Einsiedler Hauptstraße 92

Ehemalige Ortslistennummer/Brandkatasternummer 33

Vormals „Thiele-Sattler“: Franz Thiele, Sattlerei & Tapeziererei

Also hier wird es schwierig für alle, die sich lediglich anhand der folgenden alten (und leider sehr grobkörnigen) Fotos jetzt im Geiste zum ehemaligen Standort zurückversetzen lassen wollen.
Nun, es handelt sich wie eingangs beschrieben um das Grundstück Einsiedler Hauptstraße 92, rechter Nachbar war und ist der Fleischerei Edel.
Heute steht dort, an Stelle des 1945 im Bombeninferno untergegangenen großen Fachwerkhauses ein kleines, gepflegtes Wochenendhäuschen.

Fachwerkhaus der Sattlerei Franz Thiele (Thiele-Sattler)
Wohl die 1920er – oder 30er Jahre. Der Zaun rechts gehört zum Grundstück der Fleischerei Moritz Fischer, ab 1932 Walter Edel.
(Fotos oben und unten: H+G Einsiedel)
Sattler und Tapezierer Frank Thiele, Einsiedel
Die westliche Giebelseite. Hier wollen wir mal einen Blick auf den Zaun werfen oder besser dessen gemauertem Sockel mit den oben abschließenden Ziegelsteinen und dem Hydranten. Denn diesen Sockel finden wir fast unverändert bis heute vor und auch der Höhenabsatz neben dem Hydranten ist noch heute erkennbar.
23. März 2022 … freilich mit neuerem Hydrant.
Franz Thiele, der Thiele-Sattler, vor seiner Werkstatt.
Franz Thiele mit Kindern und vermutlich Geselle(n).
(Foto: H+G Einsiedel)
Werbeannonce Thiele-Sattler, Einsiedel 1926
Werbeanzeige 1926 (Vorlage: Ingobert Rost)
Fachwerkhaus Thiele-Sattler
Einsiedler Hauptstr. 92, ehemals Thiele-Sattler, im März 2022

Die linke Aufnahme, etwa um 1904, lässt sich am 22. März 2022 nur bedingt nachstellen. Längst gibt es das Wehr und den Mühlgraben (rechts daneben, nicht abgebildet) zur Riedelschen Fabrik (heute „nahkauf“) nicht mehr und die Untere Brücke, von der aus das Foto oben rechts aufgenommen wurde, noch nicht. Der Fotograf stand seinerzeit auf der Fabrikstraße und fotografierte in Richtung Rodigpark.

Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass hier in der Hauptstraße 92 1867 das Handelshaus C.B. Reinicke gegründet wurde, das 1888 platzbedingt in den damaligen Neubau Hauptstraße 88 umzog.

Der Gründer, Carl Gottlieb Reinicke, führte hier in der 92 anfangs einen bescheidenen Lebensmittelladen. Seine Frau Rosalie verkaufte die Ware (Lebensmittel) aus einem Felsenkeller, der unmittelbar an das Grundstück angrenzte. Der Kellereingang ist auch heute noch – historisches Wissen vorausgesetzt, aber das haben Sie ja jetzt – erkennbar.

Früher, als der Keller als Laden diente, führten einige Stufen hinab. Bis in die 1960er Jahre war der Zugang mit einer Holztür geschlossen, aber keinesfalls verschlossen. Und so müllte er im Laufe der Zeit zu.
Durch den erhöhten Fußwegbau wurde auch der Eingang kleiner und Dreck und Erosion taten ein Übriges.

Bei Nachforschungen zum Heimatstammtisch Nr. 2 (Handel) gelang es uns am 9. April 2017 noch einmal, durch einen schmalen Spalt die Kamera einzuführen und ein Foto im Innern zu machen: Laub, Äste, Spinnweben … nichts Spektakuläres.
Für die Aufnahme oben (27. März 2022) hätten wir wohl einen kleinen Spaten mitbringen müssen, um einen Blick hineinwerfen zu können.

Bei den Recherchen zum besagten Heimatstammtisch stießen wir auch auf einen Hinweis zu einem Sarggeschäft. Es ist sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht hundertprozentig erwiesen, dass es sich um Walther Berger aus der Hauptstr. 82 handelte, der hier einen kleinen Ausstellungsraum für Särge hatte.
Berger war Zimmermann, er bekam die Särge „roh“ und veredelte diese dann dem Kundenwunsch entsprechend mit Beschlägen und ähnlichem.

Die Einsiedler Hauptstraße 92 am 23. März 2022.

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