffnung am 1. Dezember.

Das Gebäude Einsiedler Hauptstraße 83 im Dezember 2005.
Die Einsiedler Hauptstraße 83 in den Abendstunden des 18. Dezember 2005. Postwerbeschild rechts am Anbau.

Wieder auf dem Markt:

Lesen wir vorab, was Wikipedia (abgerufen am 19. Oktober 2025) dazu schreibt:

In der Bundesrepublik Deutschland gab es bis 1995 ein Postmonopol der Deutschen Bundespost. Das Monopol umfasste die Versendung von Briefen und die Telekommunikation. Durch die Postreform ist die staatliche Behörde in drei privatwirtschaftliche Aktiengesellschaften umgewandelt worden: Deutsche Post AG, Deutsche Postbank AG und Deutsche Telekom AG. Das Monopol für die Telekommunikation ist aufgehoben, für den Paketversand gab es kein Monopol und das Briefmonopol sollte 2002 aufgehoben werden. Es wurde um weitere 5 Jahre verlängert und bis zum 31. Dezember 2007 schrittweise abgebaut; seit dem 1. Januar 2008 ist der deutsche Briefmarkt gesetzlich liberalisiert. Seit Mitte der 2000er Jahre gibt es zunehmend private Postdienstleister auf dem deutschen Briefmarkt, der ein jährliches Volumen von 10 Mrd. Euro umfasst. Meist sind dies Zeitungsverlage, die über logistische Erfahrungen als (Zeitungs-)Zusteller verfügen. Diese Postdienstleister benötigen eine Lizenz der Bundesnetzagentur. Sie sind in Fachverbänden organisiert und streben eine bundesweite flächendeckende Briefzustellung an.

Das gab und gibt es auch in Einsiedel – bis heute. Und mit zahlreichen unterschiedlichen Anbietern. Ein Beispiel haben wir uns herausgegriffen:

"Grüne Post" – Briefmarkenauswahl

Eine der Annahmestellen eines der privaten Postunternehmen (umgangssprachlich „Grüne Post“) war in der Einsiedler Hauptstraße 6820, im Ladengeschäft der Fröhlich Elektronik GmbH.
Nebenstehend ein Plakat für die zum Zeitpunkt (um 2010) erhältlichen Briefmarken in verschiedenen Wertstufen. Die aufgerufenen Portopreise lagen meist unter denen der Deutschen Post AG, was vorwiegend für Vielversender interessant war.

Nicht nur in Chemnitz gab es seit Mitte der 2000er Jahre wieder zahlreiche private Postdienstleister, aber die wenigsten davon haben den seinerzeitigen Boom bis heute überlebt.
Private Postgesellschaften gab es auch schon (oder noch) im Deutschen Kaiserreich. Damals durften auch private Gesellschaften neben der staatseigenen Post innerhalb der Stadtgrenzen Sendungen zustellen. Die Postordnung vom 20. März 1900, in Kraft ab 1. April 1900, zementierte dann das Postmonopol. Das Deutsche Reich kaufte sämtliche privaten Firmen auf und schloss diese, bei Aktiengesellschaften wurden die Aktionäre ausbezahlt.

2008

Die „Quelle-Agentur Hofmann“ in der Hauptstraße 83 gibt unter dem 30. November ihr Geschäft auf.

Im Zuge dessen werden die Dienstleistungen der Deutschen Post AG ab 1. Dezember von Lothar Schlaffke im „Modehaus Einsiedel“, Hauptstraße 8221, angeboten und …

Post-Agentur in Einsiedel im Textilgeschäft von Lothar Schlaffke 2025
… so auch am 25. August 2025.

Nachbrenner

"Deutsche Schiffspost" nach Einsiedel 2025

Das lässt sich nur am Schluss erwähnen: die „Deutsche Schiffspost“. Die nebenstehende Postkarte wurde, wie gut ersichtlich, am 10. Mai 2025 an Bord der Adler-Vineta geschrieben, in den „Schiffsbriefkasten“ eingeworfen, der sich an Bord befand, und am selben Tag gestempelt.
„Adler“ stellt ab auf die Adler-Schiffe (Name der Reederei), was schon mal den „Fliegenden Holländer“ als „Verdächtigen einer langen Laufzeit“ ausschließt. Es ging auch nicht zur untergegangenen Stadt Vineta, sondern durch die Pommersche Bucht vom Heringsdorf nach Misdroy und am selben Tag zurück. Und während sich die Absender nach einem schönen Tag wieder ausschifften, ist der Werdegang der Postkarte ungeklärt. Erst am 3. September 2025, nach fast vier Monaten, wurde diese beim Empfänger in Einsiedel zugestellt.
Die einzige plausible Erklärung kann nur lauten: Die Postkutschen wurden reaktiviert! Augenzeugenberichte darüber, fotografische Dokumentation oder ähnlich Erhellendes zum Sachverhalt bitte an den Autor – notfalls auch per Post.


Danke für die Unterstützung


Für die Unterstützung zu dieser Seite bedanken wir uns bei:

  • Wolfgang Röhr
  • Gabriele Hähle
  • Jana Neumann
  • Bernd Obermaier
  • Lothar Schlaffke,
  • … und wie immer allen Bereitstellern von Fotos und Dokumenten.



Fußnoten und passende, ergänzende Artikel zu dieser Seite:

  1. Einsiedler Hauptstraße 76: Lehngericht und Apotheke ↩︎
  2. Einsiedler Hauptstraße 97: „Riedels Erben“ ↩︎
  3. Einsiedler Hauptstraße 49: Dachdeckerei Wilhelm Franke ↩︎
  4. Am Einsiedler Bahnhof 1: Bahnhof Einsiedel ↩︎
  5. Einsiedler Hauptstraße 144: Das Einsiedler Brauhaus ↩︎
  6. Einsiedler Hauptstraße 79a und 79b: Rathaus Einsiedel mit Sparkasse und Post ↩︎
  7. Talsperrengrund ↩︎
  8. Altenhainer Allee 8: Café Ostheim ↩︎
  9. Einsiedler Hauptstraße 64: „Strick-Beckert“ ↩︎
  10. Berggasse 9: Wehner & Rudolph ↩︎
  11. Harthauer Weg 5: Die Einsiedler Schulen ↩︎
  12. Einsiedler Hauptstraße 133: Gasthaus Drei Eichen, später Kultursaal „20. „Jahrestag der DDR“ ↩︎
  13. Anton-Herrmann-Straße 46: Waldklause Einsiedel ↩︎
  14. Einsiedler Neue Straße ↩︎
  15. Einsiedler Hauptstraße: Die Weihnachtspyramide ↩︎
  16. Berbisdorfer Straße 18: „Erzgebirgisches Kunsthandwerk Werner Glöß“ ↩︎
  17. Einsiedler Neue Straße 24 resp. August-Bebel-Platz 1: Der „Kreml“ ↩︎
  18. Einsiedler Neue Straße 7: u.a. „Walter-Wieland-Hain“ ↩︎
  19. Einsiedler Hauptstraße 83: u.a. die „Milch-HO“ ↩︎
  20. Einsiedler Hauptstraße 68: „Kolonialwaren – Lebensmittel – Elektronik“ ↩︎
  21. Einsiedler Hauptstraße 82: „Uhrmacher – Textilien – Postagentur“ ↩︎

Einsiedler Hauptstraße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert